Suchen

Smart Factory auf der Grindtec 2020 Schneidwerkzeug-Herstellung mit „Lights out“-Prinzip und mehr

| Autor/ Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Das „Lights out“-Prinzip ist die mannlose Fertigung. Mit technischen Know-how sowie digitalen und vernetzten Systemen ergeben sich viele Anwendervorteile. Anca demonstriert das auf der Grindtec in Halle 7 am Stand 7045.

Firmen zum Thema

Modulartig aufgebaut ist der Weg in die Smart Factory, den Anca sich überlegt hat. Hier das Aufbauprinzip. Das kann man auf der Grindtec 2020 in Halle 7 am Stand 7045 übrigens hautnah erleben.
Modulartig aufgebaut ist der Weg in die Smart Factory, den Anca sich überlegt hat. Hier das Aufbauprinzip. Das kann man auf der Grindtec 2020 in Halle 7 am Stand 7045 übrigens hautnah erleben.
(Bild: Anca)

Die Rahmenbedingungen für die Hersteller von Schneidwerkzeugen verändern sich, wie Anca registriert. Big Data Analytics und vernetzte Technologien gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Die technischen Veränderungen werden jedoch nicht über Nacht eintreten, meint das Unternehmen.

Anca begleite seine Kunden deshalb seit fast 50 Jahren auf dem Weg zur Smart Factory. Bei jeder technischen Weiterentwicklung und Veränderung, die von Anca eingeführt wurde und wird, standen respektive stehen die Experten des Unternehmens unterstützend zur Seite, heißt es. Genauer gesagt, zieht sich der Innovationfaden von der 3D-Simulationssoftware Laserplus, über ein In-Prozess-Messsystem, bis hin zum System Roboteach, einer Software mit der Roboterlader einfach programmiert werden können, zählt Anca auf. Und die sogenannte „Lights-out“-Fertigung, also die mannlose Produktion, ermöglicht den Schneidwerkzeug-Herstellern heute bereits zahlreiche Vorteile, verspricht Anca.

Bildergalerie

Halbierte Produktionskosten winken

Um etwa in Hochlohnländern, wie der Schweiz wettbewerbsfähig zu bleiben, suchte der Schweizer Werkzeughersteller Fraisa nach einer Maschine, die mehrere Gewindebohrertypen insgesamt 50 Stunden lang unbemannt schleifen kann. Das Ziel war es, mit solch einem System die Produktionskosten um 50 % zu senken. „Weil es keine adäquate Lösung am Markt gab und Fraisa bereits in der Vergangenheit mit uns zusammengearbeitet hatte, wandten sie sich wieder an uns, um die erforderliche Technologie eben zu entwickeln”, erinnert sich Amelinda Ilardi, bei Anca Engineering Project Manager.

50 Stunden mannlos und präzise schleifen

Die Entscheidung hat Früchte getragen, heißt es weiter. Die Maschine kann nicht nur 50 Stunden unbemannt laufen, sie ist auch vollständig vernetzt und mit dem ERP-System von Fraisa verbunden, um die Effizienz zu steigern und zuverlässige Produktionsdaten zu gewinnen, erklärt Ilardi. Die „Lights out“-Fertigung reduziert den Material- und Zeitverlust durch 3D-Simulation, die Schleifleistung wird aufgrund von datengestützten Entscheidungen erhöht, sie erlaubt den Einsatz leicht programmierbarer, günstiger Roboter und aufgrund der In-Prozess-Messung erhöht sich die Präzision der Ergebnisse drastisch, zählt Anca auf.

Die für Fraisa entwickelte Maschine könne mit dem UMATI-kompatiblen Redax-Produkt von Anca außerdem ferngesteuert werden und sende dabei automatisch Benachrichtigungen, um die Remote-Mitarbeiter von Fraisa über den Fortschritt der Maschine sowie über alle Probleme oder Fehler, die behoben werden müssten, auf dem Laufenden zu halten.

Und weitere Highlights finden sich in Augsburg:

Speziell der Spannzangenwechsel auf den Schleifmaschinen des Typs FX7 ist eine neue Funktion, die die Vielseitigkeit und Produktivität beim Nachschleifen von gemischten Serien signifikant erhöht, sagt Anca. Gemischte Werkzeugchargen könnten damit unbeaufsichtigt bearbeitet werden. Die günstige Lösung für das Schärfen gemischter Losgrößen auf der FX-Maschinenplattform der Einstiegsklasse spielt ihr Potenzial auch aufgrund von Softwareverbesserungen aus, heißt es weiter.

Auch erweitere Anca das Angebot für die automatische Werkzeugbeladung von gemischten Losgrößen – vom Nachschleifen kleiner gemischter Losgrößen mit dem Anca-AR3000 über die Spannzangenbeladung bis hin zu groß angelegten Nachschleiflösungen mit RFID-Workflow, wie Anca beschreibt.

Leichter zur komplexen Werkzeuggeometrie

Toolroom RN34 ist laut Anca ein speziell für die Luft- und Raumfahrt, den Formenbau und die Energieerzeugung entwickeltes Softwarepaket, das eine leichtere und intuitive Erstellung komplexer Schaftfräsergeometrien erlaubt. Weitere Features der Software sind neue Funktionen zum Ausschleifen von Taschen für PKD-Einsätze, eine Designer-Schneide, Lollipop-Fräser, Schutz für Schleifdateien und andere Verbesserungen in der Profilsoftware und weitere Tool Typen.

Everybody's darling Wälzschälen

Nicht zuletzt steige die Beliebtheit von Wälzschälanwendungen steigt weiter: hauptsächlich durch den Bedarf an hochwertigen Innenzahnrädern für die Elektromobilität. Als Reaktion auf den Markt baut die GCX Linear von ANCA auf den besten Aspekten der bewährten Technologie von ANCA auf, um eine speziell entwickelte Lösung für die Herstellung und das Schärfen von Wälzschälrädern anzubieten. Als Fünf-Achsen-CNC-Schleifmaschine mit LinX-Linearmotortechnologie auf den X-, Y- und Z-Achsen verfügt die GCX Linear auch über Funktionen, die speziell für das Schleifen von Wälzschälwerkzeugen entwickelt wurden. MM

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46285588)