Produktpiraterie Produktpiraten das Handwerk legen
Egal ob Ersatzteile, Einzelkomponenten oder ganze Maschinen – Produktpiraten kopieren alles. Mit hoher Innovationsgeschwindigkeit, technischen Maßnahmen sowie dem Anmelden und Durchsetzen von Schutzrechten wehren sich deutsche Hersteller gegen Plagiatoren.
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Alle 55 Menschen an Bord von Partnair Flug 394 kommen ums Leben. Am 8. September 1989 stürzt die Maschine auf ihrem Flug von Oslo nach Hamburg ab. Untersuchungen des Wracks ergeben, dass gefälschte Schrauben am Heck den Absturz verursacht haben.
Produktpiraterie gefährdet Menschenleben
Die norwegische Fluggesellschaft verschwindet daraufhin vom Markt. Plagiatoren missachten nicht nur Arbeits- und Umweltvorschriften, sondern begehen auch zahlreiche Verbrechen, die von Steuerdelikten über Kinderarbeit bis hin zu Mord reichen.
Auch der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist stark von Produktpiraterie betroffen, wie Marc Wiesner, VDMA, Frankfurt, Abteilung Recht, weiß: „Die Ergebnisse unserer regelmäßigen Mitgliederumfrage sind alarmierend: Zwei Drittel der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau geben an, Opfer von unzulässigen Nachbauten zu sein. Als Herkunftsland von Plagiaten wird mit Abstand von den meisten Unternehmen China benannt. Es folgen Deutschland, Italien, Taiwan, Indien und Südkorea“, so der Experte.
China auch bei Produktpiraterie vorn
Auch als Verbreitungsland führe China die Trefferliste mit großem Vorsprung an. Abgesehen von einzelnen weiter häufig genannten Ländern wie Deutschland, Indien oder den USA müssten viele Unternehmen aber auch feststellen, dass sich Plagiate in ganzen Länderregionen oder gar weltweit finden.
Die Betroffenheit der einzelnen Unternehmen schwankt laut Wiesner stark. „Bezogen auf den gesamten deutschen Maschinen- und Anlagenbau, haben wir 2008 den Schaden auf etwa 7 Mrd. Euro geschätzt“, sagt Wiesner.
Fälschungen kosten Originalhersteller weit mehr als Schutzrechte
Als eine der wichtigsten Gegenmaßnahmen empfiehlt sowohl der VDMA als auch Martin Herrmann, Wirtschaftsjurist bei der SEW-Eurodrive GmbH & Co. KG, Bruchsal, im Bereich Entwicklung/gewerblicher Rechtsschutz das Anmelden von Schutzrechten wie Patenten, Marken und Geschmacksmuster. „Gegen direkte Produktkopien haben sich zum Beispiel Geschmacksmuster als wirkungsvolles Werkzeug erwiesen. Diese Schutzrechte sind insbesondere dann geeignet, wenn die Nachahmer nicht nur die Technik kopieren, sondern auch das gesamte äußere Erscheinungsbild des Originalprodukts“, erklärt Herrmann.
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