Löten statt schweißen

Redakteur: MM

Verzinkte Stahlprofile brauchen dank des MIG-Lötens nicht nachbearbeitet zu werden. Mit dem MIG-Löten von verzinkten Feinblechen öffnen sich heute völlig neue Perspektiven für den Metallbau, wie das...

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Verzinkte Stahlprofile brauchen dank des MIG-Lötens nicht nachbearbeitet zu werdenMit dem MIG-Löten von verzinkten Feinblechen öffnen sich heute völlig neue Perspektiven für den Metallbau, wie das Beispiel eines Fenster- und Türenherstellers zeigt. Hier wurde der traditionelle Weg der Verarbeitung der Stahlprofile verlassen: Statt zuerst Schweißen und dann im zweiten Schritt verzinken, setzt man vielmehr konsequent auf MIG-Löten (Bild 1) der bereits verzinkten Profile. Das Verarbeiten von verzinkten Blechen ist heute unter dem Gesichtspunkt der Rostsicherheit ein Muss für die Noever Metallbau, Schramberg.Denn die Vorteile liegen auf der Hand: Zink schützt das Blech vor der direkten Einwirkung von Witterung und schädlichen Einflüssen wie Chemikalien. Außerdem wirkt Zink auf Stahlblechen kathodisch, das heißt, es schützt das darunter liegende Metall selbst bei kleinen Kratzern in der Zinkschicht. Selbst Schnittkanten an Blechen werden noch durch diese kathodische Wirkung geschützt.Für einen Fenster- und Türbauer stehen hohe Anforderungen an optisches Aussehen und Korrosionsbeständigkeit an erster Stelle. Die Qualität der Verbindungen, der bis zu 2 m langen Dünnbleche und Fassadenprofile mit den Stahlträgern wird darum bei Noever Metallbau viel Aufmerksamkeit gewidmet. Größtenteils werden RP-Rohre verwendet, die üblicherweise geschweißt wurden. Dabei gab es jedoch regelmäßig Probleme mit Rost, der früher oder später aus den montierten Rohren drang.Auch das Unterfangen, die einzelnen Teile zuerst zu schweißen und dann komplett verzinken zu lassen, ist nicht unproblematisch. Denn beim Verzinken ist Fingerspitzengefühl gefragt: Wenn dabei nicht vorsichtig vorgegangen wird, laufen die Profile mit Zink voll und anschließend lassen sich die Dichtungen kaum mehr einsetzen.Diese Probleme lassen sich mit MIG-Löten umgehen. So werden nun die bereits verzinkten Bleche gelötet. Dabei arbeitet man bei Noever mit 100% Argon als Schutzgas und einem Bronzedraht (CuSi3) als Schweißzusatz. Nachverzinken und Nachbearbeiten haben sich so auf ein Minimum reduziert und eine Nachkonservierung entfällt, was die Mehrkosten des Lötens mehr als aufwiegt. Zudem ist beim Löten von Tür- und Fensterprofilen die geringe Wärmeeinbringung sehr günstig, weil sich das Material nicht mehr durch die thermische Belastung verzieht.Zinkdämpfe machen Lichtbogen instabilDas MIG-Löten (oder auch Hochtemperatur-Lötverfahren) wird für das Verbinden von beschichteten Blechen eingesetzt, weil Schweißen hier nur bedingt möglich ist. Da Zink bereits ab etwa 900 °C verdampft, würde beim Schweißen eine ungeschützte Stelle rund um die Schweißnaht entstehen. Zudem wird der Lichtbogen durch die Zinkdämpfe sehr instabil, es gibt vermehrt Spritzer, Rissbildungen und Poren.Beim MIG-Löten hingegen werden als Lot grundsätzlich Drähte auf Kupfer- und Siliziumbasis mit niedrigem Schmelzpunkt von rund 1000 °C verwendet, wodurch die Wärmeeinbringung deutlich geringer ist. Der Grundwerkstoff wird nicht aufgeschmolzen und es verdampft nur wenig Zink. Die stoffschlüssige Verbindung der Werkstoffe kommt durch Diffusion zustande, der an der Anode stehende Lichtbogen aktiviert die Materialoberfläche. Auf Flussmittel kann beim MIG-Löten gänzlich verzichtet werden und als Schutzgas kommt meistens reines Argon zum Einsatz. Je nach Grundwerkstoff werden 1 bis 2% O2 oder CO2 beigegeben.Die Vorteile des MIG-Lötens sind:- Keine Korrosion der Schweißnaht; - Minimale Poren-, Riss- und Spritzerbildung; - Geringer Abbrand der Zinkbeschichtung im Schweißbereich; - Geringe Zerstörung der Beschichtung auf der Blechrückseite; - Niedrige Wärmeeinbringung und damit geringer Verzug; - Einfache Nachbearbeitung der Schweißnaht; - Gute Spaltüberbrückbarkeit.Dabei sind die Ansprüche bei Noever Metallbau an die Qualität der Lötverbindungen an den rund 2 mm dicken Blechen genauso hoch wie beim Schweißen: Neben der Korrosionsbeständigkeit zählt hier insbesondere die Belastbarkeit. Des weiteren ist die Dichtheit der Nähte ein Qualitätskriterium. Gelötete Profile und Fassadenteile, die im Außenbereich ständig der Witterung ausgesetzt sind, müssen teilweise wasserdicht sein, um eindringendes Regenwasser zu vermeiden. Auch hier kann die Löttechnik überzeugen. Eine Spaltüberbrückung von maximal 2 bis 3 mm ist ausreichend für die Verbindung der Tür-, Fenster- und Fassadenprofile.Schnelles Umstellen der Stromquelle auf das LötenDas MIG-Löten wird heute von digitalen Schweißanlagen wie der Saprom von der Lorch Schweißtechnik GmbH, Auenwald, einer Inverter-Puls-Arc-Anlage, sehr einfach unterstützt. Bei einer solchen Anlage sollte man Wert darauf legen, dass alle Einstellungen einfach auf Löten umzurüsten sind. So lässt sich die Saprom mit wenigen Handgriffen von Schweißen auf MIG-Löten umstellen.Zudem ermöglicht die Benutzerführung die Job-Voreinstellung der Schweißanlage. Spezifische Parameter wie Drahtdurchmesser, Schutzgaskombination oder Drahtfördergeschwindigkeit sind als Jobs in der Anlage gespeichert und lassen sich bei Bedarf wieder an einer Schaltwippe am Brenner abrufen. Statt langwieriger Einstellungsarbeiten für jede Schweißaufgabe, übernimmt die Elektronik diese Arbeit. Eine ideale Kennlinie für das MIG-Löten ist also bereits in der Anlage hinterlegt.Wichtig beim MIG-Löten ist ein stabiler Lichtbogen, besonders in den untersten Leistungsbereichen. Vorrausetzung dafür ist ein leistungsfähiger Transformator und eine intelligente Steuerung der Impulse. Dies stellt eine homogene Lötnaht sicher: Spritzer und größerer Abbrand der Zinkschicht lassen sich somit vermeiden. Zudem verfügt die Stromquelle über eine schnell reagierende Regulierung der Lichtbogenlänge. Dies ist beim MIG-Löten besonders wichtig, damit der Lichtbogen so kurz wie nur möglich gehalten werden kann.Die standardmäßige 4-Rollen-Vorschubeinheit (Bild 3) kann optional mit Vorschubrollen und Doppelnut für die weichen Drähte zum MIG-Löten, wie Kupfer und Bronze ausgestattet werden.

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