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Imagewandel so dynamisch wie die Marktentwicklung

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Mit neuer Technologie und Partnerschaft den Markt erobern

Auf diesem Weg arbeiten die Ingenieure seit einem Jahr in Kooperation mit Mitsubishi. Aus einer Kunden/Lieferanten-Beziehung hat sich ein gemeinsames Vorgehen auch bei der Produktentwicklung ergeben. Besonders stolz sind die Warschauer auf die jüngsten Produkte aus dem Bereich der Silicium-Carbid-Technik.

Medcom sieht sich selbst als Pionier, die SiC-Technologie zu verbreiten, aufgrund welcher es in den kommenden Jahren zu enormen technologischen Veränderungen kommen werde. Energietechnische Einrichtungen für den öffentlichen Transport (Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Elektrobusse, Trolleybusse) könnten schon heute profitieren, wenn Silicium-Carbid-Halbleiter statt der traditionellen Si-Halbleiter eingesetzt würden. Als Vorteile sehen die Ingenieure

  • um 30 bis 40 % leichtere energieverbrauchende Einrichtungen in den Fahrzeugen,
  • um 30 bis 40 % kleinere Einrichtungen,
  • einen reduzierter Lärmpegel und höheren Fahrgästekomfort,
  • bessere Fahrparameter der Fahrzeuge und
  • um 30 % weniger Energieverlust.

Das erste Produkt, das auf Komponenten aus Silicium-Carbid basiert, wurde bereits im Jahr 2014 präsentiert. Seit dem vergangenen Jahr wird zudem ein integrierter Bahnwechselrichter mit Hilfsumformer für Elektrobusse angeboten und man arbeitet derzeit an einem Mehr­systemantrieb und einer Versorgung für elektrische Treibeinheiten.

Einer der innerpolnischen Kunden hat sich ebenfalls der Elektromobilität verschrieben und stellt in Hannover aus: das Traditionsunternehmen Ursus. Neben dem Standbein der Traktoren-Herstellung produzieren etwa 1000 Mitarbeiter seit drei Jahren auch Elektrobusse. Das jüngste Baby, das im September 2016 an den Markt ging, ist ein gutes Beispiel für internationale Kooperation: Beim Fuel Cell Electric Bus wurde ein Teil der Batterien ersetzt durch eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle. An der Kooperation beteiligt war unter anderem auch Ziehl-Abegg aus Deutschland.

Größtes Hemmnis ist die lange Zeit, bis sich die Investition rechnet

Die Künzelsauer haben eine getriebelose, elektrisch angetriebene Niederflurachse mit integrierten wassergekühlten Radnabenmotoren entwickelt. Sie wird bereits in seriellen Hybrid- oder vollelektrischen Fahrzeugen in Polen und Schweden genutzt. Noch ist der Preis höher als ein traditionell zentraler Antrieb. 150 Bestellungen für die Ursus-Busse liegen bereits vor und die Experten arbeiten daran, den Preis zu senken und die Kunden von den Vorteilen zu überzeugen.

Nach neun Jahren würde sich der Elektrobus im Vergleich zum Dieselantrieb rechnen – und das ohne Fördermittel, betont Ursus-Bus-Vorstand Marek Pol. Servicekosten seien dreimal günstiger als in der Dieselvariante. „Mit Ursus haben wir einen starken Mutterkonzern, der es uns ermöglicht, in Ruhe weiterzuentwickeln und die wachsende Nachfrage abzuwarten.

Unser Hauptmarkt ist zwar derzeit noch Polen, die Brennstoffzellen-Version wird jedoch bald auch nach Deutschland und Holland verkauft werden“, sagt Pol und kündigt schon einmal an, die Fertigungskapazitäten von derzeit 15 Bussen pro Jahr deutlich aufstocken zu wollen.

Solche Aussagen dürften auch die Politiker gerne hören. Tadeusz Kościnski, der stellvertretende Minister für Polens wirtschaftliche Entwicklung wirbt jedenfalls kräftig um Nachahmer: „Die Kosten sind polnisch, das Ergebnis jedoch global, wenn Sie mit Polen zusammen arbeiten!“ MM

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