Standort fraglich Chemieindustrie in Ostdeutschland fährt Investitionen zurück

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Aus der Chemie kommen viele Produkte, die unser tägliches Leben erleichtern und wichtig sind. Dennoch schwächelt das Vertrauen der Player im Osten ...

Ruf nach Entlasungen! In der Chemie- und Pharmalandschaft im Osten Deuschlands ist die Stimmung nicht gerade gut. Eine aktuelle VCI-Befragung der Branchen malt ein eher düsteres Bild mit nur wenigen hellen Bereichen, das auch die Leuna-Werke beinhaltet.(Bild:  Infraleuna GmbH)
Ruf nach Entlasungen! In der Chemie- und Pharmalandschaft im Osten Deuschlands ist die Stimmung nicht gerade gut. Eine aktuelle VCI-Befragung der Branchen malt ein eher düsteres Bild mit nur wenigen hellen Bereichen, das auch die Leuna-Werke beinhaltet.
(Bild: Infraleuna GmbH)

Egal, ob Düngemittel, Kunststoffe oder allgemeine chemische Grundsubstanzen – Die Chemieindustrie liefert wichtige Produkte für viele Bereiche des Alltags, die nicht mehr wegzudenken sind. Dennoch zeigte eine aktuelle Mitgliederumfrage des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), bei der rund 250 Chemie- und Pharmaunternehmen gefragt wurden, dass nun jedes zweite ostdeutsche Unternehmen seine Investitionen in Deutschland schon in diesem Jahr und 2027 zurückfahren will. Und über ein Drittel plane, Investitionen ganz oder zumindest teilweise ins Ausland zu verlagern. Für die regionale Auswertung wurden die Antworten von gut 20 Befragten aus Ostdeutschland gesondert betrachtet, wie es weiter heißt. Der VCI lässt aber nicht durchblicken, wer sich wie in puncto Investitionszukunft verhalten will oder wird.

Der Pharmaindustrie geht es besser

Die Ergebnisse passen jedenfalls zu Entwicklungen, die sich in Teilen der ostdeutschen Chemieindustrie bereits seit längerem abzeichnen, heißt es weiter. Der Düngemittelhersteller SKW Piesteritz warnt etwa davor, dass die besonders energieintensive Düngemittelproduktion in Deutschland wegen der noch immer hohen Energiepreise an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Auch in Leuna bleibt die Lage angespannt. Denn die als Auffanggesellschaft für die insolventen Domo-Werke gegründete Polyamid GmbH kämpfe nach ihrer eigenen Insolvenz weiter um eine langfristige Zukunft des Standorts. Aber nicht alle Teile der Chemiebranche sind gleichermaßen von der Krise betroffen. Vergleichsweise robust zeigt sich deshalb etwa die Pharmasparte. So kündigte das Unternehmen Merz jüngst an, über 100 Millionen Euro in seinen Standort Dessau-Roßlau zu investieren, wodurch rund 150 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Vertrauen in den Standort Deutschland wankt

Die unterschiedlichen Beispiele aus der Befragung des VCI spiegeln die Lage der Branche wider: Während einzelne Unternehmen investieren, sehen viele Betriebe hohe Hürden, die es zu nehmen gilt. Als größtes Investitionshemmnis kristallisierten sich in der Umfrage die hohen Kosten in Deutschland heraus. Neun von zehn bewerten sie als Bremse oder als stark negativen Einfluss auf die Geschäfte. Drei Viertel sehen auch die Energie- und Klimapolitik kritisch. Und lediglich jedes zehnte Unternehmen möchte seine Investitionen im Deutschland erhöhen. „Unsere Unternehmen verlieren nicht den Mut zu investieren – sie verlieren aber das Vertrauen in die Standortbedingungen“, kommentiert Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des VCI Nordost, die Lage. Um Investitionen in Deutschland zu halten, brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und wettbewerbsfähigere Energiepreise.

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