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Kukas Zukunft

Kuka plant 300 Mio. Euro bis 2021 einzusparen

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Das Geschäftsjahr 2018 war für Kuka eine Herausforderung. Die spürbare Konjunkturabkühlung und negative Einflüsse aus dem Projektgeschäft hatten eine angepasste Prognose und Sofortmaßnahmen zur Folge.

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Beim LBR iiwa können Mensch und Roboter in enger Zusammenarbeit hochsensible Aufgaben lösen.
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(Bild: Kuka)

„Wir arbeiten hart an unserer Effizienz, halten eine strikte Kostendisziplin ein und werden uns stärker auf die konkreten Bedürfnisse unserer Kunden in ihren regionalen Märkten fokussieren“, erklärt Peter Mohnen, Vorstandsvorsitzender der Kuka AG. „Dazu werden wir den eingeleiteten Maßnahmenplan konsequent umsetzen.“

Auftragseingänge kamen überwiegend aus Europa

Der Kuka Konzern erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Auftragseingang in Höhe von 3.305,3 Mio. Euro und lag um 8,5 % unter dem Wert des Vorjahres (2017: 3.614,3 Mio. Euro). Hier wirkte sich vor allem die verstärkt spürbare allgemeine Konjunkturabkühlung auf zwei unserer Fokusmärkte aus, die Automobilindustrie und die Elektronikindustrie. Die Auftragseingänge wurden überwiegend in Europa erzielt.

Die Umsatzerlöse des Kuka-Konzerns erreichten im Jahr 2018 einen Wert von 3.242,1 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr mit 3.479,1 Mio. Euro ging der Umsatz um 6,8 % zurück. Auch hier war ein Rückgang in den Fokusmärkten zu spüren. Mit der Automobilindustrie und der Elektronikindustrie erwirtschaftet Kuka mehr als die Hälfte des Umsatzes. Hinzu kam das verlangsamte Wachstum in China, einem unserer wichtigsten Absatzmärkte.

Die Book-to-Bill Ratio, das heißt das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsatzerlösen, lag auf Konzernebene im Geschäftsjahr 2018 mit 1,02 (2017: 1,04) über 1 und signalisiert damit eine gute Auslastung. Der Auftragsbestand des Kuka Konzerns erreichte zum Jahresende 2018 einen Wert in Höhe von 2.055,7 Mio. Euro. Das ist ein leichter Rückgang um 4,7 % gegenüber dem Vorjahreswert (2017: 2.157,9 Mio. Euro) und deutet auf eine gute Auslastung im Jahr 2019 hin.

Ebit-Marge von 3,0 %

Der Kuka Konzern erwirtschaftete beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Kaufpreisallokationen, vor Wachstumsinvestitionen und vor Reorganisationsaufwendungen einen Wert von 96,4 Mio. Euro (2017: 148,3 Mio. Euro). Dies entspricht einer Ebit-Marge von 3,0 % (2017: 4,3 %). Unter Berücksichtigung aller Aufwendungen 2018 belief sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Kuka-Konzern auf 34,3 Mio. Euro (2017: 102,7 Mio. Euro). Die Ebit-Marge lag entsprechend bei 1,1 % (2017: 3,0 %). Der Rückgang war zusätzlich auf Projektverschlechterungen und Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität zurückzuführen.

Mitarbeiterzahl auf Vorjahresniveau

Im Geschäftsjahr 2018 lag der Free Cashflow im Kuka Konzern bei -213,7 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Wert bei -135,7 Mio. Euro. Unter anderem die verstärkte Investitionstätigkeit in neue Produktionsgebäude, der Umbau einer Produktionsanlage aber auch der Anstieg des Trade Working Capitals wirkten sich auf den Free Cashflow aus. Im Berichtsjahr beschäftigte der Kuka Konzern 14.235 Mitarbeiter. Damit lag die Mitarbeiterzahl auf Vorjahresniveau (2017: 14.256).

