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USA Industrie 4.0 auf amerikanische Art

| Autor: Stéphane Itasse

Plattform Industrie 4.0 oder Industrial Internet Consortium? Rami oder IIRA? Genau die Standards einhalten oder einfach mal machen? Bei der Herangehensweise an die Produktion der Zukunft und das Internet der Dinge sind die Unterschiede zwischen Deutschland und den USA zwar nicht unüberbrückbar, aber doch unübersehbar.

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Das Industrial Internet Consortium setzt auf praktische Erfahrungen: Beispielsweise bezieht sich das Asset Efficiency Testbed auf die Luft- und Raumfahrt.
Das Industrial Internet Consortium setzt auf praktische Erfahrungen: Beispielsweise bezieht sich das Asset Efficiency Testbed auf die Luft- und Raumfahrt.
(Bild: Jetstar Airways, CC BY-SA 2.0, flickr.com / BY-SA 2.0)

Schon die Entstehungsgeschichte ist eine völlig andere: Während in Deutschland ein Beratungsgremium der Bundesregierung, die Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft, eine Aufforderung an die Verbände richtete, die Plattform Industrie 4.0 einzurichten, machten in den USA große Unternehmen den Anfang: Im März 2014 gründeten AT&T, Cisco, General Electric, IBM und Intel das Industrial Internet Consortium (IIC), um für das industrielle Internet die Prioritäten zu koordinieren und die dafür notwendigen technischen Anwendungen zu ermöglichen. Inzwischen sind rund 250 Unternehmen dabei, auch aus Deutschland. Das Ziel des Industrial Internet Consortium umschreibt Dr. Richard Mark Soley, Executive Director des IIC, mit dem Anliegen, die „operational systems“, womit im weitesten Sinne Maschinen und Industrieanlagen gemeint sind, und die Informationstechnik zusammenzubringen, wie er dem MaschinenMarkt-Schwestermagazin Elektrotechnik sagte.

Industrial Internet Consortium will nicht in erster Linie Standards schaffen

Wichtig sei aber nicht nur die technische Ebene, sondern es komme vor allem auf die Internet-Denkweise an, um neue Geschäftsmodelle zu erschließen. So seien etwa die Hersteller von Flugzeugtriebwerken mittlerweile nahe daran, zu Dienstleistern zu werden, die nicht mehr in erster Linie Flugzeugmotoren verkaufen, sondern „Propulsion-as-a-Service“ anböten.

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Obwohl oft fehlende Standards als wichtigster Hemmschuh für den Durchbruch des Internets der Dinge genannt werden, sieht Soley die Hauptaufgabe des IIC nicht primär in der Definition neuer Standards. „Wenn von Standards die Rede ist, dann sind in der Regel Middleware-Standards gemeint“, sagt der IIC-Mann, „und offen gesagt: Davon haben wir genügend.“ Wichtiger als Middleware-Standards, bei denen in der Regel der Datentransport im Vordergrund steht, sei die Semantik, also zu verstehen, welche Information in den Bits und Bytes stecke. Dafür habe das IIC den Testbett-Ansatz gewählt, bei denen IIC-Mitgliedsfirmen zusammenarbeiten, um Probleme in einem bestimmten Anwendungsgebiet zu lösen.

IIC-Anwendungen sollen bei Erfolg internationale Standards werden können

Beim ersten Testbett zum Thema Track-and-trace hätten sich Bosch, Tech Mahindra und Cisco zusammengetan, um die Probleme bei der Verknüpfung von Werkzeugen und Arbeitsschritten in der Flugzeugwartung zu lösen. Dabei verfolge man nicht den Ansatz, zuerst einen Standard festzulegen, sondern herauszufinden, welche Standards fehlten, und sie dann in der praktischen Zusammenarbeit zwischen den Domänen zu definieren.

Soley betonte, dass beim IIC Industrieanwendungen entwickelt werden, die bei Erfolg auch in die internationalen Standardisierungsgremien eingebracht werden können. Außerdem stehe das IIC nicht in Konkurrenz zur deutschen Plattform Industrie 4.0: Man sei ständig im Gespräch. Auch unterscheide sich die vom IIC vorgestellte Referenzarchitektur für das industrielle Internet nicht wesentlich von den Vorstellungen der deutschen Industrie 4.0.

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 Stéphane Itasse

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MM MaschinenMarkt