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ISO 50.001 Mit Energiemonitoring in der Produktion richtig sparen

Autor / Redakteur: Alexander Förster / Stéphane Itasse

Wie produzierende Unternehmen Energie effizienter nutzen und einsparen können, definiert die Norm ISO 50.001. Voraussetzung für das Energiemanagement ist jedoch eine systematische Erfassung des Energieverbrauchs und die Analyse der Einsparpotenziale. Immer mehr Unternehmen führen daher Energiemonitoringsysteme ein.

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Das Herzstück von Bergmann Automotive bildet eine leistungsfähige Gießerei für Schleuderguss – eine Anlage mit hohem Stromverbrauch.
Das Herzstück von Bergmann Automotive bildet eine leistungsfähige Gießerei für Schleuderguss – eine Anlage mit hohem Stromverbrauch.
(Bild: Siemens)

Energieeffizienz verbessern, Energiekosten reduzieren, Treibhausgasemissionen verringern und dadurch die Umwelt entlasten: Dies sind die Ziele der weltweit gültigen Norm ISO 50.001 für betriebliches Energiemanagement, in der auch die frühere europäische Norm EN 16.001 aufgegangen ist. Ansatzpunkt der ISO-Norm ist es, Organisationen und Unternehmen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur kontinuierlichen Verbesserung des unternehmensinternen Energieeinsatzes und zur nachhaltigen Optimierung der Energieeffizienz zu unterstützen.

Energiemonitoringsysteme als Schlüssel zum Erfolg

Das zentrale Werkzeug, um die in der Norm formulierten Ziele zu erreichen, sind Energiemonitoringsysteme. Sie ermöglichen es, softwaregestützt die Energieströme eines Unternehmens in allen Produktions- und Nebenanlagen detailliert zu erfassen, den Energieverbrauch zu analysieren und auszuwerten. Aus diesem Datenmaterial lassen sich dann im gesamten Unternehmen Einsparpotenziale bestimmen.

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Durch die Systematisierung energiesparender Maßnahmen ergeben sich wesentliche Vorteile für die Unternehmen:

  • Kosten reduzieren: Geringere Energiekosten mehren den Gewinn. In fast allen Betrieben – selbst in denen mit hohem Energiebewusstsein – finden sich Einsparpotenziale bei der Energienutzung. Vor allem lohnen sich Investitionen in energieeffiziente Technik, wie eine Studie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bereits 2010 feststellte: Bei einer durchschnittlichen Amortisationszeit von weniger als zwei Jahren können sie zu einer Senkung des Stromverbrauchs um 5 bis 30 % führen.
  • Größere Transparenz und Zuverlässigkeit: Ein systematisches Energiemanagement bietet neben der Optimierung der Energieeffizienz immer auch die Chance zu größerer Transparenz und Zuverlässigkeit der Energieversorgung und -auslastung. Digitale Messgeräte sowie die entsprechende Software zur Erfassung, Archivierung, Auswertung und Generierung von Kostenstellenberichten liefern die grundlegende Technik, damit Unternehmen nach ISO 50.001 energieeffizient und normgerecht arbeiten können.
  • Gesetzliche Erleichterungen schaffen zusätzliche Anreize: Energieintensive Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem vorweisen, können im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Härtefall- beziehungsweise Ausgleichsregelungen geltend machen. Seit 2013 ist ein überprüfbares Energiemanagementsystem nach ISO 50.001 zudem Voraussetzung für Energie- und Stromsteuerermäßigungen (zum Beispiel beim Spitzenausgleich). Zudem verspricht eine Zertifizierung nach ISO 50.001 Wettbewerbsvorteile auch auf europäischer Ebene: Ökologische Anforderungen werden bei Ausschreibungen aller Voraussicht nach eine immer größere Rolle einnehmen – der glaubhafte Nachweis einer nachhaltigen Energiepolitik eines Unternehmens wird damit umso wichtiger.

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