Portalroboter

Multifunktionaler Portalroboter fertigt Fachwerkträger digital

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Besondere Herausforderungen des XXL-Portals

Bei der Güdel AG hat mit den Schnellwechselkupplungen bislang ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Selbst Kollisionen mit dem doch recht massiv ausgelegten Handgelenk des Portalroboters bei Vorschüben bis an die Stromgrenze überstehen die Module unbeschadet. Die besonderen Herausforderungen des XXL-Portals, wie die groß dimensionierten Werkzeugen, die hohe Anzahl an Medien und Signalen, die Wasserkühlung der Spindeln sowie die staubige Umgebung meistern die Kupplungen hervorragend. Gleiches gilt für die modular aufgebauten Großhubgreifer Schunk PHL, die zur Handhabung der Latten eingesetzt werden. Mit ihrer patentierten Vielzahnführung eignen sich diese Greifer gerade für das staubige Umfeld im Holzbau.

Im Vergleich zu konventionellen Großhubgreifern mit T-Nuten- oder Rundführungen erzielen die Schunk-PHL-Module deutlich mehr Leistung auf gleichem Raum. Ihr großer Hub zahlt sich vor allem bei der Handhabung unterschiedlicher Werkstückgrößen aus. Ein einzigartiges Programm mit 90 standardisierten Varianten stellt bei den Greifern sicher, dass Überdimensionierungen vermieden, der Druckluft- und Energieverbrauch minimiert und der Raumbedarf von Applikationen verringert werden können. Zudem lassen sich Länge und Hub individuell definieren.

Flexibel kombinierbare Arbeitsraum-Zonen des Portalroboters

Um den Produktionsprozess möglichst wirtschaftlich zu gestalten, ist der Arbeitsraum des Portalroboters in drei Zonen eingeteilt, die flexibel kombiniert werden können. So ist es möglich, parallel zum Roboter in einer oder zwei Zonen manuell zu arbeiten, um beispielsweise Rohre in Wandelemente einzubauen. Automatisierbare und manuelle Aufgaben lassen sich effizient kombinieren, ohne dass die einzelnen Module aufwendig transportiert werden müssen. Die einzelnen Arbeitsbereiche werden mittels Lichtschranken überwacht, so dass eine barrierefreie Kollaboration von Portalroboter und Menschen möglich ist. Wechselt der Roboter den Arbeitsbereich, so geschieht dies mit reduzierter Geschwindigkeit.

Ob freigeformte Holzfachwerkkonstruktion oder effizienter Modulbau: Mit dem Güdel-Portalroboter ist Erne in der Lage, unterschiedlichste Aufgaben wirtschaftlich und mit hoher geometrischer Präzision zu realisieren. Seit der Inbetriebnahme ist die Anzahl der Projekte mit hohem Kreativpotenzial regelrecht nach oben geschnellt. Das deckt sich mit früheren Erfahrungen. Immer wieder habe sich nach Angaben von Thomas Wehrle in der Vergangenheit gezeigt, dass ein höherer Automatisierungsgrad zu einem Wachstum des Unternehmens und zu einem Anstieg der Mitarbeiterzahl geführt habe. „Die Möglichkeiten, die uns die neue Anlage bietet, sind derart vielfältig, dass sich aus heutiger Sicht nicht einschätzen lässt, was wir künftig alles produzieren werden“, berichtet Wehrle. „Zumal wir aufgrund der Modulbauweise jederzeit in der Lage sind, den Roboter umzurüsten oder Erweiterungen vorzunehmen.“ Fest steht, dass gerade auch renommierte Architekturbüros begonnen haben, die Potenziale des Werkstoffs Holz neu zu definieren. Man darf gespannt sein, welche ästhetischen Meisterwerke aus dem natürlichen Material künftig bei Erne entstehen werden. MM

* Dipl.-Ing. (BA) Marcel Nagel leitet das Zentrale Produktmanagement der Schunk GmbH & Co. KG in 74348 Lauffen/Neckar, Tel. (0 71 33) 1 03 25 61, marcel.nagel@de.Schunk.com

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