Routenzüge Lohnende (Routen-)Zugfahrt

Von Reinhard Irrgang

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Routenzüge haben sich in der Just-in-time-Fertigung und Kommissionierung, im E-Commerce und überall dort bewährt, wo Vorprodukte, Artikel und Waren just in time und in der richtigen Menge oder just in sequence an den korrekten Ort gebracht werden müssen. Sie bieten ein Höchstmaß an Flexibilität, verkürzen die Durchlaufzeiten und reduzieren Lagerbestände sowie Kosten.

Toyota Material Handling bietet ein breites Sortiment an Schleppern und Anhängern für Routenzüge an und arbeitet an automatisierten Routenzügen mittels FTS.
Toyota Material Handling bietet ein breites Sortiment an Schleppern und Anhängern für Routenzüge an und arbeitet an automatisierten Routenzügen mittels FTS.
(Bild: Toyota Material Handling )

Wie Timo Gläser, Experte für Schlepper und Routenzugsysteme bei Toyota Material Handling, betont, „gewinnt die Routenzuglogistik neben den bewährten Einsätzen in der Automobilindustrie in vielen Industriezweigen und Branchen immer mehr an Bedeutung“. So könne sich auch für kleine und mittelständische Betriebe, die bisher überwiegend Gabelstapler zum Transport von Materialien und Waren einsetzen, eine Umstellung auf Routenzüge lohnen. „Routenzüge gelten als wirtschaftlichste und sicherste Lösung für den innerbetrieblichen horizontalen Materialfluss“, betont Gläser. „Schlepper mit optimal bestückten Anhängern können eine Vielzahl an Ladungsträgern gleichzeitig transportieren. Die Umschlagleistung und das Transportvolumen sind deutlich höher und der Materialtransport wesentlich effizienter.“ Durch taktgenau getimte Routenzuglogistik lassen sich zudem Produktionsverzögerungen und -stillstände vermeiden und auch das innerbetriebliche Verkehrsaufkommen wird reduziert.

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Toyota Material Handling bietet ein breites Sortiment an Schleppern und Anhängern an. Alle Toyota- Schlepplösungen werden elektrisch angetrieben. „Ladungen von 0,8 bis zu 50 Tonnen lassen sich mit den leistungsstarken Elektromotoren leicht fortbewegen“, so Gläser. „Mit der„Toyota-T-Motion-Baureihe lässt sich für nahezu jeden Anwendungsfall die ideale Lösung finden“. Zudem wurde das Portfolio an Schlepplösungen durch Produkte von Simai erweitert. Das in Italien produzierende Unternehmen ist Teil von Toyota Material Handling Europe.

Routenzüge werden künftig autonomer

Laut Gläser wird „künftig der Automatisierungsgrad im Bereich der Routenzüge durch die neuen Möglichkeiten der Industrie 4.0 stark zunehmen. In ersten Projekten werden bereits FTS zur autarken Be- und Entladung von Ladungsträgern eingesetzt. Auch durch Robotik unterstützte Behälterwechsel- und Kommissioniervorgänge werden derzeit pilotiert, gerade hier ist in den nächsten Jahren von einer zunehmenden Automatisierung auszugehen.“ Zudem werden „autonome Lösungen eine weitere Steigerung der Flexibilität, Produktivität und Sicherheit mit sich bringen“.

Die neuen Anhängermodelle für den Linde Logistic Train bestehen aus dem LT-C mit C-Rahmen, dem LT-B mit Bügelrahmen sowie dem LT-BM mit Bügelrahmen und beweglichem Mittelsteg.

Die verbesserten Funktionen der Rahmen bieten noch mehr Sicherheit und Flexibilität. Neu ist der innovative und patentierte Hubprofilmechanismus für Bügelrahmen: Er ermöglicht den Transport unterschiedlichster Rollgestelle und bei entsprechender Auslegung auch das Anheben von Paletten ohne Ladungsträger, wenn diese beispielsweise mit einem Hubwagen im Anhänger platziert wurden. Der entgegen der Fahrtrichtung frei verschiebbare, optionale Mittelsteg erlaubt den Einsatz mehrerer und unterschiedlicher Gebindegrößen im selben Anhänger.

