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Arbeitsplatzgestaltung

In Sachen Ergonomie nur das tun, was Werte schafft und die Kunden bezahlen

| Redakteur: Bernhard Kuttkat

Ergonomische Arbeitsplätze in Verbindung mit einem mitarbeitergebundenen Arbeitsfluss (One Piece Flow), der vor allem die Steigerung der Wertschöpfung im Fokus hat, erschließen deutliche Produktivitätspotenziale in produzierenden Unternehmen.

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Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze ermöglichen ermüdungsfreies, effizientes und sicheres Arbeiten.
Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze ermöglichen ermüdungsfreies, effizientes und sicheres Arbeiten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Krise hatte ein „Gesicht“: In der Teilefertigung des Leuchtenherstellers Herbert Waldmann in Villingen-Schwenningen war ein Großteil der Fläche mit Überproduktion belegt, die Abläufe und Materialflüsse orientierten sich nach der Werkstattfertigung, im Lager und in der Endmontage wurden große Kommissionier- und Bereitstellungsflächen benötigt. Insgesamt war die Lagerfläche genauso groß wie die Produktionsfläche.

Damals, im Jahr 2001, bewegte sich das Unternehmen wirtschaftlich nahe am Boden, wie Firmenchef Gerhard Waldmann auf dem Forum Arbeitsplatzgestaltung im Fraunhofer-in-Haus-Zentrum in Duisburg bekannte. Ihm war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Kurzentschlossen engagierte er Berater der Porsche Consultant GmbH in Bietigheim-Bissingen, um sein Unternehmen wieder wettbewerbsfähig zu machen. „Von 2001 bis 2007 wurde das Projekt gemeinsam mit den Mitarbeitern kontinuierlich vorangetrieben, wurden die Abläufe nach dem One-Piece-Flow-Konzept organisiert“, erläutert Waldmann.

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Im Gesamtkonzept wurden Lagerflächen reduziert, neu zusammengefasste Fertigungssegmente eingerichtet und die Fertigung nach Just-in-Time-Prinzipien ausgerichtet: Produktion auf einer Ebene, Abbau von Lagerflächen, Ausrichten nach dem Materialfluss, Einrichtung von Fertigungssegmenten, Gestaltung von Montagelinien sowie Aufbau einer Kommissionierzone.

Leuchtenherstellers Herbert Waldmann wieder flott gemacht

Die Ergebnisse dieses tiefgreifenden Wandels können sich mittlerweile sehen lassen, wie Waldmann an einigen Kennzahlen offenlegt: „Die Anzahl der Mitarbeiter verringerte sich um 15% bei einer gleichzeitigen Steigerung der Produktivität um 76% und des Umsatzes pro Mitarbeiter um 11%.“ Auch die weiteren Kennzahlen lässt sich Waldmann genüsslich auf der Zunge zergehen: Die Anzahl gefertigter Leuchten pro Tag legte um 49% zu, die Lagerbestände sanken um 22%, die Lagerfläche verringerte sich um 27% und die Durchlaufzeiten konnten um bis zu 80% reduziert werden.

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