Mikrozerspanung

Polygonspannfutter sorgen für Präzision in der Mikrozerspanung

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Verglichen mit mehrteiligen Futtern ist der Reinigungsaufwand zudem deutlich geringer. Um Verschmutzungen von außen auszuschließen, können die Schlitze an der Vorderseite der Aufnahmen auf Wunsch zusätzlich vulkanisiert werden.

Polygonförmige Aufnahmebohrung sorgt für kraftschlüssige Spannung

Die Polygonspanntechnik nutzt ein verblüffend einfaches Spannprinzip: Statt einer runden hat das Werkzeughaltersystem eine polygonförmige Aufnahmebohrung für das Werkzeug. Wird mit einer Spannvorrichtung von außen ein definierter Druck beaufschlagt, verformt sich die Aufnahmebohrung innerhalb des dauerelastischen Bereichs zu einem Zylinder.

Dieser Vorgang bewegt sich unterhalb der 0,2%-Dehngrenze, sodass Gefügeänderungen im Stahl ausgeschlossen sind. In diesem Zustand kann das Werkzeug leicht in den Halter gefügt werden. Anschließend wird der äußere Druck reduziert, der Innendurchmesser bewegt sich aufgrund der Materialelastizität in die ursprüngliche, polygonale Form zurück und das Werkzeug wird über die Eigenspannung des Stahls kraftschlüssig gespannt.

Polygonspannfutter ermöglichen genaue Ergebnisse beim Fräsen mit 30 µm Schneidendurchmesser

Das gilt selbst für kleinste Werkzeugdurchmesser ab 0,3 mm. Nach Aussage von Anwendern aus der präzisen Mikrozerspanung ist die Polygonspanntechnik das erste System, das beim Einsatz von Fräsern mit einem Schneidendurchmesser von 30 µm genaue Ergebnisse erzielt.

Für die Mikrozerspanung bietet Schunk drei Versionen mit Polygonspanntechnik an. Tribos-RM ist ein kompakter Werkzeughalter mit hoher Radialsteifigkeit. Die standardisierten Schnittstellen HSK-E 25, 32, 40, ISO 10 und HSK-A 40 sind besonders für kleine, dynamische Bearbeitungszentren geeignet. Der Werkzeughalter ist getestet für Drehzahlen bis 80.000 min-1 und spannt selbst kleinste Schaftdurchmesser zwischen 3 und 12 mm.

Aufgrund der fachwerkartigen Bauweise dämpft Tribos-RM Schwingungen und sorgt für lange Werkzeugstandzeiten. Sein präziser Rundlauf gewährleistet einen besonders gleichmäßigen Eingriff der Werkzeugschneide und damit eine hohe Oberflächengüte. Das zahlt sich besonders dann aus, wenn bereits beim Fräsen brillante Oberflächen erzielt werden müssen, beispielsweise weil Medizintechnikteile nicht poliert werden können.

Mini-Werkzeughalter für Durchmesser ab 0,3 mm

Die zweite Version ist Tribos-Mini. Dieser Werkzeughalter hat sich vor allem in der Medizin- und Elektrotechnik, in der Schmuck- und Uhrenindustrie sowie in der Feinmechanik und im Formenbau etabliert. In ihm lassen sich alle Werkzeugschäfte mit h6-Toleranz ab einem Durchmesser von 0,3 mm spannen.

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