Inbetriebnahme in Rekordzeit, kontinuierliche Verbesserung und vernetzte Standorte: Engelbert Strauss treibt die Digitalisierung mit „K.Motion DOM“ und einem digitalen Zwilling voran.
Im hessischen Schlüchtern sind in der CI Factory bei Engelbert Strauss 28 Ware-zum-Mann-Kommissionierarbeitsplatz – vielmehr müsste es hier heißen: „Ware-zur-Frau“ – im Einsatz.
(Bild: engelbert strauss GmbH & Co. KG)
Als Europas führender Hersteller von Berufsbekleidung digitalisiert Engelbert Strauss seine gesamte Logistik mit Konsequenz, Tempo und Weitsicht. Ziel ist ein komplett integrierter digitaler Prozess vom Bestelleingang bis zum Eintreffen der Ware beim Kunden. Das zentrale Glied dieser Kette bildet die 2020 in Betrieb genommene CI-Factory – eine moderne Produktionsstätte für individuelle Firmenbekleidung und ein Logistikdrehkreuz mit rund 1 Million Lagerplätzen und einem Output von 4.000 Paketen pro Stunde, bis zu 50.000 pro Tag. Ausgehend von der in Rekordzeit errichteten und preisgekrönten Anlage werden nun sukzessive weitere Logistikstandorte in die Bestandsführung und Auftragsverwaltung integriert und das gesamte System kontinuierlich weiter optimiert.
Rekordverdächtige Realisierung
In dieser Erfolgsgeschichte spielen ein digitaler Zwilling und das Distributed Order Management über „K.Motion DOM“ die Hauptrollen. Damit, und mit der Unterstützung von Körber, konnte Strauss 2020 seine hochgradig automatisierte Anlage mit einem automatischen Kleinteilelager (AKL, 20 Gassen), einem Shuttlelager (16 Gassen, 430 Fahrzeuge) und 28 Ware-zum-Mann-(WZM-)Kommissionierplätzen in Betrieb nehmen – nach nur rund zwei Jahren Bauzeit. Die Anlage war von Anfang an uneingeschränkt produktiv, die Phase der Inbetriebnahme konnte auf ein Minimum reduziert werden. Das war möglich, weil die Kette Lagerverwaltungs- und Materialflussrechner – „K.Motion WMS“ und WCS – und die Schnittstellen zur technischen Ebene zu diesem Zeitpunkt bereits ausgetestet, die Arbeitsplätze vorparametriert waren.
Quasi-Betrieb noch vor dem Richtfest
Zeitgleich mit dem ersten Spatenstich hatten die Arbeiten am digitalen Zwilling der gesamten Anlage durch den Ausrüster der technischen Ebene begonnen. Dieser konnte noch während der Bauphase für die Emulation genutzt werden. Während die Simulation mit Annahmen arbeitet, ermöglicht es die exakte und detailgetreue Emulation über den digitalen Zwilling, die komplexe Anlage virtuell so auszutesten, wie es sonst nur im laufenden Betrieb möglich gewesen wäre. Voraussetzung dafür sind realistische Informationen aus dem späteren System. Diese wurden von Körber in Form von quasi-operativen Daten in hoher Qualität generiert, in dem Modell verarbeitet und analysiert. Zwischen Richtfest und Eröffnung konnte Körber die Anlage im Detail und aus einer ganzheitlichen Perspektive untersuchen: „Beim Blick auf die granulare Datenbasis darf aber das Gesamtverhalten der Anlage nicht aus den Augen verloren werden“, so Michael Brandl, Executive Vice President EMEA Operations bei Körber Supply Chain Software. Diese holistische Dimension der Modellierung über die funktionale und prozessuale Ebene hinaus umfasst Phänomene wie die Staubildung unter Volllast und ermöglicht es, das Verhalten des logistischen Systems an sich zu emulieren und zu optimieren – auch wenn diese noch gar nicht operativ ist.
