4-Achs-BAZ Mit neuen Maschinen die Wertschöpfung zurückholen

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Mit den 4-Achs-Bearbeitungszentren H 2000 und H 5000 von Heller holte Stadler Anlagenbau die teilweise outgesourcte Fertigung wieder zurück. Aktuell werden so vor Ort 60 Prozent mehr Bauteile gefertigt.

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Die Hauptzeiten wurden durch höhere Schnittwerte und neue Werkzeuge (Geometrien, Beschichtungen) messbar reduziert.
Die Hauptzeiten wurden durch höhere Schnittwerte und neue Werkzeuge (Geometrien, Beschichtungen) messbar reduziert.
(Bild: Heller)

Betagte Werkzeugmaschinen gehören nicht unbedingt zum alten Eisen. Wenn auf einem Bearbeitungszentrum aber 20 Jahre gefertigt wurde, ist es schon allein aus ökonomischer Sicht an der Zeit, sich neu zu orientieren. Deshalb hat sich Stadler aus Altshausen 2019 dazu entschlossen, in zwei neue Bearbeitungszentren zu investieren und die teilweise outgesourcte Fertigung wieder ins eigene Haus zu holen.

Mit der H 5000 inklusive einem 10-fach Palettenspeicher von Fastems werden Bauteile mit überwiegend großen Bohrungen und entsprechender Leistung (Power Cutting HSK-A 100 Getriebeeinheit mit 8.000 min-1, 43 kW und 822 Nm) bearbeitet. Die H 2000 dagegen setzt man mit einem Standard-Palettenwechsler und einer direkt angetriebenen HSK-A 63 Spindel (10.000 min-1, 38 kW, 242 Nm) ein. Andererseits, so Roland Fiesel, Meister mechanische Fertigung, bringen die Bearbeitungszentren Stückzeitenreduzierungen, die man so ursprünglich nicht geplant hatte.

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Wir haben uns bewusst wegen der möglichen Mehrfachspannung und dem optimalen Spänefall für die horizontale Bearbeitung entschieden. Eine Stückzeitberechnung war allerdings nicht Bestandteil unserer Anforderung. Umso erfreulicher ist es, dass wir beispielsweise bei einem Bauteil mit zahlreichen Bohrungen, die ausgespindelt werden, die Stückzeiten halbieren konnten.

Roland Fiesel, Meister mechanische Fertigung Stadler

Wesentlichen Anteil daran hat das Werkzeughandling. Bei der H 5000 ist das eine Span-zu-Span-Zeit von nur noch vier Sekunden. Die Rede ist von Wendeplattenbohrer zwischen 50 und 55 mm Durchmesser. Auch die Automatisierung trägt dazu bei, da Stadler jetzt mit acht Werkstücken in Mehrfachspannung auf die Maschine geht. Die Stückzeitreduzierung resultiert zudem auch aus den Hauptzeiten, da man mit den neuen Strategien und Schnittwerten deutlich schneller ist. Für diesen Quantensprung in der Stückzeitreduzierung wurde in Altshausen in neue Vorrichtungen und Werkzeuge investiert.

In der Summe ist man so mit den beiden Heller Bearbeitungszentren aktuell in der Lage, 60 Prozent mehr Bauteile zu fertigen. Selbst wenn man das mit den vorherigen Maschinen nicht vergleichen kann. Fakt ist, dass man bei Stadler damit enorme Ressourcen schaffen und die Wertschöpfung der Fremdvergabe wieder ins eigene Haus holen konnte. Fakten, die für Bruno Stützle, Leiter Fertigung und Prokurist von enormer Bedeutung sind.

Der Stadler Anlagenbau wächst kontinuierlich und baut immer mehr Anlagen. Zusätzlich fertigen wir jetzt noch die Bauteile, die früher fremd vergeben wurden. Nun sehen wir als Anlagenbauer unsere Kernkompetenz im Engineering. Durch diese Wertschöpfung im Haus und die damit auch verbundene Liefertreue stärkt das unsere mechanische Fertigung.

Bruno Stützle, Leiter Fertigung und Prokurist Stadler

In der mechanischen Fertigung produziert Stadler Serienprodukte für seine Standardmaschinen, und da nimmt auch das Ersatzteilgeschäft ständig zu. Deshalb rechnet man fest damit, dass am Standort künftig noch mehr produziert wird.

Vorurteile gegenüber Palettenspeicher haben sich nicht bestätigt

Bislang arbeitet man beim Stadler Anlagenbau nur einschichtig. Die Maschinen laufen mannlos maximal bis zu sechs Stunden in die zweite Schicht. Den Palettenspeicher von Fastems hatte man allerdings bei den ersten Gesprächen noch gar nicht auf dem Plan. Im Gegenteil, man war der Meinung, damit wäre die Anlage überdimensioniert. Heute sieht man das anders, denn die 10 Paletten sind komplett mit Vorrichtungen befüllt. Bei den beiden Bearbeitungszentren dagegen wurden keine Optionen gezogen. Die vorgegebenen Toleranzen von wenigen hundertstel Millimeter sind ohne Genauigkeitspaket problemlos erreichbar.

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