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Coronavirus Mitarbeiter in Quarantäne? Kosten erstatten lassen!

Autor: Melanie Krauß

Wird ein Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt, muss der Arbeitgeber sein Gehalt trotzdem für sechs Wochen weiterzahlen. Unternehmen können sich die Kosten jedoch von den Behörden erstatten lassen.

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Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, wird vorsichtshalber unter Quarantäne gestellt.
Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, wird vorsichtshalber unter Quarantäne gestellt.
(Bild: ©Robert Leßmann - stock.adobe.com)

Inzwischen kommt es immer häufiger vor, dass Personen als Schutzmaßnahme vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt werden. Sie dürfen ihre Wohnung nicht mehr verlassen und können somit auch nicht mehr zur Arbeit erscheinen. In diesem Fall müssen Betroffene unverzüglich ihren Arbeitgeber informieren.

Um ihr Gehalt müssen sie sich jedoch keine Sorgen machen: „Der Arbeitnehmer erhält bis zu 6 Wochen lang eine Entschädigung in Höhe seines regulären Gehaltes”, weiß Arbeitsrechtsexperte Volker Serth von der Wirtschaftskanzlei FPS. „Der Arbeitgeber ist zunächst wie auch im Krankheitsfall verpflichtet, das Arbeitsentgelt fortzuzahlen.“ Ab der siebten Woche hat der Beschäftigte dann Anspruch auf Krankengeld.

So bekommen Unternehmen ihr Geld zurück

Doch auch für die Unternehmen gibt es eine beruhigende Nachricht: „Der Arbeitgeber kann sich diese Zahlung von der zuständigen Behörde erstatten lassen“, so Serth weiter. Welche das ist, wird vom Landesrecht bestimmt. In den meisten Fällen ist es das Gesundheitssamt. Das Robert-Koch-Institut bietet auf seiner Webseite eine Suche an, mit der Unternehmen die für sie zuständige Behörde finden können: https://tools.rki.de/PLZTool/

Beim Antrag ist es wichtig, dass die Fristen eingehalten werden. Er muss spätestens drei Monate nach Ende der Quarantäne bei der Behörde eingegangen sein. Insbesondere für kleinere Unternehmen kann es jedoch kritisch sein, lange auf die Erstattung zu warten. In diesem Fall bieten die Behörden die Möglichkeit, einen Antrag auf die Bewilligung eines Vorschusses zu stellen. Unternehmen können so bereits im Vorfeld die voraussichtliche Höhe des Betrages erhalten.

Eine Quarantäne muss übrigens nicht immer zwingend bedeuten, dass ein Mitarbeiter nicht mehr weiterarbeiten kann. Sind die folgenden Voraussetzungen gegeben, kann das Unternehmen von seinem Beschäftigten weiterhin Arbeitsleistung erwarten:

  • Der Beschäftigte ist nicht krankgeschrieben, sondern befindet sich lediglich als Schutzmaßnahme in Quarantäne.
  • Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich auf Homeoffice geeinigt, beziehungsweise es gibt dazu eine ausdrückliche Vereinbarung im Arbeitsvertrag oder eine Betriebsvereinbarung.
  • Der Beschäftigte hat seine Arbeitsmittel zur Verfügung und kann von der Quarantäne aus arbeiten. Insbesondere bei Bürotätigkeiten, trifft das häufig zu - weniger jedoch bei der Arbeit an Maschinen.

Werden auch Selbstständige in Quarantäne entschädigt?

Auch Selbstständige und Freiberufler werden bei einer Quarantäne entschädigt. Die Höhe der Entschädigungssumme bemisst sich dabei nach den letzten Jahreseinnahmen, die dem Finanzamt gemeldet wurden. Voraussetzungen: Es muss sich um eine offizielle Quarantäne handeln, die von den Behörden angeordnet wurde. Außerdem wird von Selbstständigen erwartet, dass sie alles tun, um den Schaden möglichst gering zu halten. Dazu zählt auch, dass Arbeiten aus dem Homeoffice erledigt werden, soweit dies möglich ist.

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Über den Autor

 Melanie Krauß

Melanie Krauß

Redakteurin Management & IT und Karriere & Weiterbildung