Werkzeugvoreinstellung Rüstzeiten optimieren in der Drehteilefertigung

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Wer im heutigen Wettbewerb bestehen möchte, muss die Ressourcen und Kapazitäten optimal nutzen. Lange Rüstzeiten reduzieren die Produktivität, verschwenden Kapazitäten, verlängern

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Das speziell für die Drehteilefertigung entwickelte Mess- und Einstellgerät Hyperion erschließt laut Hersteller ein Einsparspotenzial bis zu 20%. Bild: Zoller
Das speziell für die Drehteilefertigung entwickelte Mess- und Einstellgerät Hyperion erschließt laut Hersteller ein Einsparspotenzial bis zu 20%. Bild: Zoller
( Archiv: Vogel Business Media )

Wer im heutigen Wettbewerb bestehen möchte, muss die Ressourcen und Kapazitäten optimal nutzen. Lange Rüstzeiten reduzieren die Produktivität, verschwenden Kapazitäten, verlängern die Durchlaufzeiten und machen die Produktion von kleinen Losgrößen unwirtschaftlich. Die Fähigkeit, Maschinen und Anlagen schnell umzurüsten, ist dabei ein entscheidender Faktor.

Unternehmen die systematisch und erfolgreich Rüstzeiten reduzieren, verschaffen sich dabei einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. In vielen Unternehmen gibt es bei der Werkzeugvorbereitung enorme Einsparpotenziale. Unter Berücksichtigung von Faktoren wie der Anzahl der Werkzeugwechsel und der dafür benötigten Zeit, der Berechnung des Maschinenstundensatzes sowie der Anzahl der eingesetzten Maschinen wird deutlich, dass eingestellte und gemessene Werkzeuge den Arbeitsprozess beschleunigen.

Einstellgerät in die Prozesskette integrieren

„Der Produktionsstandort Deutschland hat im internationalen Vergleich gravierende Nachteile. Vielfach sind die Stückkosten zu hoch. Dies hat zur Folge, dass Fertigungskapazitäten abgebaut werden“, erläutert Bernd Schwennig, Vertriebsingenieur der E. Zoller GmbH & Co. KG in Freiberg. „Um Stückkosten zu reduzieren dürfen die Werkzeugmaschinen nicht still stehen, schon gar nicht, um Werkzeuge einzustellen.“ Schwenning hält es deshalb erforderlich, ein Mess- und Einstellgerät in die Prozesskette zu integrieren.

Drehmaschinen machen in Kombination mit einem Mess- und Einstellgerät in der gleichen Zeit mehr Späne und somit erheblich mehr Teile. Der Vertriebsprofi widerlegt damit die These, dass ein Mess- und Einstellgeräte nur Geld kostet und keine Späne produziert. „Die beste, schnellste und modernste Bearbeitungsmaschine kann nicht ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten, wenn sie mit ungeeigneten, schlecht eingestellten Werkzeugen ausgestattet ist“, betont Schwennig. Durch korrekt eingestellte Werkzeuge reduzieren sich die Rüstzeiten nachhaltig. Gleichzeitig steige die Produktivität um mindestens 12,5% im Jahr.

Einstellgerät speziell für Drehteilfertigung

Speziell für die Bedürfnisse der Drehteilefertigung hat Zoller die Mess- und Einstellgeräte-Serie Hyperion im Programm. Durch die horizontale Anordnung des Messschlittens und der Werkzeugaufnahme lassen sich Werkzeuge für Ein- und Mehrspindeldrehautomaten bedienerfreundlich einstellen und vermessen. Die Mess- und Einstellgeräte sind auf ein universelles Wechseln von Werkzeugaufnahmen ausgelegt. So können laut Unternehmen beispielsweise Aufnahmen wie GA, GA-PP, HGH-UZ und Göltenbodt eingesetzt werden.

Je nach Größe der Werkzeugaufnahmen nimmt der Revolvertisch bis zu 16 Werkzeuge auf. Zusätzlich verfügt er über eine zweite Spannfunktion. Ein Beladen von vorne ist möglich. Durch die Abstützung in der Arbeitsstation ist der Revolvertisch auch für schwere Werkzeuge geeignet. Der Grundkörper des Gerätes besteht aus einer speziellen, ausgehärteten Leichtmetall-Legierung. Diese sorgt den Angaben zufolge für höhere Zugfestigkeit und bessere Wärmeleitfähigkeit. Darüber hinaus weist der Grundrahmen vielfältige, exakt berechnete Verstrebungen auf, die die Statik optimieren und Verwindungen minimieren.

Drehwerkzeuge auf Spitzenhöhe einstellen

Das Mess- und Einstellgerät verfügt zum Beispiel über die Möglichkeit, Drehwerkzeuge auf Spitzenhöhe einzustellen. Zur Werkzeugschneidenerfassung nutzt die Drehmittenmesseinrichtung eine zusätzliche schwenkbare CCD-Kamera. Dabei wird das Bild in Windows-Technik im Monitor dargestellt. Darüber hinaus ist der Mittenversatz mit den Cursortasten manuell exakt messbar. Eine korrekt eingestellte Spitzenhöhe bedeutet optimierte Werkzeugstandzeiten und geringere Werkzeugkosten.

Mit der Schneideninspektion wird die Qualität der Werkzeugschneide hinsichtlich Beschädigungen und Verschleiß im Auflicht geprüft. Die Auflichtmessungen können gespeichert und gedruckt werden. Die automatische Nullpunktüberwachung verhindert Maschinencrash und Ausschuss. Auf die Anwendung zugeschnitten, erschließen nach Auffassung des Herstellers clevere Werkzeugtechnologien und effizientes Tool-Management erhebliche Einsparpotentiale. Die Werkzeugversorgung lässt sich vollständig automatisieren, Kosten lassen sich eindeutig zuordnen.

Werkzeugverwaltungssoftware reduziert Kosten

Eine zusätzliche Kostensenkung wird erreicht durch die Kombination eines Mess- und Einstellgerätes mit der Betriebsmittelverwaltung Toolmanager, einer netzfähigen Werkzeugverwaltungs-Software, mit der außer Komplettwerkzeugen auch Einzelkomponenten und der gesamte Maschinenbestand verwaltet werden können. Diese Software gewährleistet die rechtzeitige Bereitstellung der Werkzeuge, zeigt den aktuellen Inventurbestand oder informiert über die Werkzeugkosten an den einzelnen Maschinen. Mit diesem Toolmanagement-System sind jährliche Einsparungen von 20000 Euro pro Maschine und Schicht möglich, verspricht Zoller.

E. Zoller GmbH & Co. KG, Tel. (0 71 41) 70 05-0

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