JEC Europe 2014 Pariser Faserverbund-Messe on Top

Autor / Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Goldgräberstimmung in der Stadt der Liebe: Die JEC-Europe-Veranstalter haben die bisher erfolgreichste Faserverbundwerkstoffmesse hinter sich gebracht. Zum einen ging das Konzept der JEC-Macher voll auf und zum anderen unterstützen die konjunkturellen Rahmenbedingungen das Event.

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Unter Dach und Fach Hun Kim, Director Business Support Division von Kctech und Frédérique Mutel, JEC Group-President & CEO, beim feierlichen Vertragsabschluss.
Unter Dach und Fach Hun Kim, Director Business Support Division von Kctech und Frédérique Mutel, JEC Group-President & CEO, beim feierlichen Vertragsabschluss.
(Bild: JEC Group)

Der allgemeine Aufschwung in der Verbundwerkstoffbranche hat laut Messeveranstalter JEC-Group die JEC Europe zu einem der dynamischsten Composite-Events der letzten Jahre gemacht. Die vergangene JEC habe den herrschenden Boom der Faserverbundwelt regelrecht fühlen lassen.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mit einer rekordverdächtigen Ausstellerbeteiligung, welche die 1200-er-Marke durchbrochen habe sowie Besucherzahlen von mehr als 32.000, die aus 88 Ländern angereist waren, habe sich die JEC Europe definitiv als das weltweit bedeutendste Event für die Verbundwerkstoffbranche etabliert; eine einzigartige FVK-Show, die sowohl die komplette Wertschöpfungskette als auch alle Anwendungsbereiche für Compositekomponenten abdeckt, wie es weiter heißt. 77 % der Aussteller kamen aus dem Ausland, wie die JEC-Group berichtet. Unter den Top-12 der nicht aus Frankreich stammenden Unternehmen findet sich Deutschland an erster Stelle, gefolgt von den USA. China belegt den dritten Platz und aus Italien stammt immerhin der viertgrößte Ausstelleranteil, noch vor Großbritannien und der Türkei.

Deutlich größere JEC-Ausstellungsfläche

Am Ende der Skala finden sich Spanien, Japan sowie Indien als das sprichwörtliche Schlusslicht. Der Löwenanteil in Sachen Branchenart fällt mit 29 % den Herstellern und Anbietern von Maschinen, Ausrüstung und Anlagen zu. 23 % der Aussteller kommen aus dem Bereich der Rohmaterialien wie Faseranbieter oder Polymerhersteller für die Matrixsysteme. Die Prozesstechnik wird von 19 % der Beteiligten Firmen vertreten und 17 % stammen aus dem Servicebereich. Der Rest verteilt sich auf Zulieferer und Zwischenprodukte.

Erstmals fand die JEC Europe auf einer Gesamtfläche von 54.400 m² statt, was einen Flächenzuwachs von etwa 8 % zum Jahr 2013 bedeutet. Ein besonderer Publikumsliebling sei der über zwei Ebenen mit Ausstellern versehene Pavillion 7 an der Porte de Versailles gewesen.

JEC Europe: Ein Dreh- und Angelplatz

Der allgemeine Aufschwung der Branche werde laut JEC-Experten dadurch begünstigt, dass zur Zeit drei international übergreifende Entwicklungstrends herrschen, die Composite-Anwendungen begünstigen:

  • Neue Anwendungen und ansprechendere Designs helfen, die Marktdurchdringung von Composites voran zu treiben;
  • Die Fertigungsmethoden für CFK- und GFK-Komponenten werden immer wettbewerbsfähiger im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren zur Herstellung von Teilen aus traditionellen Werkstoffen;
  • Länder mit starkem Wirtschaftswachstum setzen auf zukunftsweisende Verfahren und Materialien.

Diese Schönwetterlage in der Branche führt außerdem zu einer Reihe von erfolgversprechenden Voraussetzungen für den Start von Kooperationen und Projekten. Die Messe bildete deshalb auch den Rahmen für manch interessante Ankündigung und wichtige Transaktion, wie es heißt. So wurden auf der JEC Europe zahlreiche Vereinbarungen getroffen, wodurch sich die JEC Group einmal mehr als Stütze der gesamten Verbundwerkstoffbranche profiliert habe. Besonders hervorzuheben ist das zwischen der JEC Group und dem koreanischen Institute of Carbon Convergence Technology abgeschlossene Kooperationsabkommen über Networking-Möglichkeiten und den Informationsaustausch für koreanische Unternehmen auf JEC-Plattformen, insbesondere der JEC Asia in Singapur.

Zudem nutzten auch die Cluster Nano Mikro Werkstoffe Photonik aus Nordrhein-Westfalen und MAUD aus der französischen Region Nord-Pas-De-Calais die JEC-Dynamik und untermauerten ihre laufende Zusammenarbeit mit weiteren Vertragsabschlüssen. Weiterhin wurde während der JEC Europe 2014 eine Vereinbarung zwischen dem National Composite Center (NCC) der Universität von Nagoya, Japan, und dem CFK-Valley Stade e. V. aus Niedersachsen zur gemeinsamen Durchführung von F+E-Projekten und Entwicklung von Innovationen im Leichtbaubereich getroffen.

JEC führt Fachleute zusammen

Die Teilnehmerzahlen am Innovative Composites Summit, bei dem 39 Redner die neuesten Erfolge in der Forschung und Anwendung von Verbundwerkstoffen präsentierten, sind laut Veranstalter der beste Beweis für die Fülle von Ideen und Networking-Möglichkeiten, die eine solche Messe bietet. Darüber hinaus rückte das brandneue Format der JEC Innovation Awards-Zeremonie die 15 Gewinner aus 100 Bewerbern sowie ihre Partner ins Rampenlicht und ehrte sie mit Preisen für ihre herausragenden Verbundwerkstoff-Ideen. Die Preisträger waren unter anderem Hutchinson aus Frankreich, Die Universität von Twente aus den Niederlanden, das Fraunhofer-IPT aus Deutschland, Die Universität für angewandte Wissenschaft Rapperswil (Schweiz) mit ihren Partnern Rolls-Royce (England) und Facc (Österreich), Maruhachi und die Universität von Osaka aus Japan, Porsche, Saertex aus Deutschland mit der Universität Bremen und Motorola Mobility aus den USA mit den Projektpartnern Roctool aus Frankreich, Complan und Ju Teng International aus Taiwan.

Meetings am laufenden Band

Ferner punktete das JEC Business Meetings Program, das ausgewählte Käufer und Aussteller zusammenbringen sollte, mit nicht weniger als 600 Meetings während der 3 Messetage. Der zweite Automotive Composites Circle versammelte 60 der wichtigsten Stakeholder aus der Automobilbranche und kann daraufhin als Riesenerfolg gewertet werden, was die Pläne der JEC Group, dieses Spitzenereignis auf der vom 13. bis zum 15. Mai 2014 in Atlanta, USA, anstehenden JEC Americas zu wiederholen, nur bekräftigt hat, wie es heißt.Schließlich wurden auch zum ersten Mal zwei „Natural Fibers Tours“ veranstaltet, die speziell zu den Ständen der Aussteller führten, die bei der Hertellung von Verbundwerkstoffen auf natürliche Fasern spezialisiert sind. Der überwältigende Erfolg der diesjährigen JEC Europe hat laut JEC Group erneut bewiesen, dass die man der einzige qualifizierte Veranstalter ist, der Akademiker, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie Hersteller und Funktionäre aus der ganzen Welt mit konkreten kurz- und mittelfristigen Ergebnissen unter einem Dach zusammenbringen kann.

Nach der JEC ist vor der JEC: was gibts im nächsten Jahr?

Wie der Veranstalter sagt, will man bei der kommenden JEC Europe, die vom 10. bis 12.März 2015 die Tore geöffnet haben wird, den Pavillion 7 mit einer dritten Ebene versehen, um das Lieblingskind der Besucher noch attraktiver zu machen. Außerdem werden 50 Events und Konferenzen angeboten, die das globale Composite-Panorama abdecken werden.

Was die Möglichkeit zur Netzwerkbildung angeht, stellt die JEC Group rund 65 Kontakte am Tag in Aussicht, die sich zu einem Projekt oder Folgeauftrag entwickeln. Der Aufwand zu kommen lohne sich weil der Return on Investment durch kumulative Effekte besonders schnell erreicht sei. Kein Wunder, dass laut Ausstellerbilanz 96 % der austellenden Unternehmen mit der JEC Europe mehr als zufrieden sind. ■

* Weitere Informationen: JEC Group in 75116 Paris (Frankreich), Tel.: (00 33-58) 36 15-00,mutel@jeccomposites.com, www.jeccomposites.com

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