VDMA-Umfrage Maschinen- und Anlagenbau: Trotz Problemen optimistischer Blick nach vorn

Redakteur: Katharina Juschkat

Während das Jahr 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau oft in Verlusten endete, schaut die Branche optimistisch auf das laufende Jahr. Der VDMA warnt jedoch vor weiteren Rückschlägen.

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Auch wenn die Branche optimistisch nach vorn schaut, VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers warnt: „Grundsätzlich bleibt die Lage im Maschinenbau im laufenden Jahr äußerst labil und angespannt. Für eine Entwarnung ist es zu früh.“
Auch wenn die Branche optimistisch nach vorn schaut, VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers warnt: „Grundsätzlich bleibt die Lage im Maschinenbau im laufenden Jahr äußerst labil und angespannt. Für eine Entwarnung ist es zu früh.“
(Bild: Uwe Noelke / VDMA)

Vier von fünf Maschinen- und Anlagenbauer schlossen das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang ab – das traf allerdings weniger Unternehmen als im Sommer 2020 noch befürchtet. Die aktuelle VDMA-Blitzumfrage schaut auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zurück, befragt wurden 575 Mitgliedsunternehmen. Für das abgelaufene Jahr ziehen die Unternehmen eine gemischte Bilanz.

Der Anteil der Firmen, die ein Minus vermeiden konnten, ist immerhin seit September von 13 auf 21 Prozent angestiegen. Viele Unternehmen profitierten von der konjunkturellen Belebung im letzten Quartal. Etwa jedes sechste Unternehmen konnte damit das Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus zwischen null und zehn Prozent abschließen.

Unternehmen, die Umsatzrückgänge vermeldeten, wiesen geringere Verluste aus als im Sommer befürchtet, berichtet der VDMA: 42 Prozent der Unternehmen meldeten Umsatzeinbußen zwischen 10 und 30 Prozent – im Juli 2020 erwarteten noch über die Hälfte der Betriebe einen Umsatzrückgang in dieser Größenordnung.

Auftragslage wird besser, Maschinenbauer sind optimistisch

In den letzten Monaten hat sich die Auftragslage sukzessive verbessert. Aktuell berichten noch 14 Prozent der Unternehmen von gravierenden Auftragseinbußen – im September war dieser Wert noch doppelt so hoch. 39 Prozent der Befragten melden merkliche Einbußen im Ordereingang, 15 Prozent der Unternehmen dagegen sehen sich nun nicht mehr durch Auftragseinbußen oder Stornierungen beeinträchtigt, neun Prozentpunkte mehr als der Vergleichswert im September 2020.

Auch in die Zukunft blicken die Unternehmen optimistischer: Fast jedes vierte Unternehmen erwartet, dass sich die nachfrageseitige Entspannung fortsetzt. Dagegen erwarten 13 Prozent eine Verschärfung der Auftragslage.

„Die Zuversicht unter den Maschinen- und Anlagenbauern bezogen auf die Nachfrage ist beachtlich. Immerhin gibt es in vielen Ländern nach wie vor hohe Infektionsraten sowie Lockdowns und damit einhergehend eine große Verunsicherung“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. „Zudem fand die Befragung nach dem letzten Ministerpräsidententreffen mit der Bundeskanzlerin statt. Die dort vereinbarten Entscheidungen sowie die Verordnung des Arbeitsministers zum Homeoffice waren den Umfrageteilnehmern also bekannt.”

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Jedes fünfte Maschinenbauunternehmen baut Personal ab oder plant, das zu tun

Immer noch arbeiten fast die Hälfte der Unternehmen mit Kurzarbeit und Einstellungsstopps. Auch wenn die Kurzarbeit im Vergleich zum Vorjahr zurückging: Die Lage am Arbeitsmarkt ist nach wie vor angespannt. „Rund jedes fünfte Maschinenbauunternehmen – 22 Prozent – baut aktuell Personal ab oder plant dies in absehbarer Zeit“, betont Wiechers.

Eine große Sorge bleiben auch die Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen: Hier sind weiterhin 88 Prozent der Unternehmen beeinträchtigt. Auch die mangelnde Planbarkeit macht 79 Prozent zu schaffen. Und die Lieferketten sind wieder unter Druck: Im Herbst letzten Jahres meldeten nur ein von zehn Unternehmen Probleme mit der Lieferkette – inzwischen sind es wieder 20 Prozent.

Optimistisch für das Jahr 2021

Für das Jahr 2021 sind viele Unternehmen gleichwohl zuversichtlich, die Folgen der Pandemie Schritt für Schritt überwinden zu können. Etwa drei von vier Unternehmen rechnen mit einem Umsatzwachstum. Fast jedes zweite Unternehmen stuft ein Plus zwischen 0 und 10 Prozent als realistisch ein. Je 43 Prozent der Unternehmen erwarten Fortschritte insbesondere auf den Absatzmärkten China und Nordamerika. Auf dem Absatzmarkt China halten sogar weitere 14 Prozent der Unternehmen eine deutliche Verbesserung für möglich.

Eine negative Entwicklung erwarten die Maschinen- und Anlagenbauer dagegen bei den europäischen Absatzmärkten einschließlich Deutschland. Speziell in Deutschland erwarten 65 Prozent keine Veränderung zum Besseren.

VDMA warnt vor Rückschlägen Anfang 2021

Für die Mehrzahl der Maschinenbauunternehmen wird weder die Auslastung des Sachkapitals noch die der dort tätigen Menschen zufriedenstellend sein.

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers

Zwar fallen die Ergebnisse der Blitzumfrage positiver aus als im vergangenen Herbst, doch Wiechers warnt: „Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir speziell im ersten Quartal mit Rückschlägen rechnen müssen. Grundsätzlich bleibt die Lage im Maschinenbau im laufenden Jahr äußerst labil und angespannt. Für eine Entwarnung ist es zu früh.“ Der VDMA schätzt, dass das preisbereinigte Produktionsniveau 2021 immer noch rund zehn Prozent unter dem recht niedrigen Niveau des Jahres 2019 liegen wird.

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