Robotik

Kompakte Gehäuse ermöglichen robotergestützte Gepäckverladung

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Zur Lösung dieser Herausforderungen entwickelte Grenzebach Automation ein geeignetes Greifwerkzeug für den Roboter, das einer Schaufel gleicht, mit dem ankommende Gepäckstücke von unten aufgegriffen werden können. Mit Hilfe eines kleinen Förderbands auf dem Greifer lässt sich das Transportgut anschließend komplett auf das Werkzeug ziehen. Ein entsprechender Überwachungssensor sorgt dafür, dass die Beladung sicher vonstatten geht.

Der Spezialist für Fördertechnik hat zudem eine Software entwickelt, mit der sich im laufenden Ladeprozess die Geometriedaten des Gepäcks (Volumen wird gescannt) vermessen sowie die Position und Orientierung des Gepäckstückes auf dem Zuförderband erfassen lassen. Im letzten Schritt vermisst die Software noch den Innenraum des Containers oder Gepäckwagens.

Roboterarm befördert Koffer und Taschen an die berechnete Stelle

Im Abgleich mit den Messdaten befördert der Roboterarm Koffer und Taschen an die als optimal berechnete Stelle im Container. Über eine Ladesteuerung (Load Control Manager) wird ein möglichst dichtes Ladebild erzielt. Um ein Verrutschen der Ladung schnell zu ermitteln, wird das aktuelle Ladebild permanent mit dem Sollzustand abgeglichen.

Durch Einbinden des Gepäckverladesystems in das Flughafengepäckmanagement ist zudem auch eine durchgehende automatisierte Gepäcknachverfolgung (Tracking) vom Check-in bis in den Gepäckwagen beziehungsweise -Container möglich. Generalunternehmer und Integrator der Anlage ist Vanderlande Industries, einer der weltweit führenden Spezialisten für automatische Materialflusssysteme. Dieser automatische Verladevorgang ist am Flughafen Amsterdam im Betrieb und hat sich im operativen Einsatz als stabil erwiesen.

Automatische Gepäckverladung senkt Zeit- und Kostenaufwand

Mit der automatischen Gepäckverladung lassen sich deutliche Zeit-, Kosten- sowie Qualitätsvorteile erzielen: Der Einsatz von Robotern in der Gepäckverladung sorgt bei gleichem Flächenbedarf für einen dreifach höheren Durchsatz pro Quadratmeter als mit der herkömmlichen, manuellen Lösung.

So benötigt die Anlage zum Verladen eines Koffers im Durchschnitt 15 s. Die Beladung eines Containers ist damit innerhalb von 10 bis 12 min erledigt. Zudem lassen sich 90% der Stopp-Fälle, bei denen der Operator aufgrund von Störungen eingreifen muss, innerhalb einer Minute beheben.

Robotergestützte Gepäckverladung senkt Beschädigungsquote der Gepäckstücke

Was die Beschädigungsquote der Gepäckstücke betrifft, ist diese durch zusätzliche Kollisionsüberwachungen im Vergleich zur manuellen Verladung deutlich geringer. Ein wesentlicher Vorteil der automatischen Gepäckverladung ist schließlich die optimale Raumausnutzung, denn der Flughafenplatz ist rar und teuer.

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