Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

KOMMENTAR

Industrie 4.0 – wenn Fundamentalkritik auf Ehrlichkeit trifft

| Autor / Redakteur: Dr. Winfried Felser / Stefanie Michel

Diskussion über Industrie 4.0 in der Smart Factory Kaiserslautern: das Internet der Dinge ist mehr als nur Fabrikautomation.
Diskussion über Industrie 4.0 in der Smart Factory Kaiserslautern: das Internet der Dinge ist mehr als nur Fabrikautomation. (Bild: Benedikt Wagner)

Auf der Hannover Messe wird Industrie 4.0 wieder das beherrschende Thema sein. Im Vorfeld haben sich zwei Experten zu diesem Thema getroffen, deren Positionen nicht unterschiedlicher sein könnten: Prof. Zühlke, der „Hausherr“ der Smart Factory Kaiserslautern und der Industrie-4.0-Kritiker Prof. Syska.

Wenn Fundamentalkritik auf Ehrlichkeit trifft und in der Mitte ein profunder Kenner der Community moderiert, dann weiß man danach, wo wir jenseits der Hochglanzbroschüren bei der Industrie 4.0 wirklich stehen. Robert Weber hat Erstaunliches geschafft und mit Prof. Dr. Andreas Syska und Prof. Dr. Detlef Zühlke zwei prominente, aber scheinbar unvereinbare Protagonisten der Szene zusammengebracht: Auf der einen Seite der Autor der Illusion 4.0, Prof. Syska, und auf der anderen Seite einer der Vertreter der Smart Factory.

Die Unvereinbarkeit relativierte sich aber schon recht bald, als selbst Prof. Zühlke gestand, dem Begriff gegenüber eine differenzierte Einstellung zu haben. Zum einen sei Industrie 4.0 hilfreich für die Aufmerksamkeit, zum anderen hätten fehlende Begriffsklärungen mittlerweile aber zu einer Inflation 4.0 geführt. Die wichtigste doppelte Botschaft war dann: Die vernetzte Smarte Fabrik und damit auch Mehrwerte wie Individualisierung und agile, flexible Produktionsstrukturen durch Plug-and-Play-Bausteine machen wir richtig gut, aber damit ist nicht klar, ob wir damit auch das Richtige machen. Prof. Syska zitierte Prof. Schuh: „Die größte Gefahr für einen Produzenten mit Fabrik ist ein Produzent ohne Fabrik.“ Netzwerke, flüchtige Kooperationen, Maker Werkstätten, 3D-Drucker … die „Fabrik“ von morgen ist nicht mehr die Fabrik von heute. Wo Syska vor allem Effizienz und Flexibilität, aber weniger neue Geschäftsmodelle sieht, verweist Prof. Zühlke auf die Smarte Factory als Grundlage für neue Geschäftsmodelle.

Beide sind sich auf jeden Fall einig in der Notwendigkeit einer Humanzentrierung und der gesellschaftlichen Relevanz des Wandels. Zudem sehen beide die USA als wichtigen Wettbewerber, insbesondere durch die höhere Marktorientierung in den USA. Auf dieser Basis sollte der Dialog fortgesetzt werden, nicht zuletzt auch auf der Hannover Messe. Dass Prof. Syska ein Netzwerk plant, um das Thema im größeren Rahmen zu denken, ist sicherlich dafür auch ein begrüßenswerter Ansatz.

* Winfried Felser ist Gründer der Competence Site und Geschäftsführer der Netskill Solutions GmbH in 50677 Köln

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44531756 / Antriebstechnik )

Themen-Newsletter Konstruktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung und AGB einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Lamborghini bekommt flexibelste Lackieranlage der Welt

Lackieren

Lamborghini bekommt flexibelste Lackieranlage der Welt

10.04.18 - Individuelle Lackierungen sind in der neuen Lackiererei von Lamborghini problemlos möglich. Ein neuartiges Anlagenlayout und die intelligente Anlagensteuerung mit dem Produktionsleitsystem E-MES machen den Weg frei, wie der Böblinger Anlagenhersteller Eisenmann mitteilt. lesen

Was Sie jetzt über die Datenschutz-Grundverordnung wissen müssen

Tipps zur DSGVO

Was Sie jetzt über die Datenschutz-Grundverordnung wissen müssen

16.04.18 - 2018 wird es ernst, am 25. Mai endet die Übergangsfrist für die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO). Damit werden die Datenschutzregeln für Unternehmen und Behörden deutlich strenger. Viele bisherige Datenschutzmaßnahmen müssen hinterfragt, aktualisiert oder erweitert werden. Die Zeit läuft. Viele Unternehmen laufen hinterher. lesen

BMW investiert über 10 Mio. Euro in 3D-Druck

F&E

BMW investiert über 10 Mio. Euro in 3D-Druck

19.04.18 - Die BMW Group plant einen einen Campus für Additive Fertigung in Oberschleißheim, nördlich von München, für mehr als 10 Mio. Euro. lesen