Medizintechnik

Instrumentenfertigung – Symbiose aus Hightech und Handarbeit

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Hohe Anforderungen an Teilefertigung

Auch an die Fertigung der Teile – ein Instrument kann aus bis zu 90 Einzelteilen bestehen – werden hohe Anforderungen gestellt. Eine Besonderheit bei medizintechnischen Produkten sind neben den nach Zeichnung auszuführenden Bauteilmaßen vor allem Sauberkeit, Gratfreiheit und Oberflächengüte. „Die Gratfreiheit ist bei Implantaten unabdingbar, da sich Grate unter Umständen im Gebrauch, also im implantierten Zustand, lösen und in das Körpergewebe eindringen oder wegen ihrer Scharfkantigkeit zu Beschädigungen von anderen Bauteilen, besonders Kunststoffkomponenten, führen können“, weiß Dr.-Ing. Wolf-Dieter Kiessling, Geschäftsführer der Beutter Präzisions-Komponenten GmbH & Co. KG in Rosenfeld.

Das Unternehmen fertigt Komponenten für chirurgische Geräte, beispielsweise fixierende Schraubendreherklingen, und sehr viele unterschiedliche Implantate wie Spezialschrauben, Komponenten für die Wirbelsäulenchirurgie, Teile für Herzschrittmacher und implantierbare Blutpumpen, Mittelohrimplantate und Portsysteme. „Bei letzteren führen wir auch selbstständig und in Verbindung mit unseren Kunden Entwicklungen durch“, so Kiessling.

Auch die Ästhetik spielt eine Rolle

Häufig spielt aber auch die „Ästhetik“ eine Rolle. Medizintechnische Teile müssen optisch hochwertig aussehen. „Deshalb sind Bearbeitungsspuren, Kratzer und Beschädigungen auch kleinster Art nicht zulässig“, so Kiessling. Selbst wenn diese für die Funktion des Bauteils nicht relevant sind, wird von einem Hersteller von medizintechnischen Geräten und insbesondere Implantaten erwartet, dass Erzeugnisse für diesen Einsatzfall optimal aussehen.?

Außer mechanisierten und galvanischen Verfahren wie Gleitschleifen und Elektropolieren fällt besonders bei Kleinserien ein erheblicher Aufwand durch manuelles Entgraten und Polieren an. „Dazu werden besonders geschulte Fachkräfte eingesetzt, die entsprechende feinmotorische Fähigkeiten besitzen müssen, aber auch zuverlässig über einen längeren Zeitraum unter dem Mikroskop gleichmäßig und gewissenhaft arbeiten können“, erläutert Kiessling.

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