Optimal ausgestattete und vielseitig einsetzbare Anhänger

Highlight bei den C-Rahmen ist das System zur Stabilisierung der Gabelzinken. Die patentierte Lösung verhindert ein Durchhängen der Zinken auch bei höchstmöglichen Traglasten und gewährleistet damit einen sicheren Transport der Last. Hilfreich ist zudem der ergonomische Auswurfmechanismus: Löst der Bediener die Verriegelung per Fußschalter, wird die Last vom Gabelrücken weggedrückt und erleichtert das Herausziehen der Ladungsträger aus dem Anhänger.

Standardmäßig ist in allen Anhängermodellen eine mechanische Lastverriegelung eingebaut. Sobald ein Gebinde im Rahmen platziert ist, schließt sich die Verriegelung automatisch. Steigt der Bediener in den Schlepper ein, werden die Anhänger automatisch angehoben, verlässt er seinen Fahrerplatz, wird die Last abgesetzt.

Das neue Routenzugsystem von Clark geht gezielt auf die spezifischen Anforderungen von Industriekunden ein und ermöglicht Materialtransporte über längere Strecken sowie eine getaktete, effiziente, wirtschaftliche und äußerst flexible Materialversorgung. Der Routenzug ist als All-in-one-Lösung erhältlich. Er besteht aus dem Clark-Schlepper CTX40-70 mit einer Anhängelast von 4 beziehungsweise 7 Tonnen sowie aus den Anhängern CTR01 und CTR02.

Die kompakten Schlepper der CTX-Baureihe sind mit ihrer guten Manövrierfähigkeit die idealen Zugmaschinen für Routenzugsysteme. Sie verfügen über ein sehr gutes Durchzugsvermögen und mit ihren starken AC-Fahrmotoren mit 48 Volt über eine hohe Schubkraft. Der Fahrer kann von beiden Seiten leicht auf- und absteigen.

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Robuste und wendige Schlepper

Bis zu 20 Leistungsparameter sind beim CTX programmierbar, unter anderem Beschleunigung, Kriechgangfunktion und regenerative Bremsen. Mit Optionen wie der An-/Abkoppelhilfe lässt sich das Fahrzeug optimal an das jeweilige Anforderungsprofil anpassen.

Der als Single-U-Frame ausgelegte Anhänger CTR01 ist überwiegend für den Transport von Europaletten konzipiert. Er kann einen fahrbaren Trolley aufnehmen, auf dem Europaletten mit maximal 1.200 Kilogramm Zuladung transportiert werden können. Der Double-U-Frame-Anhänger CTR02 kann Europaletten und andere übliche Palettenarten aufnehmen. Über einen verschiebbaren Mittelträger kann der Betreiber zwischen einem 1.600 Millimeter × 1.000 Millimeter großen Trolley und einer Zuladung bis zu 1.600 Kilogramm oder zwei Trolleys mit je 800 Kilogramm Lastgewicht wählen.

Die Anhänger ermöglichen eine beidseitige ergonomische Beladung bis zu 1.400 Millimetern Gesamthöhe je Trolley. Per Einrastmechanismus sind die Trolleys sicher im Rahmen fixiert. Eine Wegfahrsperre verhindert ein Anfahren des Routenzugs bei abgesenktem Hub. Neben der serienmäßigen Anhängerkupplung ist auch eine mit Fernauslösung erhältlich, mit welcher der Schlepper weitere Anhänger automatisch an- und abkoppeln kann.

Autonome elektrische Lenkung

Die schlank und robust ausgelegten Anhänger machen den Routenzug äußerst kompakt und bieten dem Bediener eine gute Übersicht. Die elektrisch gelenkten Räder im hinteren Achsmodul garantieren die perfekte Spurtreue des Routenzugs, auf gerader Strecke wie auch bei Kurvenfahrten.

Der CTR01 beansprucht für eine 90-Grad-Kurve lediglich eine Gangbreite von 2.000 Millimetern, beim CTR02 sind 2.500 Millimeter erforderlich, die Gangbreiten für eine 180-Grad-Kurve betragen 4.500 beziehungsweise 5.500 Millimeter.

