Die Linearantriebe von Ortlieb basieren auf der Asca-Servospindel und kombinieren somit die Vorteile eines Planetengetriebes mit denen einer Linearspindel. Nun gibt es eine neue Baugröße, 75 kN Kraft bietet und so die Lücke zwischen 50 und 100 kN schließt.
Stefan Liehr ist Vertriebsingenieur Antriebstechnik und Leiter des Vertriebsinnendienstes bei Ortlieb. Er stellte die neue Serac-Elektrozylinder-Baureihe LHP vor.
(Bild: VCG/Häuslein)
Die Serac-Elektrozylinder der Ortlieb Präzisionssysteme GmbH aus Zell unter Aichelberg ermöglichen mehr Produktivität bei reduzierten Energiekosten im Vergleich zu anderen linearen Antriebssystemen – das verspricht zumindest der Hersteller. Das liegt vor allem an der in den Zylindern eingesetzten Asca-Servospindel, die ebenfalls im Unternehmen hergestellt wird. Basierend auf dem Funktionsprinzip einer Planetenwälzgewinde-Spindel (PWG) wandelt die Asca-Servospindel die Drehbewegung eines Motors in eine lineare Bewegung um.
Hintergrund
Die Planetenwälzgewindespindel entstand 1993 im DLR
Ausschlaggebend für die Entwicklung der Planetenwälzgewinde-Spindel (PWG) war das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Für einen ferngesteuerten Roboter für die D2-Mission waren zwei gegensätzliche Funktionen zu erfüllen: Der Antrieb des Robotergreifers sollte zugleich sehr elicht und kompakt sein, jedoch auch über eine hohe Kraftdichte verfügen. Bisherige Spindeln konnten diese Anforderungen nicht erfüllen. So entwickelte man beim DLR die PWG und ließ sie weltweit patentieren. Ortlieb erwarb in den 90er-Jahren das Patent, entwickelte die Spindel weiter zur Asca-Servospindel und brachte sie zur industriellen Reife, sodass bei Ortlieb im Jahr 2000 die Antriebstechnik mit ins Produktportfolio aufgenommen wurde. Mittlerweile macht dieser Bereich 25 Prozent des Umsatzes bei Ortlieb aus. Zukünftig soll die Antriebstechnik als stark wachsender Bereich noch weiter ausgebaut werden.
Laut Ortlieb liegt der große Vorteil der PWG gegenüber herkömmlichen Spindeln in der Kombination aus Gewindespindel und Planetengetriebe. Dadurch entsteht eine große Flexibilität wenn es um die Auslegemöglichkeiten geht. Zudem weisen sie einen sehr hohen Wirkungsgrad (bis zu 90 Prozent) und einen geringen Verschleiß auf. Durch die verschiedenen Rillen der Planetenrollen können PWGs kleine Gesamtsteigungen realisieren, ohne ein Rücksetzen der Planeten. Dazu sind nur wenige Bauteile notwendig. Das System besteht aus einer Spindel, einer Mutter und den einzelnen Planeten, die je nach Position in der Mutter unterschiedlich ausgeführt sind. Dank der neuen Servospindel PWG37 schließt Ortlieb nun die Lücke zwischen 50 und 100 kN und kann nun Servospindeln von 4,5 über 9, 12, 22, 30,50, 75, 100, 170, 210 bis 600 kN ab Steigungen von 0,56 mm anbieten. Auch Sonderanfertigungen sind möglich. Die neue PWG37 mit einem Durchmesser von 37 mm befindet sich aktuell im Testbetrieb bei einem OEM-Pressenhersteller.
Elektrische Antriebssysteme mit Nennkräften von 10 bis 100 kN
Dank der neuen Servospindel bietet Ortlieb nun auch einen neuen Serac-Elektrozylinder. Typ LHP75 weist eine Nennkraft von 75 kN auf. Auch hier schließt die neue Baugröße die Lücke zwischen 50 und 100 kN bei den kompletten Linearantrieben. Zugleich ist dieser Antrieb der erste Vertreter einer in Design und Konstruktion komplett überarbeiteten Baureihe. Die neuen LHP ersetzen die gesamte Baureihe LH. Laut Ortlieb profitieren Kunden von einer einfacheren Montage. Zudem können Anwender zukünftig auf einheitliche Hübe in 50-Millimeter-Schritten zurückgreifen. Der LHP75 ist bereits getestet und Teil des Ortlieb-Produktportfolios. Weitere Baugrößen befinden sich in der Prototypenphase (LHP10, LHP50 und LHP100). Typ LHP30 ist derzeit in der Entwicklung.
Die neuen Antriebe können auch für Arbeitsplätze mit entsprechenden Sicherheitsanforderungen standardmäßig mit einem redundaten Lineargebersystem für die Sicherheitskategorie SIL3/PLe ausgetattet werden. Alle Serac-Elektrozylinder LHP können mit Servoreglern verschiedenster Hersteller betrieben werden. Ortlieb bietet aber auch in Zusammenarbeit mit Keba Industrial Automation Komplettlösungen aus einer Hand. „Das Vorgehen ist bei Ortlieb immer dasselbe: Zunächst wird das Lastprofil der Anwendung bestimmt und die Spindel ausgelegt – immer mit dem Ziel, die richtig dimensionierte PWG zu finden, um so wiederum eine möglichst optimale und lange Lebensdauer zu erreichen“, erklärt Dirk Laubengeiger, Geschäftsführer der Ortlieb Präzisionssysteme GmbH & Co. KG.
Zudem sollen alle LHP-Typen zukünftig auch ohne Motor geliefert werden können. Über entsprechende Adapter kann der Kunde dann Antriebe seines Motor-Stammlieferanten mit den Ortlieb-Elektrozylindern verbinden.
Für Anwendungen mit begrenzter Einbaulänge hat Ortlieb ein Umlenkgetriebe konstruiert. Motor und Lineareinheit sind parallel zueinander angeordnet. Der Motor wird über einen Adapter am Getriebe befestigt. Bislang bauten die Serac-Antriebe aufgrund der axial angeflanschten Motoren relativ lang, was nun dank 180°-Umlenkgetriebe mit Riemenantrieb auch kompakter geht. Zunächst ist die Größe 75 für den Antrieb XHM75 verfügbar.
Lineare Antriebslösung mit Spanntechnik kombiniert
Kernkompetenz des 1911 gegründeten Unternehmens Ortlieb sind spanntechnische Lösungen für Werkzeug- und Werkstückspannung. Nach wie vor nimmt dieser Geschäftsbereich den größten Umsatzanteil an. Und auch hier gibt es Neuerungen. In der Vle42 kombiniert Ortlieb lineare Antriebslösungen mit Spanntechnik in einer stationären Spanneinheit. Sie erlaubt das elektrische Einspannen von Werkstücken – vor allem in der automatisierten Fertigung und Montage.
Vle42 dient zum Spannen von Standard-Spannköpfen (Größe 42/32) mit einer Kraft von bis zu 100 kN. Der Spannzustand wird durch ein optisches Feedback über verschieden farbige LEDs signalisiert. Dabei ist eine Kraftsteuerung und Kraftregelung möglich. So lässt sich beispielsweise die anliegende Spannkraft am Werkstück genau festlegen. Einsatzgebiet sind beispielsweise CNC-Fräszentren, automatisierte Montageplätze und halbautomatisierte Handarbeitsplätze.
Stand: 08.12.2025
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