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Tagungen

Massivumformer reagieren auf wichtige Trends

| Autor: Annedore Bose-Munde

In der Kaltumformtechnik gibt es zahlreiche Anwendungen für Werkzeuge mit PVD/CVD-Schichten, zum Beispiel Verzahnungen.
In der Kaltumformtechnik gibt es zahlreiche Anwendungen für Werkzeuge mit PVD/CVD-Schichten, zum Beispiel Verzahnungen. (Bild: Eifeler Werkzeuge GmbH)

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Bereits zum 32. Mal findet am 22. und 23. Februar in Düsseldorf das Jahrestreffen der Kaltmassivumformer statt, parallel dazu die 5. VDI-Fachtagung Warmmassivumformung. Auf beiden Veranstaltungen werden die Trends der jeweiligen Sparte dargestellt sowie Entwicklungen im Bereich Werkzeuge, Werkstoffe und Anlagentechnik.

Das Thema Industrie 4.0 und digitale Vernetzung ist einer der Schwerpunkte auf den beiden Umformtagungen. So wird Lukas Vey, Research Engineer bei der Kamax Automotive GmbH in Homberg (Ohm), über die Potenziale von vernetzten Prozessen sprechen, welche zur Schraubenproduktion nötig sind. „Durch die Digitalisierung und Vernetzung von Prozessen innerhalb der Massivumformung, werden Potenziale und Optimierungsmöglichkeiten eröffnet, welche bisweilen nicht vorhanden waren. Zusammenhängende Teilprozesse können durch bekannte Abhängigkeiten und Korrelationen optimiert werden, wodurch sich die Robustheit ganzheitlich erhöhen lässt“, erklärt Vey.

Möglichkeiten der Digitalisierung für mittelständische Werkzeugbauer

In seinem Vortrag wird er zum einen auf Möglichkeiten zur Sensorintegration in Massivumformprozesse eingehen, zum anderen wird er erläutern, welche Vernetzungschancen sich daraus ergeben. „Durch eine ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette können bislang unbekannte Zusammenhänge zwischen Prozessschritten aufgezeigt werden. Dieses Wissen führt dazu, dass nachhaltig Fehler vermieden, eine Optimierung von vorgelagerten Prozessparametern durchgeführt und schlussendlich die Produktivität gesteigert werden könnten“, benennt Vey die möglichen Einsparpotenziale.

Sich mit dem Thema Industrie 4.0 auseinanderzusetzen, erfordert einen gewissen Aufwand. Deshalb ist es gerade für kleine und mittelständische Unternehmen im Tagesgeschäft häufig schwierig, sich ausführlicher mit diesem Thema zu beschäftigen. In seinem Vortrag „Der Werkzeugbau und die Möglichkeiten mit Industrie 4.0“ wird Manuel Ludwig, Projektingenieur Forschung und Entwicklung bei der LS-Mechanik GmbH in Alsfeld, ausführen, warum es sich insbesondere in kleinen Unternehmen zukünftig lohnen kann, in den Bereich der Vernetzung und der Digitalisierung von Daten zu investieren. „Eine konsequente Vernetzung im Sinne von Industrie 4.0 kann aus der Sicht der LS-Mechanik langfristig zu Produktionszuwächsen führen. Besonders unternehmensinterne Prozesse und Abteilungen, wie zum Beispiel die Fertigung, die Logistik sowie das Qualitätsmanagement profitieren von den Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0. Ein Manko vieler Unternehmen ist allerdings, dass es bislang an der Möglichkeit fehlt, Daten überhaupt erfassen und verarbeiten zu können. Auch hier möchte ich Anregungen geben, wie man diese Thematik zukünftig umsetzen kann“, gibt Ludwig einen Ausblick.

Hydraulische Pressen in der Kaltmassivumformung

In Zeiten der Massenfertigung, in denen servomechanische Schmiedepressen für höchste Stückzahlen nachgefragt werden, steht die Frage im Raum, ob hydraulische Pressen noch zeitgemäß sind. „In meinem Vortrag lege ich den Fokus auf hydraulische Schmiedepressen und zeige, dass diese nach wie vor eine Lösung für einen weiten Anwendungsbereich darstellen“, sagt Frank Pierro, Vertrieb Massivumformung bei der Schuler Pressen GmbH in Waghäusel. „Durch die Flexibilität einer hydraulischen Presse kann diese für nahezu alle Anwendungen eingesetzt werden. Das reicht vom mehrstufigen Kaltfließpressen bis zu den großen multifunktionalen Pressen für Freiform- und Gesenkschmiedestücke“, so Pierro weiter. Die Schuler-Technologie „Efficient Hydraulic Forming“ biete dabei je nach Anwendungsfall ein Einsparpotenzial von 20 bis zu 60 % gegenüber herkömmlichen Hydraulikantrieben.

Den massiven Leichtbau mit neuen smarten Prozessen realisieren

Die Potenziale des massiven Leichtbaus wird Dr.-Ing. Michael Marré, Leiter Entwicklung und Innovation bei der Felss Systems GmbH in Königsbach-Stein, am Beispiel der Prozesskette Rundkneten und Pressen aufzeigen. Die Hauptanwendungen des Verfahrens finden sich im Automobilbau. Rundkneten ist die Schlüsseltechnologie, um Hohlwellen einbaufertig herzustellen und wird in Verbindung mit dem Axialformen beispielsweise zur Herstellung von Steckverzahnungen verwendet. Dadurch entstehen Leichtbaukomponenten für Antriebsstrang, Motor, Getriebe und Lenkung.

„Durch die Verwendung von hohlen statt massiven Bauteilen wird nicht nur Material eingespart, was die Herstellkosten senkt, sondern das geringere Gewicht der Bauteile führt außerdem zu einem reduzierten Kraftstoffverbrauch. Zusätzlich sorgen Umformverfahren wie Rundkneten und das Axialformen dafür, dass bei der Herstellung der Bauteile kein Abfall anfällt und zusätzlich Ressourcen geschont werden“, so Marré zur Bedeutung des Themas.

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