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Bearbeitungszentren

Material- und Werkstückvielfalt verlangt nach flexiblen Maschinen

| Autor/ Redakteur: Sabrina Heck / Mag. Victoria Sonnenberg

Die Bearbeitung von Prototypen über Klein- bis Großserien in unterschiedlichsten Materialien erfordert eine besondere Maschinenflexibilität. Für die Wettbewerbsfähigkeit nehmen Bearbeitungszentren, die beispielsweise sowohl Aluminium bearbeiten als auch Stahl schlichten können, eine Schlüsselfunktion ein.

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Bild 1: Testteil von Laro, das alle potenziellen Maschinenhersteller im Beschaffungsprozess nach vorgegebener Frässtrategie bearbeiten müssen. Nur wer die vorgegebene Oberflächenqualität erreicht, hat Chancen auf den Zuschlag.
Bild 1: Testteil von Laro, das alle potenziellen Maschinenhersteller im Beschaffungsprozess nach vorgegebener Frässtrategie bearbeiten müssen. Nur wer die vorgegebene Oberflächenqualität erreicht, hat Chancen auf den Zuschlag.
(Bild: Laro)

Man weiß nie, was als nächstes kommt“, so Elmar Müller, Geschäftsführer von Laro-NC Technik in Illmensee, „deshalb brauchen wir Maschinen, die nicht nur zuverlässig gute Qualität und Produktivität bringen, sondern vor allem auch flexibel für fünfachsige Bearbeitungen einsetzbar sind.“ Damit beschreibt Müller bereits eines der Hauptmerkmale, welche das 30-Mann-Unternehmen aus Oberschwaben auszeichnet: Es ist durch seinen Maschinenpark und sein Know-how äußerst flexibel und dadurch für eine Vielzahl verschiedener Bearbeitungsanforderungen gerüstet.

Fokus auf der Präzisionszerspanung von Großteilen

Der Name Handtmann spielt dabei eine nicht unbedeutende Rolle: zu drei bereits produzierenden Handtmann-Maschinen wird schon in Kürze eine vierte und damit die zweite HBZ Trunnion hinzukommen. Laro sieht in den Handtmann-Maschinen Bearbeitungszentren, die eben diese Anforderungen an Qualität, Produktivität und Flexibilität erfüllen.

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Nach Gründung im Jahr 2001 durch den Zusammenschluss der befreundeten Unternehmen Langer Group und Paul Rothmund Kunststoffverarbeitung sollte die Laro NC-Technik ihren Fokus von vornherein auf die Präzisionszerspanung von Großteilen legen. Das Unternehmen ist eine Tochterfirma der Langer Group, die heute 140 Mitarbeiter am Standort Illmensee beschäftigt und schon seit 1975 Know-how im Bereich Modellbau, Cubing, Werkzeug- und Formenbau, Prototypenbau, Anlagenbau, Prüfmittelbau sowie Serienfertigung von Spritzgießteilen für die Bereiche Automotive, Maschinenbau, Wasserenergie, Luftfahrt und Raumfahrt hat und ausbaut. Serie bedeutet hier Klein- bis Großserien; Einzelteile wie Freiformkomponenten, Werkzeuge, Modelle und Lehren als Prototypen gehören zum Kerngeschäft.

Laro ist heute bekannt für die Lohnfertigung anspruchsvoller Bauteile in einer großen Bandbreite an Werkstoffen, zu denen Aluminium, Stahl, Werkzeugstahl, Titan, Bronze, Kupfer, GFK und CFK sowie weitere Verbundstoffe zählen. Zu seiner Kernkompetenz zählt auch die Einzelstück-Großteilfertigung im Bereich Prüfcubing. Zur Überprüfung von Anbaukomponenten, wie beispielsweise elektrischer Fensterheber und Scheinwerfer, wird hierzu im Vorserienstadium die Rohkarosse künftiger Automodelle simuliert, indem die Karosserieteile aus Aluminiumvollmaterial gefertigt werden (Bild 1). Die Zerspanrate liegt hier oft bei 90 %. Auch aus diesem Grund setzt Laro laut Produktionsleiter Markus Meschenmoser auf „flexibel einsetzbare Hochleistungsbearbeitungszentren“ und schon seit ihrem Gründungsjahr 2001 auf die Maschinen der nahegelegenen Handtmann A-Punkt Automation GmbH in Baienfurt.

