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Instandhaltung

Neue Dacharbeitsstände verringern Wartungszeiten deutlich

| Redakteur: Claudia Otto

Der Zugang zu den Dacharbeitsständen erfolgt über Variotreppen mit selbstschließenden Sicherungstüren. Die Stufen bleiben dabei stets waagerecht und ermöglichen einen sicheren Tritt. (Bild: Günzburger Steigtechnik)
Der Zugang zu den Dacharbeitsständen erfolgt über Variotreppen mit selbstschließenden Sicherungstüren. Die Stufen bleiben dabei stets waagerecht und ermöglichen einen sicheren Tritt. (Bild: Günzburger Steigtechnik)

Ein Eisenbahnverkehrsunternehmen aus Niedersachsen hat seine Werkstatt mit drei neuen Dacharbeitsständen ausgestattet und dadurch die Standzeiten der zu wartenden Lokomotiven und Triebwagen um mehr als die Hälfte gesenkt. Zudem ist dem Wartungsteam erstmals ein Arbeiten mit Spaltmaß null möglich.

Trotz einer Investitionssumme von mehr als 0,5 Mio. Euro profitiert der Betrieb Braunschweig der DB Regio AG Region Nord von den drei neuen Dacharbeitsständen in seiner Werkstatt. Wie der Hersteller, Günzburger Steigtechnik, mitteilt, sind die Laufsteganlagen mit einer Länge von 170 m beidseitig an drei Wartungsgleisen angebracht und ermöglichen dem Braunschweiger Wartungsteam erstmals ein Arbeiten mit Spaltmaß null. Ferner verringern sie die Standzeiten der zu wartenden Lokomotiven und Triebwagen um mehr als die Hälfte.

Dacharbeitsstände steigern Effektivität und Arbeitssicherheit

„Die neuen Dacharbeitsstände erhöhen nicht nur die Effektivität und die Arbeitssicherheit, sie revolutionieren vielmehr das Arbeiten in unserer Werkstatt“, sagt Bert Kiworra, Teamleiter Fahrzeugtechnik der DB-Regio-Werkstatt. „Bisher hatten wir einen 6 m langen Dacharbeitsstand, der auf der Gleislänge von 41 m verschoben werden musste. Bei einem anderen Dacharbeitsstand musste unser Mitarbeiter nur mit einer Laufkatze gesichert in die Höhe, sodass wir für diese Arbeiten nur höhentaugliches Personal einsetzen konnten“, erklärt er.

Mit den neuen Laufsteganlagen sei das Arbeiten auf und an dem Dach der Lokomotiven genauso sicher wie das Arbeiten am Boden. „Nun können wir alle Mitarbeiter in diesem Bereich einsetzen und wir haben mehr Freiheit bei der Schichteinteilung“, so der Teamleiter.

Dacharbeitsstände zwischen 15 und 50 m lang

Die drei Dacharbeitsstände bestehen aus insgesamt sechs Laufsteganlagen, die jeweils paarweise auf beiden Seiten der drei Wartungsgleise installiert sind. Die Dacharbeitsstände sind jeweils 50, 20 und 15 m lang. Auf beiden Seiten der Wartungsgleise sind die Plattformen der Laufsteganlagen 1000 mm breit, zudem lassen sich die Plattformen auf Knopfdruck um 500 mm horizontal erweitern. So ist die Abeitsfläche von 170 m² auf 255 m² erweiterbar.

Die Plattformhöhe liegt bei 3 m, mit einem Spindelhubelement mit Elektromotor ist sie innerhalb einer Minute auf 4 m ausfahrbar. „Das bringt uns eine ungeheure Flexibilität für die Zukunft, wir sind bereits jetzt für neue Fahrzeuge von künftigen Baureihen gerüstet“, sagt Kiworra.

Dacharbeitsstände ermöglichen Arbeiten mit Spaltmaß null

Wichtig war dem Teamleiter auch das Arbeiten mit Spaltmaß null. Damit können die Arbeitsplattformen direkt an die Außenhaut der Fahrzeuge heranfahren und dort andocken. Das erhöht die Arbeitssicherheit und die Effizienz, denn wenn es keinen Zwischenspalt mehr gibt, kann auch kein Werkzeug mehr nach unten fallen. Und die Mitarbeiter müssen nicht mehr in überstreckter Körperhaltung arbeiten.

Mit den elektrisch verstellbaren Anlagen kann jeder Höhenpunkt angefahren werden. Mit einem Steuerungsgerät kann ein einziger Mitarbeiter vom Boden aus oder auf der Arbeitsplattform stehend jede Anlagenseite verfahren.

Die Laufsteganlagen wurden am Firmensitz in Günzburg gefertigt. Den Angaben zufolge waren sie innerhalb einer Woche montiert, ohne dass die Wartungsarbeiten an den Lokomotiven und Triebwagen unterbrochen werden mussten.

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