Herzstück des modularen Routenzugsystems ist die autonome elektrische Lenkung. Diese ist wartungsfrei und nutzt Sensorinformationen, die direkt an der Achse gemessen werden. Mechanische, hydraulische oder elektrische Lenkinformationen werden nicht über die Anhänger geleitet und müssen somit auch nicht bei der konstruktiven Gestaltung der Lastmodule berücksichtigt werden. Das modulare System ermöglicht eine freie Konfigurierbarkeit nahezu ohne konstruktive Einschränkungen.

Jungheinrich erweitert sein Portfolio um das Anhängersystem Liftliner, mit dem Routenzüge beidseitig be- und entladen werden können, und kooperiert hierfür künftig mit K. Hartwall. Das finnische Unternehmen ist ein weltweit tätiger Spezialist für Ladungsträger und verfügt über langjährige Expertise im Bereich der Logistiklösungen.

Innovatives Anhängersystem mit Neigetechnik

Bis zu acht Ladeeinheiten des Anhängersystems Liftliner lassen sich mit Jungheinrich-Elektroschleppern der EZS-Baureihen 1, 3 und 5 koppeln. „Das Routenzugsystem schafft eine innovative und effektive Schleppzuglösung mit unvergleichlich kompaktem Design“, so Matthias Maurin, Leiter des Produktsegments Schlepper bei Jungheinrich. Die patentierte Lenkung bietet einen engen Wenderadius und hohe Manövrierbarkeit. Hohe Sicherheit und Ergonomie während der Benutzung sind wesentliche Merkmale des Systems.

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Fördertechnik
Für sicheres Abwärtsfahren

Mit dem neuen, dreistufigen Assistenzsystem DSR von Still, das für Wagen und Schlepper eingesetzt wird, wird dem Fahrer das sichere Abwärtsfahren erleichtert.
Mit dem neuen, dreistufigen Assistenzsystem DSR von Still, das für Wagen und Schlepper eingesetzt wird, wird dem Fahrer das sichere Abwärtsfahren erleichtert.
(Bild: Still )

Die Descent Speed Regulation (DSR) von Still ist ein dreistufiges Assistenzsystem für Wagen und Schlepper, das dem Fahrer das sichere Abwärtsfahren erleichtert, gerade mit schweren Anhängelasten. Es reguliert, je nach Ausbaustufe manuell oder automatisch, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf einen Wert, der vor gefährlichen Situationen schützen kann. Still hat sich mit dem DSR beim diesjährigen Ifoy-Award beworben. Zudem hat der Hamburger Intralogistikspezialist sein Fahrzeugportfolio erweitert: mit den neuen Elektro- Schleppfahrzeugen LXT 120-350 mit Anhängelasten zwischen 12 und 35 Tonnen und den Elektrotransportern der Baureihe LXW 20-30 für 2 oder 3 Tonnen Zuladung auf der Transportfläche.

Mit der speziellen Neigetechnik des Liftliners können die Wagen beidseitig ergonomisch optimiert be- und entladen werden. Mit den so ausgerüsteten Routenzügen lässt sich eine flexible und effiziente Produktionsversorgung in Betrieben jeder Größe umsetzen. Auch im Logistik- und Versandsektor erweist sich die Lösung als vorteilhaft. „Die bedienerfreundliche, schlanke Lösung trägt zur Rationalisierung der Prozesse bei und senkt die Kosten signifikant“, so Maurin. „Mehrfachtransporte reduzieren Personal- und Fahrzeugeinsatz deutlich.“ Zudem senkt die Transportbündelung den Energieverbrauch, denn die Züge werden meist im „Milk-run-Verfahren“ betrieben, was Leerfahrten vermeidet.

Insgesamt stehen Kunden in Europa vier verschiedene Abmessungen des Liftliners zur Wahl, wobei Industrie- und Europaletten aufgenommen werden können und sich bis zu 1.000 Kilogramm schwere Ladeeinheiten transportieren lassen.

Zudem ermöglichen die Routenzüge die konsequente Weiterentwicklung zu vollautomatisierten Lösungen: Optional lassen sich die Liftliner auch vom Schlepper EZS 350a von Jungheinrich ziehen. ■

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