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Teilereinigung

Sauber heißt prozesssicher

| Autor: Stéphane Itasse

Funktionierende und saubere Produkte sind zwar für die Kunden eine Selbstverständlichkeit, die dahinter steckenden Abläufe sind aber alles andere als trivial. Um sichere Prozesse zu erreichen, sind mehrere Bausteine notwendig – die Teilereinigung ist einer davon und damit ein entscheidendes Glied in der Wertschöpfungskette.

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Damit Fräser ihre volle Leistung bringen können, müssen sie perfekt beschichtet sein. Die Prozesse dahinter erlauben dabei keine Fehler.
Damit Fräser ihre volle Leistung bringen können, müssen sie perfekt beschichtet sein. Die Prozesse dahinter erlauben dabei keine Fehler.
(Bild: Cemecon)

Bertram Haag denkt als Mitarbeiter bei Schaeffler in Millionenstückzahlen. Die Kundenanforderungen an den Herzogenauracher Automobilzulieferer sind hoch, Prozesse und Produkte müssen einwandfrei sein. Damit am Ende alles stimmt, darf die Teilereinigung auf keinen Fall vernachlässigt werden: „Sicherheitsrelevanz ist auch ein Thema der Bauteilsauberkeit vor dem Beschichten. Da schaut man doch lieber mehr als zwei Mal hin“, erläuterte Haag auf dem Workshop „Nasschemische Reinigung für das Beschichten – optimal beherrschen“ der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e.V. (EFDS) in Dresden.

Polare und unpolare Verschmutzung fordern bei der Teilereinigung heraus

Im ersten Schritt steht nach seinen Angaben das Bewerten der Vorverschmutzung: Ist sie polar oder unpolar? Und wie kann man sie abreinigen? „In einem großen Fertigungsbetrieb haben Sie meistens mehrere Arten der Verschmutzung nebeneinander vorliegen“, sagte Haag. Doch damit sei es noch nicht getan: Viele Öle und Fette seien oft additiviert und ließen sich deshalb nicht herkömmlich mit Lösungsmitteln lösen – nach einer Lösemittelreinigung würden salzige Rückstände verbleiben. Allerdings hätten auch andere Verfahren ihre Nachteile: „Die Ultraschallreinigung erfordert ein Tauchbad und ist deshalb von der Bauteilgröße her limitiert, für die Spritzreinigung muss der Zugang zum Bauteil von allen Seiten möglich sein“, erklärte der Schaeffler-Experte. Auch die Chemikalien im Prozess müssten aufeinander abgestimmt sein, beispielsweise führe die Reaktion von Waschmedium und Schleifemulsion zu Korrosion.

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Doch nicht nur die Automobilzulieferer müssen peinlich auf die Bauteilsauberkeit achten. Auch bei den Beschichtungen für Zerspanwerkzeuge sind alle Kontaminationen sehr störend, wie Dr. Christoph Schiffers, Sales Manager Europe bei der Cemecon AG, auf dem EFDS-Workshop berichtete. Tolerierbar seien nur Partikel, die das Schichtwachstum nicht stören, also mit einer Größe von maximal 0,5 μm. Und solche Partikel dürften nicht auf der Schneidkante des Werkzeugs liegen.

Verschmutzungen können überall auftreten und die Prozesskette stören

Verschmutzungen lauerten dabei überall. „Wenn Sie es geschafft haben, die Werkzeuge aus dem Chargiergestell in die Beschichtungskammer zu bringen, haben Sie 95 % der Arbeit geschafft“, sagte Schiffers. Wenn danach noch etwas schiefgehen sollte, merke man das dank der Unterstützung beispielsweise durch Sensoren. Die Beschichtung selbst laufe weitgehend mannlos. „Bei Cemecon arbeiten drei Personen in der Beschichtung, die anderen 97 handeln das Objekt – und da liegt das Problem“, bemerkte er. Der Dreck könne überall eingeschleppt werden, zum Beispiel auch über Halterungen.

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, MM MaschinenMarkt