Anbieter zum Thema
Entscheidender Schritt zur Etanorm kam in den 30er-Jahren
Dieses Meilenstein-Konzept hatte KSB bereits 1911 erdacht und in den Pumpen der Monos-Baureihe umgesetzt. Der entscheidende Schritt kam jedoch in den 30er-Jahren, als der junge Dr. Fritz Krisam, später KSB-Konstruktionsleiter, die einstufigen Kreiselpumpen ordnete und in einer Baureihe zusammenfasste.
Die so entstandenen Pumpen waren gekennzeichnet durch:
- ein am Lagerstuhl angeflanschtes Spiralgehäuse,
- einen tangentialen Druckstutzen und
- ein mit Saugdeckel verschlossenes Gehäuse.
Aufgrund ihres sehr guten Wirkungsgrades erhielt die Baureihe die Bezeichnung Eta, denn der griechische Buchstabe η steht in der Technik oft für den Wirkungsgrad. Die Markteinführung erfolgte 1935.
Anfang der 50er-Jahre konstruierte man die Baureihe neu. Das Hauptaugenmerk galt wieder dem Wirkungsgrad. Viele Kunden wünschten sich einen radialen Druckstutzen, was die Verrohrung und den Service für eine Pumpe deutlich vereinfachte.
Die nächste Generation der Eta-Pumpen kam 1968: Durch Standardisierungsbestrebungen in der Großchemie kam es zu einem Normvorhaben, das Wasserpumpen (Eta) und Chemiepumpen (CPK) umfasste. Schließlich wurden bei dem Vorhaben neben den Außenabmessungen auch die hydraulischen Leistungen der einzelnen Baugrößen genormt. Zur Zusammenfassung von Wasser- und Chemiepumpen kam es jedoch nicht. Als Konstruktionsprinzip standardisierte man die Back-pull-out-Lösung mit Lagerträger, bei der im Revisionsfall das Spiralgehäuse im Rohrleitungssystem bleiben kann. Ergebnis:
- DIN 24255 für Wasser mit 10 bar und
- DIN 24256 (ISO 2858) für Chemie mit 16 bar.
Zur Umsetzung der DIN 24255 führte KSB die Etanorm-Pumpe ein.
Etanorm setzt international Maßstäbe
In welchem Ausmaß KSB mit der Etanorm einen internationalen Meilenstein etabliert hatte, zeigt ein Beispiel aus späteren Jahren. Als 1975 Verhandlungen über eine Normpumpe stattfanden, fragte man auch die im damaligen Ostblock ansässigen Pumpenhersteller, ob sie sich nicht dieser Norm anschließen wollten. Auf einer Konferenz in Budapest stieß dieser Vorschlag jedoch auf Unverständnis: „Wir haben doch die Eta-Pumpe, wozu also normen?“ Schon vor 40 Jahren diente diese Baureihe bereits international als Vorbild. Natürlich konnte ein solcher Pumpenklassiker im Laufe der Jahre nicht stehen bleiben. In immer neuen Schritten hat KSB die Pumpen angepasst. Neue Marktanforderungen, neue Erkenntnisse aus Strömungslehre und Kavitationsforschung sowie aus Material- und Fertigungstechnik flossen ein.
(ID:42599741)