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Finanzen Industrie kämpft am stärksten mit Kredithürden der Banken

Redakteur: Melanie Krauß

Unternehmen beklagen, dass Banken in der Coronakrise zurückhaltender bei Krediten sind. Besonders davon betroffen: die Industrie.

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Deutsche Unternehmen fragen in der Coronakrise vermehrt Kredite bei den Banken an.
Deutsche Unternehmen fragen in der Coronakrise vermehrt Kredite bei den Banken an.
(Bild: ©Antonio - stock.adobe.com)

Die Unternehmen in Deutschland fragen in der Coronakrise mehr Kredite nach, berichten aber von größerer Zurückhaltung bei den Banken. Das geht aus einer ifo-Umfrage für das zweite Vierteljahr hervor. 34,4 % der Firmen gaben an, Kreditverhandlungen mit Banken geführt zu haben. Dies liegt nur knapp unter dem bisherigen Höchstwert vom ersten Quartal 2017. Im ersten Quartal 2020 lag der Wert erst bei 29,3 %.

Mit 34,6 % wurde beispielsweise in der Industrie ein neuer Rekord für die Branche erreicht. Gleiches gilt für den Einzelhandel mit 37,6 % und den Großhandel mit 31,1 %. Besonders viele Kreditverhandlungen führten Unternehmen in der Gastronomie (68,7 %), bei den Hotels (60, 7 %) und in der Reisebranche (50,7 %). Dort lagen die Anteile ebenfalls erheblich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

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Banken halten sich mit Krediten zurück

Besonders schwierig für die Unternehmen: „Von denen, die verhandelten, berichteten 19,4 % von einem eher zurückhaltenden Verhalten der Banken. Dies ist der Höchststand seit 2017“, so Klaus Wohlrabe, Leiter der Befragungen beim Ifo-Institut.

Bei den Unternehmen, die über Kredite verhandelten und sich über Zurückhaltung der Banken beklagten, lag der Anteil mit 22,1 % in der Industrie über dem Durchschnitt von 19,4 %; im Vorquartal betrug er nur 15,1 %. Besonders stark war der Anstieg der Kredithürde im Bauhauptgewerbe. Von einem sehr niedrigen Niveau (6,6 %) im ersten Quartal hat sich der Anteil der Klagen zuletzt mehr als verdoppelt und liegt nun bei 17,4 %. Bei den Dienstleistern stieg der Wert von 16,2 auf 19 %, im Großhandel sank er gar von 14,6 auf 13,0 %.

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