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Werkzeuge swiss made PB Swiss Tools: „Wir stehen vor ganz grossen Herausforderungen“

| Redakteur: Matthias Böhm

Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools, steht zu 100 % zum Produktionsstandort Schweiz. In kaum einem anderen Land sei das Qualitätsbewusstsein derart ausgeprägt wie in der Schweiz. Allerdings bedarf es im aktuellen Währungsklima erheblicher Anstrengungen, um am Werkplatz Schweiz wirtschaftlich zu agieren. Wie Eva Jaisli gemeinsam mit ihren 150 Mitarbeitenden das macht, erfahren Sie im Interview.

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«Nein, ganz klar nein. Wir halten am Produktionsstandort Schweiz fest. » Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools
«Nein, ganz klar nein. Wir halten am Produktionsstandort Schweiz fest. » Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools
(Bild: Thomas Entzeroth)

SMM: Wie viele Werkzeuge produzieren Sie täglich?

Eva Jaisli: 50 000 Werkzeuge verlassen täglich unser Werk, dank einer ausgeklügelten Logistik, die unsere Werkzeuge – handliche C-Artikel – in 70 Länder vertreibt. Wir setzen dabei auf starke, international agierende Partner, wie die Schweizer Fachhändler oder die Hoffmann Group in Deutschland.

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Wie bleibt man als Schweizer Unternehmen gegenüber dem Weltmarkt konkurrenzfähig?

E. Jaisli: Wir müssen immer eine Nasenlänge voraus sein. Der Anwender muss einen Mehrnutzen haben, wenn er unsere Werkzeuge einsetzt. Hier spielen die Qualitäts-, Design- und Werkstoffeigenschaften die überragende Rolle.

Wie erfahren Sie, ob Ihre Kunden mit Ihren Produkten zufrieden sind?

E. Jaisli: Wir führen regelmässig Endkundengespräche, bei denen wir ermitteln, was wir am bestehenden Sortiment verbessern und in Bezug auf neue Lösungen entwickeln können. Stimmt die neue Griff-Ergonomie mit den Erwartungen überein? Ist der Formschluss zu den Schrauben optimal? Hier gibt es je nach Qualität und Hersteller der Werkzeuge erhebliche Unterschiede im Angebot. Unser Produkt, und dies mag Sie jetzt vielleicht überraschen, ist ein Nischenprodukt.

Können Sie das erklären?

E. Jaisli: Es gibt weltweit etliche Hersteller von Handwerkzeugen. Aber im Bereich qualitativ hochwertiger Werkzeuge, in der obersten Qualitätsstufe, da gibt es nur ganz wenige Hersteller weltweit. Wir sind einer davon und der einzige mit dem Swiss-made-Label.

Das heisst, Sie müssen die Qualität hochhalten.

E. Jaisli: Wir müssen eine kompromisslose Schweizer Qualität produzieren. Das heisst, unsere Endanwender/-innen bekommen immer den gleich hohen Qualitätsstandard. Das ist entscheidend. Dafür müssen wir unsere Produktionsprozesse auf höchstem Niveau wirksam und wirtschaftlich gestalten, ständig überwachen und gegebenenfalls anpassen.

Können Sie das an einem Beispiel erläutern?

E. Jaisli: Das fängt bei der Eingangskontrolle des Stahls an, der nach einer eigenen Rezeptur für uns gefertigt wird. Jede Lieferung wird als Erstes einer Oberflächenkontrolle unterzogen. Anschliessend machen wir eine Spektralanalyse und Werkstoffprüfungen, bei denen wir die Anteile der Legierungselemente im Gefüge prüfen. Wenn hier Abweichungen ausserhalb unserer definierten Vorgaben vorhanden sind, nehmen wir die Lieferung nicht an.

Und welche Kriterien stehen bezüglich Qualität im Fokus?

E. Jaisli: Unser Claim «work with the best» fasst unser Versprechen für unübertroffene Qualität gut zusammen: Erstens spielt die Präzision eine entscheidende Rolle. Unsere Werkzeugspitzen sind exakt nach Toleranz-Vorgaben gefertigt und passen darum auch nach langjährigem und anspruchsvollem Gebrauch in die Schrauben. Mit gutem Gewissen versprechen wir nicht nur Präzision, sondern auch Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit. Mit der zeitlich unlimitierten Garantie stellen wir unsere besondere Qualität für alle 3000 Markenprodukte in unserem Sortiment unter Beweis.

Ist der Produktionsstandort Schweiz ein guter Standort, um Präzision, Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit zu garantieren?

E. Jaisli: Meiner Meinung nach wird nach diesen Werten in der Schweiz gelebt und gearbeitet. Die Schweiz setzt alles daran, dass Forschung und Entwicklung als auch Bildung so eingesetzt werden, dass diese drei Werte von Schweizer Unternehmen langfristig sehr hochgehalten werden können.

Denken Sie, das wird so bleiben?

E. Jaisli: Qualität setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Das Zusammenspiel von Unternehmen und öffentlicher Hand langfristig auf hohem Niveau zu halten, ist eine grosse Herausforderung. Wir haben in der Schweiz viel Erfahrung und Disziplin, das ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Alle Faktoren, die Qualität beeinflussen, müssen konsequent überwacht und optimiert werden: Die Ausbildung unserer Mitarbeitenden, die Technologie-, Werkstoff- und Organisationsentwicklung. Mit diesen Voraussetzungen werden wir auch in Zukunft unsere Wettbewerbsfähigkeit weiterentwickeln können.

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