Flexibilität hinsichtlich des Werkstoffs damals wie heute entscheidend

Laro und Handtmann pflegen eine sehr lange und gute Kunden-Lieferanten-Beziehung: Das im Jahr 2001 gelieferte Handtmann-Universalbearbeitungszentrum UBZ NT war eine der ersten Maschinen im Laro-Maschinenpark. Damals stieß Elmar Müller, Geschäftsführer der Laro NC-Technik auf der Suche nach einem deutschen Maschinenhersteller auf Handtmann in Baienfurt und war sowohl von der Qualität als auch vom Preis überzeugt. Flexibilität in Sachen Werkstoff war damals schon genauso wichtig wie heute: Die neu zu beschaffende Maschine sollte Aluminium bearbeiten, aber auch Stahl schlichten können. Und die UBZ NT überzeugt noch heute in der Bearbeitung verschiedenster Bauteile.

Erst kürzlich wurden auf der UBZ NT Panels für die Raumfahrt bearbeitet. Einige Jahre später konnte Handtmann erneut punkten: Seit 2009 arbeitet der Zerspanungsspezialist mit einer UBZ HP 300/200 mit Palettenautomation. Mit insgesamt drei Paletten à 3 m × 2 m Größe wird die Maschine primär für die Bearbeitung von Großteilen eingesetzt, die über mehrere Stunden mannlos bearbeitet werden. Ausschlaggebende Kriterien für dieses Bearbeitungszentrum waren für Laro primär: Zerspanleistung, Flexibilität (Werkstoffe: Aluminium und Stahl), das große Werkzeugmagazin (insgesamt 250 Plätze) und die Palettierung. „Automation“, so Müller, „wird immer wichtiger. Anvisiertes Ziel ist inzwischen, dass Maschinen 24 h laufen und dass für Wochenenden beziehungsweise für die Nacht vorgerüstet werden kann. In diesem Thema unterscheiden sich die Hersteller und heben sich voneinander ab.“

Klare Auswahlkriterien bei der Maschinenbeschaffung

Der aktuelle Maschinenpark des oberschwäbischen Zerspanungsspezialisten besteht aus neun Maschinen; davon sind drei aus dem Hause Handtmann im Einsatz, wobei eine vierte noch im Jahr 2014 hinzukam. Auf eine einzige Marke festlegen wird sich Laro allerdings nicht: „Wir beschaffen das, was am besten passt.“ Bei der Maschinenbeschaffung verfolgt das Unternehmen eine Strategie mit klaren Auswahlkriterien, die es in einer Matrix erfasst und bewertet. Von mitunter höchster Gewichtung ist die Flexibilität, die eine Maschine im Hinblick auf die Bearbeitung verschiedener Werkstoffe ermöglicht, denn, wie Müller bezugnehmend auf zukünftige Aufträge bereits feststellte, weiß man nie, was als nächstes kommt.

Der Maschinenpark muss breit genug aufgestellt sein, um Lösungen für verschiedenste Anforderungen zu bieten, aber auch spezialisiert sein, um Zerspanungstechnik mit Premiumqualität liefern zu können. Dieser Spagat scheint der Laro NC-Technik ganz gut zu gelingen. Weitere Auswahlkriterien für Maschinen sind gute Ergonomie mit guter Zugänglichkeit und Rüstmöglichkeit, hohe Oberflächenqualität ohne Absätze und eine zuverlässige Maschine für die Fünf-Achs-Simultanbearbeitung komplexer Bauteile verschiedenster Werkstoffe. Die Servicereaktionszeit und -qualität sind ebenso hoch bewertete Kriterien, wobei der Zerspanungsspezialist in all diesen Punkten mit Handtmann sehr zufrieden ist.

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