Medizintechnik

Instrumentenfertigung – Symbiose aus Hightech und Handarbeit

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Die Gratfreiheit und Oberflächenbeschaffenheit wird durch optische Methoden, insbesondere mit visueller Prüfung unter Mikroskopen festgestellt und gewährleistet. Daneben kommen messtechnische Methoden der technischen Rauheitsmessung oder Glanzmessung zum Einsatz. „Wir verfügen über Messgeräte, mit denen wir Werte deutlich unter 1 µm erfassen und dokumentieren können.“

Edelstahl – für chirurgische Instrumente der Werkstoff der Wahl

Chirurgische Instrumente werden heute in der Regel vollständig aus Edelstahl hergestellt. Zunehmend kommen jedoch auch Werkstoffe wie Titan, Polymere oder Keramik, oft in Kombination mit Edelstahl, zum Einsatz. Ein gutes Beispiel dafür ist die bipolare Schere. Dieses Instrument besteht aus einem Metallkern, der mit einer Stahl-Keramik-Technologie am Scherenblatt bestückt ist.

Das gesamte Instrument ist mit einer hochisolierenden Kunststoffbeschichtung umspritzt. Damit kann der Chirurg nicht nur schneiden, sondern gleichzeitig präparieren und koagulieren, also Blutungen mit Hilfe von HF-Strom stillen. Alle diese Werkstoffe müssen den Anforderungen beim Aufbereitungsprozess in einer Klinik standhalten, sie müssen die Reinigung mit teilweise hochalkalischen chemischen Reinigungsmitteln und die Dampfsterilisation bei 134 °C oft über Jahre überstehen.

Um diesen Aufwand zu vermeiden, können steril verpackte Einmal-Instrumente, sogenannte Single Use Surgical Instruments, verwendet werden. Bei diesen Instrumenten ist es gelungen, die Eigenschaften von Qualitätsinstrumenten aus Metall auf ein Instrumentarium aus einem leichten Hochleistungspolymer zu übertragen. Um möglichst jeden Materialfehler im Vorfeld auszuschließen, wird jede Rohmaterialcharge zusätzlich zu den höchsten Qualitätsvorgaben aufwändigen Testverfahren im Aesculap-eigenen Labor unterzogen.

Herstellung der Instrumente ist aufwändig

Die Herstellung chirurgischer Instrumente ist ein aufwändiger Prozess. Schon für die Fertigung einer einfachen Arterienklemme werden über 60 Arbeitsgänge benötigt. „Das Betreiben einer eigenen Schmiede sowie eines eigenen Werkzeugbaus stellt für uns einen wichtigen Qualitätsaspekt dar“, erklärt Thomas Zeilfelder, Leiter Werksorganisation Instrumente bei Aesculap.

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