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Neuer Kunststoff soll Energiewende beschleunigen

| Redakteur: Simone Käfer

Mit dem Bipolymere und dem passenden Generator soll die Industrie ihre Abwärme in Strom umwandeln können. Kostengünstiger und umweltfreundlicher als bisherige Lösungen.

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Das Bipolymer-Modul des Startups Poligy soll industrielle Abwärme in Strom umwandeln und dabei günstiger sein als bisherige Lösungen.
Das Bipolymer-Modul des Startups Poligy soll industrielle Abwärme in Strom umwandeln und dabei günstiger sein als bisherige Lösungen.
(Bild: Poligy)

Der von Wirtschaftschemiker Martin Huber entwickelten Kunststoff namens Bipolymer soll Energie für die Verbraucher und die Industrie deutlich günstiger machen. Laut Bundesumweltamt bleiben rund 45 % der industriellen Abwärme, die bei Produktionsprozessen anfällt, bisher ungenutzt. Das soll Hubers Erfindung ändern, indem die Bipolymere Wärme in Strom umwandeln – sowohl Sonnenwärme als auch Abwärme von Kraftwerken, Fabrikanlagen oder Rechenzentren. Um seine Technik zur Marktreife zu bringen, hat sich Huber mit dem Unternehmer Artur Steffen zusammengetan und das Startup Poligy gegründet.

Funktionsweise der Bipolymere

Die Bipolymere sind zweilagige Kunststoffstreifen, die bei Wärmekraftmaschinen und Solarmodulen ein Rad oder Band bilden. Durch Temperatureinflüsse verformen sich die Kunststoffstreifen, das Rad beziehungsweise Band kommt in Schwung und erzeugt über eine Generator Strom. „Bisher gibt es keine so preisgünstige Technik, die bei Temperaturen von 50 bis 200 °C aus Abwärme grünen Strom produzieren kann. Zudem lassen sich die Wärmekraftmaschinen und die Bipolymere in großen Mengen und preiswert herstellen“, erklärt Huber. Beispielsweise entstehen kaum Kosten bei der Produktion der Bipolymere, da die Produktionsanlagen zum einen bereits bestehen und zum anderen kaum Energie zur Produktion aufgewandt werden muss.

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Industrielle Abwärme nutzen und Geld sparen

Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur könnte die Industrie alleine in Deutschland durch das Vermeiden und Nutzen industrieller Abwärme jährlich rund 37 Mio. t klimaschädliches CO2 sowie 5 Mrd. Euro einsparen und ein Potenzial von 125 TWh Wärme erschließen. Laut einer Studie von Global Market Insights von Anfang 2019 wird sich der weltweite Abwärmemarkt von 2018 auf mehr als 80 Mrd. Dollar Umsatz im Jahr 2025 verdoppeln.. Für Deutschland rechnen die Marktforscher im Jahr 2025 mit einem Marktumsatz von 5 Mrd. Dollar.

Forschungsziel: Sonnenenergie unter 10 Cent/kWh

So sollen die Anschaffungskosten einer Bipolymer-Wärmekraftmaschine niedriger als die von Photovoltaik-Anlagen werden. Dazu forschen Huber und sein Team daran, dass die Bipolymer-Module in einem Strom, Warmwasser sowie Wärme produzieren und die produzierte Energie speichern können. Bei Photovoltaikanlagen hingegen müssen Verbraucher hierzu oft teure Zusatzsysteme wie spezielle Energiespeicher und Solarthermen zur Trinkwassererwärmung kaufen. „Zum anderen kann man die Bipolymere günstiger recyceln als Solarzellen”, verspricht Huber, „da die Bipolymer-Systeme keine Spuren giftiger Schwermetalle enthalten“.

Finanzierung von Forschung und Entwicklung

Seit Juli 2019 gibt Poligy digitale Wertpapiere auf Basis der Blockchain-Technik aus, um die Weiterentwicklung der Bipolymer-Systeme zur Marktreife finanzieren zu können. In die digitalen Wertpapiere, oder auch Security Tokens genannt, können qualifizierte Investoren und insbesondere Partner aus der Industrie investieren. Die technische und rechtliche Infrastruktur für die Ausgabe der digitalen Wertpapiere liefert das Fintech-Startup Cashlink. Die Ausgabe der digitalen Wertpapiere ist ein Pilotprojekt mit Startplatz, dem größten Startup Accelerator in NRW, zu dessen Alumni auch Poligy gehört.

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