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Rückblick 1. Anwendertreff Industriegetriebe

Mit dem richtigen Getriebe zum effizienten Antriebsstrang

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Standard-Getriebe modifizieren

In den Praxisforen, die sich den beiden Keynote-Vorträgen anschlossen, ging es einerseits um Getriebebauformen und deren Anwendungen, andererseits um Kriterien bei der Auswahl des passenden Getriebes für die individuelle Anwendung. Darko Lukic, Bereichsleiter der Getriebeentwicklung bei der Maxon Motor GmbH, empfahl beispielsweise, sich bei der Auswahl nicht auf Katalogparameter zu versteifen. Durch einfache Modifikationen des Getriebes seien oft schon deutliche Verbesserungen zu erreichen – sei es hinsichtlich erforderlicher Lasten, Laufeigenschaften oder der Geräuschsensibilität. Modifizierte Standardgetriebe in kleinerer Größe seien dann oftmals besser, als das nächst größere Katalog-Getriebe. Ob man überhaupt zukaufen sollte, oder das Getriebe gleich selbst konstruiert, beleuchtete Jürg Langhart, technischer Berater der Schweizer Kisssoft AG. Mit automatisierter Getriebevariantenberechnung könnten bereits in der Anfangsphase eines Projektes zahlreiche Konzepte berechnet und gleichzeitig auch die damit verbundenen Kosten ermittelt werden. Auch bei der Bewertung von Zukaufgetrieben könne Software unterstützen. Dies zeigte Langhart am Beispiel der Kisssoft-Software, die neben den Berechnungsprogrammen auch Bewertungsmethoden anbietet.

Parallel gab es Grundlagen zu Planeten- und Zykloidgetrieben zu hören sowie Einblicke in die Wirkungsgradoptimierung von Schneckengetrieben.

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Getriebe-Auslegung im Fokus

Am Nachmittag stand die Auslegung der Getriebe im Fokus. In zwei parallelen Foren ging es unter anderem um die Messung und Berechnung von Verlustanteilen in Getrieben und Ansätze, diese zu minimieren sowie darum, welche Vorteile der digitale Getriebezwilling bei der Auslegung bietet. Außerdem wurden unterschiedlichste Auslegungstools vorgestellt, die den Konstrukteuren den Arbeitsalltag erleichtern sollen, indem sie mit wenigen Klicks schnell zum richtigen und optimal ausgelegten Getriebe gelangen.

Dass neben der optimierten Auslegung auch neue Werkstoffe zur Leistungssteigerung eines Getriebes beitragen können, zeigte anschließend Gunther Weser, Geschäftsführender Gesellschafter „Technik und Vertrieb“ der GWJ Technology GmbH, auf. Genauer gesagt ging es um hochreinen Einsatzstahl, der die Dauerfestigkeit der Getriebekomponenten bei gleicher Abmessung deutlich erhöhen kann. Dazu brachte er konkrete Werte mit – nämlich eine um 30 % höhere Leistungsfähigkeit für die Flankentragfähigkeit und um 60 % höhere Festigkeit für die Zahnfußtragfähigkeit. Die Werte wurden mit Untersuchungen am Werkzeugmaschinenlabor WZL sowie am Lehrstuhl für Maschinenelemente – Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau an der TU München verifiziert.

Dynamische Simulation optimiert Produktentwicklungsprozess

Abschließend gab Dr.-Ing. Thomas Rosenlöcher von der TU Dresden einen Einblick in die dynamische Simulation, die bei der Dimensionierung von Getrieben bereits im Produktentwicklungsprozess unterstützen kann. Zur Veranschaulichung zeigte er anhand eines konkreten Projektes, welche Herausforderungen es bei der Dimensionierung eines Getriebes für den Antriebsstrang einer 5 MW Referenzwindenergieanlage gab. Ein Mehrkörpersystem-Simulationsmodell wurde aufgebaut und in das Gesamtmodell der Windenergieanlage implementiert. So konnten verschiedene Betriebsbedingungen simuliert werden. Die dynamische Simulation könne so auch für die konstruktive Ausführung und richtige Dimensionierung von industriell genutzten Getrieben genutzt werden und so den Produktentwicklungsprozess optimieren.

Ergänzt wurde der Anwendertreff Industriegetriebe von einer Ausstellung. Dort konnten die Teilnehmer Themen vertiefen und sich über aktuelle Produkte sowie Software zur Getriebeauslegung, Berechnung und Dimensionierung informieren. Zwischen den Teilnehmern, Referenten und Ausstellern herrschte ein reger Austausch.

Der nächste Anwendertreff Industriegetriebe findet im März 2020 statt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal www.konstruktionspraxis.de

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Redakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht