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Beutler Nova

Kleiner Pressenbauer von strategischer Bedeutung

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde /

Ob Stanzautomaten für die Automobilzulieferer oder Pressen für die Aluminium- und Weißblech-Umformung für Verpackungen von Nespresso, Katzenfutter und Schokolade – die Schweizer haben eine Lösung. Die Beutler Nova AG präsentierte zur Hausmesse Ende Juni in Gettnau Bewährtes und Neues rund um Pressentechnik, Automatisierung und Peripherie.

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Auf die Frage „Wer hat’s erfunden?“ kann der Pressenhersteller getrost mit „Die Schweizer“ antworten. Präsentiert wurde ein neues Automatisierungskonzept, mit dem Bauteile automatisch aus einer Stapeleinheit entnommen werden können. Bilder: Munde
Auf die Frage „Wer hat’s erfunden?“ kann der Pressenhersteller getrost mit „Die Schweizer“ antworten. Präsentiert wurde ein neues Automatisierungskonzept, mit dem Bauteile automatisch aus einer Stapeleinheit entnommen werden können. Bilder: Munde
( Archiv: Vogel Business Media )

Mehr als 300 Besucher waren zu dem zum Schuler-Konzern gehörenden Pressenhersteller gekommen, um sich zu informieren – aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen und Liechtenstein. „Beutler Nova zeichnet sich durch viel Kreativität, Flexibilität, Qualität und ein hohes Engagement aus. Für Schuler ist das Unternehmen von strategischer Bedeutung“, so Dr. Markus Ernst, Vorstandsmitglied der Schuler AG. Er könne auch beobachten, dass die „Geiz-ist-geil-Philosophie“ zunehmend zurückgefahren werde, so Ernst weiter. „Unternehmen besinnen sich wieder auf alte Tugenden wie Qualität. Dies ist auch für unsere Branche wichtig.“

Modulares Antriebskonzept für variable Anwendungsfälle

Gezeigt wurde beispielsweise ein Stanzautomat mit Servoantrieb und Transfersystem. Als Ergänzung zum herkömmlichen Sinusantrieb baut Beutler Nova Stanzautomaten nun auch mit elektrischem Servoantrieb. Damit folgt das Unternehmen dem Wunsch seiner Kunden nach einem variablen Antriebskonzept.

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Je nach Anwendung kann der Bediener zwischen einem sinusförmigen Stößelverlauf bis zu hohen Hubzahlen und einem modifizierten Stößelverlauf wählen. „Dabei stehen ihm acht vorgegebene Geschwindigkeitsprofile zur Verfügung, um den Produktionsprozess zu optimieren“, erklärt Beni Schenker, technischer Leiter von Beutler Nova. Praxistests belegen, dass die Produktionsleistung bis zu 30% über dem Sinus-Antrieb liegt – ohne Einbußen bei der Geschwindigkeit im unteren Arbeitsbereich. Die Bremsenergie wird über den Servoregler ins Netz zurückgespeist, was die Betriebskosten erheblich senkt.

Die frei regulierbare Auftreff- und Schnittgeschwindigkeit ermöglicht komplexe Zieh- und Umformarbeiten. Das eröffnet den Kunden neue Anwendungsgebiete. So sind die langen Gleitführungen des Stößels speziell für die Verarbeitung von höherfestem Stahl ausgelegt und nehmen außermittige Kräfte und Stoßbelastungen optimal auf. Die beiden gegeneinander laufenden Querwellen kompensieren ohne Zusatzmassen ihre seitlichen Rotationskräfte und werden über zwei Querwellen mit schräg verzahnten Zahnrädern angetrieben, die geräuscharm in einem Ölraum laufen. Das schnelle Umrichten auf ein neues Werkzeug wird automatisch ausgeführt. Hublänge, Stößelposition, Werkzeugschutz und Nockeneinstellungen werden aus dem Datenspeicher geladen und automatisch richtig eingestellt.

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