Verbindungstechnik Ist der Stecker am Limit angekommen?

Ein großes Thema der diesjährigen Fachpressekonferenz der Lapp Holding AG war die Frage, ob der Stecker an seine Grenzen angelangt ist oder ob es nicht noch Verbesserungspotenzial gibt.

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Georg Stawowy, Vorstand Innovation und Technik bei der Lapp Holding AG, ist davon überzeugt, „dass bei den Steckern noch viel Luft nach oben ist. Die Miniaturisierung und die steigende Konnektivität sind ein Entwicklungstreiber in der Industrie. Das wird auch in der Verbindungstechnik zu einer Leistungsverdichtung und weiterer Standardisierung führen.“
Georg Stawowy, Vorstand Innovation und Technik bei der Lapp Holding AG, ist davon überzeugt, „dass bei den Steckern noch viel Luft nach oben ist. Die Miniaturisierung und die steigende Konnektivität sind ein Entwicklungstreiber in der Industrie. Das wird auch in der Verbindungstechnik zu einer Leistungsverdichtung und weiterer Standardisierung führen.“
(Bild: Lapp/Wolfram Scheible)

Eines ist klar: Die Megatrends – Konnektivität und Individualisierung – beeinflussen auch die Verbindungstechnik außerordentlich. Es hat sich herauskristallisiert, dass diese standardisiert, robuster und deutlich kleiner werden muss, weil auf gleichem Bauraum immer mehr Verbindungen hergestellt werden müssen. Doch dies ist ohne Miniaturisierung und Leistungsverdichtung nicht möglich. Und auch das Unternehmen Lapp, das sich als Weltmarktführer für integrierte Lösungen im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnik sieht, muss sich diesen Herausforderungen stellen, weil gerade Komponenten wie Kabel und Steckverbinder davon besonders betroffen sind.

Single Pair Ethernet heißt die Lösung für das Kabel

Für Lapp steht fest, dass die Lösung im Bereich der Kabel Single Pair Ethernet heißt. Doch bei den Steckverbindern stellen sich Fragen wie: Welchen Einfluss haben Standardisierung und Miniaturisierung auf die Entwicklung oder befindet sich die Entwicklung von Steckern bereits am Limit?

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Für Georg Stawowy, Vorstand Innovation und Technik bei der Lapp Holding AG ist das gar keine Frage, er sagt: „Ich bin fest davon überzeugt, dass bei den Steckern noch viel Luft nach oben ist. Die Miniaturisierung und die steigende Konnektivität sind ein Entwicklungstreiber in der Industrie. Das wird auch in der Verbindungstechnik zu einer Leistungsverdichtung und weiterer Standardisierung führen.“

Individualisierung heißt Losgröße 1

Neben der Konnektivität stellt die zunehmende Individualisierung den zweiten wichtigen Trend dar. „Dieser führt zu einer steigenden Variantenvielfalt und Modularität sowie zu einer hohen Standardisierung bei unseren Kunden“, weiß Georg Stawowy. Losgröße 1 ist das Ziel. Deshalb sollten die eingesetzten Stecker so einheitlich wie möglich sein. Die Fertigungssysteme müssen immer flexibler werden. Das verlangt eine einfache Rekonfigurierbarkeit der Module, die nur durch standardisierte Stecker erreicht werden kann.

Funk wird das Kabel ergänzen, nicht ersetzen

Auch das Thema Funk und 5G versus eine physikalische Verbindung mit Kabel und Stecker wird ind er Industrie immer wieder diskutiert. Es sei klar, dass in Zukunft Funk und Kabel in Fabriken nebeneinander koexistieren werden. Doch für Stawowy ist sicher, dass Leitungen und Steckverbinder dort erste Wahl bleiben, wo eine schnelle und störungsfreie Kommunikation in industriellen Prozessen unabdingbar ist, etwa zur Übermittlung von Sensordaten in Echtzeit oder für die Zuführung von Energie zu den Antrieben. Wo Datenzuverlässigkeit und Latenz entscheidend sind, führt an der Steckverbindung kein Weg vorbei. Ein weiterer Pluspunkt: Leitungsgebundene Verbindungen sind weniger anfällig für Angriffe von Hackern als drahtlose Verbindungen. Die kabellose Verbindungstechnik wird kabelbasierte Systeme und Steckverbinder also nicht verdrängen, sondern höchstens ergänzen.

Industrie benötigt robuste Verbindungen

Doch wo geht die Reise hin? Immer öfter wird die Idee diskutiert, eine einfache Verbindung von Modulen mit einem einfachen Kontaktinterface – also beispielsweise durch bloßes Auflegen des anzuschließenden Moduls auf die Maschine – zu realisieren. Was dagegen spricht: In der Industrie werden besonders robuste Verbindungslösungen benötigt, welche Temperatur, Schmutz und Vibration standhalten. Ohne Stecker ist das unmöglich.

M12-Stecker wird kleiner und deutlich leistungsfähiger

Fazit: Steigende Konnektivität und zunehmende Individualisierung sind die Entwicklungstreiber für die Verbindungstechnik. Damit die Steckverbindung im Industrieumfeld auch weiterhin die Lösung der Wahl bleibt, muss sich diese hinsichtlich Miniaturisierung, Standardisierung, Leistungsverdichtung und Robustheit deutlich weiterentwickeln.

Stawowy macht es spannend und zählt zuerst die von Lapp entwickelten Steckverbinder-Highlights auf, vom ersten rechteckigen Steckverbinder, den Oskar Lapp in den 1950er-Jahren für ein namhaftes Steckverbinder-Unternehmen entwickelt hat, bis hin zum Rundsteckverbinder (M12 bis M58) für Ströme von 12 bis 150 Ampere.

Nun habe Lapp mit der Entwicklung des neuen M12L-Steckers einen weiteren Schritt vollzogen, denn der Stecker bewältigt Stromstärken von 16 A (statt vorher 12 A) und ist laut Lapp auch der kleinste M12L-Stecker der Welt.

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