Industrieverpackungen Empfindliche Druckpackungen sicher zum Einbauort transportieren

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Druckpackungen sind zentrale Bauteile in Kolbenkompressoren. Sie sorgen dafür, dass Luft, Stickstoff, Wasserstoff oder Methan auch bei hohem Druck im System bleiben. Ein flexibles Wellpapp-System sichert beim Technologiekonzern Hoerbiger den stehenden Transport von 125 unterschiedlichen Varianten.

Das System besteht aus einem Unterteil, einem faltbaren Mittelteil und einem Oberteil, das die breitere Seite der Druckpackung (grau) abdeckt und diese nach oben hin fixiert.(Bild:  Antalis)
Das System besteht aus einem Unterteil, einem faltbaren Mittelteil und einem Oberteil, das die breitere Seite der Druckpackung (grau) abdeckt und diese nach oben hin fixiert.
(Bild: Antalis)

In Raffinerien, Chemieanlagen und anderen Verarbeitungsbetrieben geht kaum etwas ohne leistungsfähige Kompressoren, die Prozessgase auf hohe Drücke verdichten. Damit diese Gase sicher im System bleiben, kommen in Kolbenkompressoren sogenannte Druckpackungen zum Einsatz; diese Dichtelemente entscheiden häufig über die Anlagenverfügbarkeit. Ein absoluter Hochleistungsjob, müssen die hintereinander angeordneten Packungsringe die Kolbenstange doch selbst bei bis zu 300 bar und Zylindertemperaturen von -50 bis 300 Grad Celsius zuverlässig abdichten und außerdem Reibungs- und Verdichtungswärme ableiten. Die Packungsringe müssen dazu bei der Montage perfekt zueinander passen und bis zu ihrem Einbau unversehrt bleiben.

Wir hatten es mit einem typischen Fall aus der Prozessindustrie zu tun: hohe technische Anforderungen, viele Varianten und gleichzeitig der Wunsch nach einem einfachen, robusten System.

Patrick Steinwand, Verpackungsentwickler bei Antalis Verpackungen

Als sich Hoerbiger an Antalis wandte, entpuppte sich, was nach einer klassischen Verpackungsaufgabe klang, schnell als komplexes Engineering-Projekt: Die Druckpackungen liegen in 125 unterschiedlichen Größen und Varianten vor, mit stark variierenden Längen, Durchmessern und Gewichten von 10 bis 150 Kilogramm. Eine starre, auf einzelne Formteile zugeschnittene Lösung hätte nicht nur hohe Kosten verursacht, sondern auch jede spätere Produktänderung zum Problem gemacht.

Gleichmäßige Kraftableitung in die Konstruktion

Neben der Variantenvielfalt gab es weitere Rahmenbedingungen: Das Innenleben der Verpackung sollte als Einstofflösung ausgeführt sein, möglichst ressourcenschonend, leicht zu handhaben, modular aufbaubar und kosteneffizient. Dazu kam noch die Vorgabe, dass die neuen Einsätze in zwei vorgegebene Holzkistengrößen passen mussten, die bei Hoerbiger konzernweit im Einsatz sind. Aus logistischen Gründen durften diese nicht verändert werden.

Die Antalis-Lösung: Alle Elemente der entwickelten dreiteiligen Verpackung der Druckpackungen verfügen über gezahnte Aussparungen, die die Bauteile sicher aufnehmen und deren Kräfte gleichmäßig in die Konstruktion ableiten. Das Besondere: Jedes dieser Module gibt es in standardisierten Varianten mit unterschiedlichen Durchmessern der Aussparungen. Über die Kombination von Unterteil, Mittelteil und Deckel kann so für jede der 125 Druckpackungsgrößen eine passende Aufnahme gebildet werden. Verpackungsentwickler Steinwand: „Die flachen Zuschnitte sind schnell aufgebaut und bilden im Zusammenspiel mit der Holzkiste eine sehr robuste Gesamtkonstruktion.“

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