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Verglichen mit der Internetrevolution war der Großteil der Automationssysteme durch hohe Kosten und eingeschränkte Kommunikationstechnik geprägt. Dies ändert sich nun. Neue Hochleistungssysteme, die sowohl die Echtzeit-Automationswelt als auch die Internet/Cloud-Kommunikationsmöglichkeiten unterstützen (Bild 2), rücken immer mehr in den Mittelpunkt. Neue Cloud-Modelle, analytische Verfahren und Integrationstechnologien ermöglichen breiter angelegte und kostengünstigere Applikationen direkt in der Welt der Betriebsmittel.
Mobilität, lokale Diagnostik und Fernüberwachung der Betriebsmittel sind entscheidende Komponenten dieser neuen Lösungen und sie geben allen Teilnehmern im globalen Informationsaustausch zu jeder Zeit Zugriff auf Daten in den Informationsträgern der über IP-Adressen eingebundenen Betriebsmittel (betriebswirtschaftlicher Begriff für Dinge) und Personen. Mobile Echtzeitanwendungen unterstützen EAM, das Wartungsmanagement, die Prozessüberwachung, das Automationsmanagement, die Logistik, das Lagermanagement, die Kommunikation unter den Maschinen sowie Vertrieb und Marketing.
Evolutionärer Entwicklungsprozess
Eine Revolution ist ein radikaler Prozess, der einen alten Zustand durch einen vollkommen neuen ersetzt. Dies ist bei Industrie 4.0 nicht der Fall. Die Informationstechnik befindet sich seit vier Jahrzehnten in einem permanenten, evolutionären Entwicklungsprozess, der sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark beschleunigt hat. Vier Jahrzehnte lang haben zentralistische ERP-Systeme die IT in Unternehmen bestimmt. Dort vollzieht sich seit etwa 10 Jahren ein Paradigmenwechsel. Immer mehr Funktionen aus dem Produktionsumfeld (die Produktions-Stammdatenverwaltung und die Materialflusssteuerung), die bisher ERP auf Ebene 4 verwendeten, wandern auf die Ebene der Produktion, zum MES. Der Wandlungsprozess vollzieht sich aber noch sehr langsam. Er wird jetzt jedoch entscheidend beschleunigt werden, weil unter dem Motto Industrie 4.0 urplötzlich der Shop Floor in den Mittelpunkt rückt. Diesen haben ERP-Protagonisten jahrzehntelang ignoriert. Der Shop Floor war bislang der weitgehend unintelligente Rückmelder von Leistungsdaten für zeitversetzte Abrechnungszwecke.
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