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Effizienzfabrik

Investitionen in energieeffiziente Maschinen und Anlagen lohnen sich

Lebenszykluskosten sind ein Werkzeug für Energieeffizienz. Das geht aus einer aktuellen Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe zur Bewertung der wirtschaftlichen Potenziale von energieeffizienten Anlagen und Maschinen hervor.

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Katharina Mattes, Fraunhofer-ISI: "Energiekosten machen bei Pumpensystemen den größten Anteil an den Gesamtkosten aus." (Bild: Otto)

Die Untersuchung wurde im Rahmen der Effizienzfabrik, einer Innovationsplattfom des VDMA zur Ressourceneffizienz, durchgeführt. Die Lebenszykluskosten seien derzeit unter anderem deshalb ein aktuelles Forschungsthema, weil die steigenden Energiekosten diese in die Höhe treiben. So seien die Lebenszykluskosten ein Verkaufsargument für ressourceneffiziente Investitionsgüter. Denn die Energie- und Rohstoffkosten bildeten einen wesentlichen Anteil an den Lebenszykluskosten.

Ressourceneffiziente Anlagen rechnen sich über die Lebenszykluskosten

„Trotz der möglicherweise höheren Investitionskosten bei ressourceneffizienten Anlagen können bei der Betrachtung der Gesamtkosten über den Lebenszyklus der Anlage wirtschaftliche Vorteile aufgrund geringerer Betriebs- und Entsorgungskosten erzielt werden“, erklärt Katharina Mattes vom Fraunhofer-ISI. Am Extrembeispiel von Pumpen werde dies besonders deutlich: „Energiekosten machen bei Pumpensystemen den größten Anteil an den Gesamtkosten aus“, berichtet Mattes.

Auch bei Werkzeugmaschinen stellten die Anschaffungskosten lediglich einen Anteil von 20% dar. Doch trotz des geringen Anteils der Investition an den Gesamtkosten würden Investitionsentscheidungen nach wie vor in vielen Fällen auf Basis des Anschaffungspreises gefällt.

Nutzen von Energieeffizienz schwierig zu quantifizieren

Zwar sei klar, dass die Energie- und Wartungskosten den größten Anteil an den Lebenszykluskosten ausmachten, jedoch sei unter anderem die Quantifizierung des Nutzens von Energiesparmaßnahmen schwierig. Zudem seien diese Kosten abhängig vom Zustand der Maschine, dem Nutzungsprofil sowie den umweltbedingten Faktoren. Daher sei zur Bestimmung der erforderlichen Größen eine enge Zusammenarbeit zwischen Betreiber, Maschinen- und Komponentenhersteller nötig.

Richtlinien und Einheitsblätter zu Lebenszykluskosten könnten ebenfalls Unterstützung leisten. Zur Verfügung stehen:

  • Das VDMA Einheitsblatt 34160 – Prognosemodell für die Lebenszykluskosten von Maschinen und Anlagen,
  • die VDI-Norm 2884 – Beschaffung, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsmitteln unter Anwendung von Life-Cycle-Costing sowie
  • die DIN EN 60300-3-3 – Zuverlässigkeitsmanagement – Anwendungsleitfaden Lebenszykluskosten.

Die Studie des Fraunhofer-ISI kann unter www.effizienzfabrik.de/publikationen heruntergeladen werden.

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