Antriebe

Mobile Großrohr-Fertigungsanlage erfordert anspruchsvolle Antriebe

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Weil gerade bei großen Durchmessern die Schweißverbindung zwischen zwei Rohren die größte Schwachstelle darstellt, sind die Hersteller bemüht, möglichst lange Einheiten herzustellen. Diese lassen sich dann aber auf normalen Wegen nicht mehr transportieren. Ergo werden die Rohre – zum Beispiel für eine Meerwasser-Entsalzungsanlage im arabischen Raum – nach dem Extrudieren gleich verlegt.

Raupenabzüge ziehen kalibrierte Rohre aus der Vakuumkammer

Kuag gilt in der Produktionskette als weltweiter Technologieführer bei Nachfolgeeinheiten in der Rohrextrusion. Für den Sprung über die Zwei-Meter-Messlatte hat das oberösterreichische Unternehmen aus Pucking einen zweigeteilten Vakuumtank entwickelt, der ein stabiles und sicheres Anfahren in der Startphase ermöglicht. Dabei wird viel Rohmaterial verbraucht. Umso wichtiger ist es, durch frühzeitige Stabilisierung erhebliche Kosten zu sparen.

Mit sogenannten Raupenabzügen werden die kalibrierten Rohre aus der Vakuumkammer gezogen. Die Geschwindigkeit folgt dabei genau dem Extrudertempo. Für den ebenfalls neuen Raupenabzug RA 2200/14S HU verlässt sich Kuag weiterhin auf Servotechnik von Lenze. Die 14 genau miteinander synchronisierten Antriebsachsen liefern Abzugskräfte bis 300000 N bei Abzugsgeschwindigkeiten von 0,01 bis 1,23 m/min.

Raupenabzug besteht aus vier Einzelmodulen

Bisher war es ein Problem, die Abzugskraft rund um so ein Rohr präzise und vor allem materialschonend zu verteilen, weil in der Branche noch mit Zentralantrieben und Verteilergetrieben gearbeitet wurde. Die Probleme mit Schlupf waren sehr groß. Erst die Servotechnik brachte vor rund 13 Jahren den entscheidenden Sprung nach vorne. Letztlich ist die heutige Kuag-Lösung ein Gemeinschaftsprojekt mit Lenze gewesen. Auch nach mehr als einem Jahrzehnt hält die Partnerschaft, inklusive Schaltschrankbau, und hat jetzt zum größten mobilen Raupenabzug der Welt geführt.

Damit dieser innerhalb weniger Stunden montiert und demontiert ist, setzt ihn Kuag aus vier Einzelmodulen zusammen, die über Kupplungen miteinander verbunden sind. Jedes einzelne Modul lässt sich zudem bequem über Rollen verfahren. Hilfreich ist dabei nach Aussage von Kuag die durchgängige Stecktechnik, die die Kontaktierung der Technik so einfach und sicher macht.

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