Für 2019 sollen 350 Vollzeitstellen gestrichen werden

Kuka stellt sich auf die veränderten Rahmenbedingungen ein und setzt den bereits im Januar angestoßenen Maßnahmenplan konsequent um. Dazu wurde ein Effizienzprogramm aufgesetzt mit dem Ziel 300 Mio. Euro bis 2021 einzusparen. Für das Jahr 2019 wurde bereits ein hoher zweistelliger Millionenbetrag identifiziert. Mit den Einsparungen ist auch ein Stellenabbau am Hauptsitz in Augsburg vorgesehen, der aufgrund der aktuellen Situation nicht vermeidbar ist. Kuka plant, in Augsburg im laufenden Jahr insgesamt 350 Vollzeitstellen zu streichen. Dabei konzentriert sich der Abbau vorwiegend auf sogenannte indirekte Bereiche und sollen nach Möglichkeit sozialverträglich erfolgen. „Wir sind uns bewusst, dass dies kein einfacher Weg wird“, so der Vorstandsvorsitzende Peter Mohnen. Deswegen treffen wir die Entscheidungen mit großer Sorgfalt und im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern. Wir sind uns der Verantwortung bewusst und uns geht es um Kukas Zukunft.“

In China konzentriert sich das Unternehmen auf den Aufbau der Joint Ventures und wird dort neue Produkte für den lokalen Markt entwickeln. Im Bereich Forschung und Entwicklung wurden eine klare Priorisierung und globale Fokussierung vorgenommen. Die Organisationstruktur wurde geschärft, um die globale Zusammenarbeit zu verbessern und um die Kunden noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Erwartetes Wachstum aus Asien

Unter den gegenwärtigen Konjunkturprognosen und Rahmenbedingungen sowie unter Abwägung der aktuellen Risiko- und Chancenpotenziale rechnet Kuka im Geschäftsjahr 2019 mit einer leicht steigenden Nachfrage. Wachstum wird vor allem aus Asien und hier insbesondere aus China erwartet. Europa und Americas sollten sich leicht positiv entwickeln. Auf Branchenebene erwartet Kuka für die Absatzmärkte der General Industry eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. In der Automobilindustrie sollte die Nachfrage stabil verlaufen. Unsicherheiten ergeben sich vor allem aufgrund der aktuellen politischen und weltwirtschaftlichen Entwicklung. Davon betroffen sind auch die weltweit größten Robotik-Absatzmärkte wie die Automobilindustrie und Elektronikindustrie, deren Entwicklungen wir im Blick behalten.

Kuka erwartet auf Basis der gegenwärtigen Rahmenbedingungen und Wechselkurse im Gesamtjahr 2019 einen leicht steigenden Umsatz mit rund 3,3 Mrd. Euro. Unter Voraussetzung der aktuellen konjunkturellen Rahmenbedingungen und der erwarteten Geschäftsentwicklung geht der Kuka Konzern davon aus, eine Ebit-Marge von rund 3,5 % vor finaler Evaluierung der laufenden Reorganisationsaufwendungen zu erreichen.

Kuka gewinnt Medizin-Robotik-Auftrag

Kuka hat von Restoration Robotics, Inc.(NASDAQ: HAIR), dem Weltmarktführer für roboterbasierte Haartransplantationen, einen Auftrag über die Lieferung von Leichtbaurobotern erhalten. Die Roboter werden bei dem kürzlich auf den Markt gebrachten Artas iX-System zum Einsatz kommen. Artas iX ist das einzige intelligente System, welches gleichzeitig eine präzise, minimalinvasive und wiederholbare Haarentnahme mit einem automatischen Planungssystem zur erneuten Implantation in einer kompakten Plattform kombiniert, heißt es. Der Kuka-Leichtbauroboter mit sieben Achsen extrahiert die einzelnen Follikel hauptsächlich vom Hinterkopf und fügt diese dann an den vorgesehenen kahlen Stellen in die Kopfhaut ein.

Kuka erhält Großauftrag von FAW-Volkswagen Automotive in China

Kuka hat von dem FAW-Volkswagen Automotive Co., Ltd. Joint Venture in China einen Großauftrag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich gewonnen. Der Auftrag wurde im 4. Quartal 2018 verbucht. Das Projekt umfasst den Bau einer Montagelinie für die Herstellung einer MEB (Modular Electrification Kit-)Plattform-Batterie. Der Automatisierungsgrad in der neuen Anlage ist mit über 70 Prozent sehr hoch. Zu den automatisierten Prozessen zählen die Modulmontage, das Kleben und die Schraubenzuführung. Die Anlage wird im bestehenden Produktionswerk in Foshan integriert.

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