2D-Blechteilefertigung Laserblanking-System schneidet Blechgroßserien günstiger

Redakteur: Peter Königsreuther

Deutlich kürzere Taktzeiten und erfreuliche Materialeinsparungen sollen sich mit dem jüngst am Trumpf-Standort Neukirch vorgestellten Laserblanking-System ergeben. Das steckt dahinter.

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Ein neues Laserblanking-System von Trumpf steht für deutlich kürzere Taktzeiten in der Großserienfertigung von Blechteilen, heißt es. Siemens-Sinumerik-Know-how steuert das Ganze. Man spare damit rund 30 Prozent Material.
Ein neues Laserblanking-System von Trumpf steht für deutlich kürzere Taktzeiten in der Großserienfertigung von Blechteilen, heißt es. Siemens-Sinumerik-Know-how steuert das Ganze. Man spare damit rund 30 Prozent Material.
(Bild: Trumpf)

Trumpf hat eine neue Anlage zum Schneiden von Blech vorgestellt. Mithilfe des Laserblanking-Verfahrens kann sie bis zu 25 Tonnen Blech vom Coil ohne menschliches Zutun vollständig verarbeiten. Das macht sie folglich für Hersteller größerer Serien interessant. Eigentlich, sagen die Trumpf-Experten, greifen Großserienhersteller meist auf Pressen zurück. Doch für jede kleine Anpassung an den Bauteilen muss auch am Werkzeug geschehen oder letzteres muss ganz neu gebaut werden. Weil die Stückzahlen einzelner Serien in vielen Bereichen der Industrie außerdem deutlich zurückgehen, sind solche Maßnahmen heute meist relativ teuer und zeitintensiv. Mit dem Laser gelingen die Umstellungen aber ohne Werkzeuganpassung oder -neubau und damit deutlich flexibler, einfacher, schneller und günstiger, verspricht Trumpf. Man hat die neue Anlage übrigens in Kooperation mit Siemens und dem Maschinenbauunternehmen Arku entwickelt. Mit Trumpf zeichne sich Siemens für die Steuerung und Arku für das Coil-System verantwortlich, wie es weiter heißt.

Laserbasierte Blechfertigung schlägt übliche Pressen

Im Vergleich zu herkömmlichen Pressen für die Blechbearbeitung reduzieren sich mit der neuen Laserblanking-Anlage die Bau- und Logistikkosten merklich. Weil man kein Werkzeug braucht, optimiert sich laut Trumpf die Materialausnutzung, die Montagekosten minimieren sich und wegen der bereits oben geschilderten Anpassungsfähigkeit steigt die Rentabilität in der Blechfertigung.

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Der Materialfluss im Vergleicht zu einer herkömmlichen 2D-Laserschneidmaschine veränderte Materialfluss verkürze die Taktzeiten und schaffe neue Automatisierungsmöglichkeiten mit Blick auf große Serien. Die Anlage ließe sich für jegliche Blechkonturen einsetzen. Die Blechteile lassen sich durch unterschiedliche Winkelanordnungen aller Konturen materialsparend Verschachteln. Ein Vorteil, den übliche Pressenlinien nicht bieten können, heißt es. Damit sollen sich bis zu 30 Prozent Material einsparen lassen. Die Anlage ist für den Dünnblechbereich ausgelegt und bearbeitet Blechdicken bis zu 4 Millimeter, je nach Coil-Breite aber auch bis zu 6 Millimeter, erklärt der Hersteller.

Nützliche Features unterstützen die Blechverarbeitung

Die Produktionsanlage ist vollautomatisiert, betont Trumpf. Beim Schneiden des Blechs sorgt dabei das neuartige Blechtransportsystem für einen vergleichsweise schnellen Materialdurchlauf. Auch nutzt die Anlage viele bekannte Funktionen von Trumpf: Beispielsweise sorgt „Smart Collision Prevention“ dafür, dass verkippte Blechteile den Laserschneidkopf nicht beschädigen. Und die Funktion „Highspeed Eco“ erhöht die Geschwindigkeit beim Schneidprozess. Die gesamte Anlage ließe sich vom Coil bis zur Ablage der Blechteile auf Paletten bequem von einem Bedienmodul aus überwachen und steuern. Die Entnahme- und die Ablagepositionen des Blechs werden automatisch programmiert und auf dem Bildschirm angezeigt. Das tragbare Bedienmodul lässt sich für Einrichtungs- und Servicezwecke an allen zentralen Punkten der Anlage nutzen.

Mit Roboter und zukunftsweisender Siemens-Sinumerik-One

Ein Roboter zum Entladen des Gesamtsystems entnimmt die Blechteile, wie es heißt, schnelle und zuverlässig. Die Trumpf-Software Trutops Boost berechnet dabei die Eingangsdaten für vorgefertigte Zyklen/Teileprogramme, die auf der Siemens-Sinumerik ablaufen. Der Anwender müsse sich deshalb nicht um spezifische Roboterbewegungen oder deren Programmierung kümmern – man komme als ohne Schulung respektive Vorkenntnisse aus.

Für die Steuerung der Entladung, die das Tragleistenband und den Roboter betrifft, kooperierte Trumpf, wie bereist erwähnt, mit Siemens. So fiel die Entscheidung für den Einsatz der CNC-Sinumerik-One, die vollständig im TIA-Portal integriert ist. Das TIA-Portal bilde den zentralen Bestandteil eines durchgängig digitalen Engineering-Prozesses. Mit den Daten aus dem Portal lässt sich per „Create MyVirtual Machine“ der digitale Zwilling der Automatisierung abbilden, betont Trumpf. Durch das digitale Abbild der Steuerung, des Maschinenverhaltens sowie der Kinematik, lässt sich die Anlage direkt aus dem TIA-Portal heraus virtuell testen und in Betrieb nehmen.

Die Sinumerik One ist laut Siemens das Kernelement für die globale Transformation der Werkzeugmaschinenindustrie und für eine zukunftssichere Fertigung in der zunehmend digitalisierten Industrie. Durch das nahtlose Zusammenspiel von virtuellem und realem Portfolio beschere diese Steuerung Maschinenbauern wie Trumpf deutlich verkürzte Markteinführungszeiten und Anwendern eine höhere Maschinenperformance, so Siemens.

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