Das hier von einem IT-Mitarbeiter betreute Shuttle-Lager bei Engelbert Strauss in Schlüchtern verfügt über 16 Gassen, in denen insgesamt 430 Fahrzeuge umherfahren.
(Bild: engelbert strauss GmbH & Co. KG)
Am Standort Schlüchtern konnten nach diesem Prinzip die Abwicklung und die Inbetriebnahmephase erheblich verkürzt werden. In Zahlen: Das Projekt konnte rund 6 Monate beziehungsweise 25 Prozent schneller realisiert werden. So war es Engelbert Strauss möglich, die planmäßige Schließung eines Lagers in Frankfurt vorzuziehen, nachdem dessen Aktivitäten vom Logistikstandort Schlüchtern früher übernommen werden konnte.
Zugleich stand bereits am Tag 1 ein hochaktueller digitaler Zwilling für das Testen und Bewerten neuer Funktionalitäten, Abläufe oder Szenarien zur Verfügung. So können unter anderem die Auswirkungen von veränderten Materialflüssen, Marktanforderungen oder Sortimenten bewertet, Anomalien und Fehler vorhergesagt und Gegenmaßnahmen vorab emuliert werden. Alles auf Basis realer Echtzeitdaten aus dem Produktivbetrieb, jedoch ohne jeden Eingriff in die Anlage.
Standortübergreifende Integration
Die schnelle Inbetriebnahme war aber auch Startschuss für längerfristige Projekte. Die nächste Etappe ist die laufende Integration mehrerer Läger in das übergreifende Bestands- und Auftragsmanagementsystem „K.Motion DOM“, die in mehreren Schritten erfolgen soll.
Ein Mitarbeiter von Engelbert Strauss begutachtet einen Schuh vor einem Schuhrondel in der CI Factory in Schlüchtern.
(Bild: engelbert strauss GmbH & Co. KG)
Das Distributed Order Management „K.Motion DOM“ aggregiert und verteilt Aufträge im Logistiknetzwerk je nach Kapazitäten und Warenbestand an den einzelnen Standorten. Auch die automatisierte Organisation der Warenanlieferung oder Umlagerungen sind möglich, um die Bestände und die Auslastung der Lager und des gesamten Netzwerks zu optimieren. Als Layer zwischen Lagerverwaltung und Ressourcenmanagement kann der Anlagenbetreiber bei höherer Transparenz schneller und dynamischer agieren, als es über die trägeren Enterprise-Resource-Planing-(ERP-)Systeme möglich wäre. Bei Strauss sind die Rollen klar geregelt: Beim ERP liegen die kaufmännischen Aufgaben, das „K.Motion DOM“ steuert sämtliche logistischen Prozesse, der Datenaustausch erfolgt über Schnittstellen.
Stand: 08.12.2025
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Engelbert Strauss betreibt neben dem Distributionszentrum Schlüchtern ein weiteres vollautomatisiertes Lager in Biebergemünd und zwei kleinere dezentrale Lagerstandorte. Für deren Integration in das DOM wurde eine Step-by-Step-Strategie entwickelt. Aktuell ist das „K.Motion DOM“ bereits operativ, verwaltet jedoch lediglich den Standort Schlüchtern. Im nächsten Schritt werden die beiden kleineren Läger integriert. Biebergemünd migriert parallel vom eigenen Lagerverwaltungssystem zum „K.Motion WMS“ sowie „K.Motion WCS“ und wird danach an das „K.Motion DOM“ angebunden. So ensteht eine digitale und standortübergreifende Systemlandschaft vom „K.Motion DOM“ über „K.Motion WMS“ und den Materialflussrechner „K.Motion WCS“ zu den speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) auf der technischen Ebene. n
* Wolfgang Seidl ist Geschäftsführer der Seidl PR & Marketing GmbH in 45131 Essen. Weitere Informationen: Körber Supply Chain Software GmbH, 61231 Bad Nauheim, Tel. +49 6032 3485900, info@koerber-supplychain.com