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Schneller mit Gleichlauffräsen

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Mit Schruppsoftware ist großes Spanvolumen pro Zeiteinheit möglich

Seit einiger Zeit ist die Hochleistungs-Schruppsoftware Volumill von Celeritive Technologies in Camworks integriert und wird bei Gerus eingesetzt. Mit dieser Software wird ausschließlich im Gleichlauffräsen gearbeitet. Die Bearbeitung beginnt mit dem Eintauchen des Werkzeugs und dem spiralförmigen Abfahren von Werkzeugbewegungen, die sich am Ende immer mehr der Sollkontur annähern. Der Fräser arbeitet hierbei weitgehend mit der Mantelseite. Der neue Algorithmus des Systems sorgt dafür, dass immer das gleiche Volumen pro Fräszahn abgetragen wird. Damit wird das Werkzeug optimal ausgelastet, aber nicht überlastet und es entsteht ein insgesamt großes Spanvolumen pro Zeiteinheit.

Voraussetzung für eine optimale Bearbeitung ist auch eine dynamische Anpassung des Vorschubs an die vorhandenen Schnittbedingungen. Der Anwender gibt also keine festen Werte für Drehzahl und Vorschub an, sondern Eckdaten, welche die jeweilige Werkzeugmaschine und das Werkzeug fahren können. Der Werkzeugweg wird dann unter Berücksichtigung des Spanvolumens und eines harmonischen Verlaufs berechnet. Die Schrupp-Strategie ist sowohl für weiche als auch für sehr harte Werkstoffe geeignet.

Die Praxistauglichkeit steht mittlerweile außer Frage, wie sich auch bei Gerus Apparatebau gezeigt hat. „Neben der höheren Materialabtragsleistung ist das Verfahren spindelschonend und sorgt für höhere Werkzeugstandzeiten“, wie Andreas Weishaupt, Zerspanungsmechaniker und CAM-Anwender bei Gerus, festgestellt hat. Am Ende bringt Volumill in dieser Anwendung eine durchschnittliche Zeiteinsparung von 30 %. Gemeinsam mit den anderen Vorteilen, wie geringerer Werkzeugverschleiß, sorgte das für eine Amortisationszeit, die sich in Monaten bemessen hat – nicht in Jahren. „Mittlerweile setze ich Volumill auch dann ein, wenn ich ‚normale‘ Schruppaufgaben zu bewältigen habe, weil es so schonend mit Maschinen und Werkzeugen umgeht“, so Weishaupt.

Genaue Simulation der Abläufe dank digitaler Maschine

Heute ist es möglich, aufgrund der CAD-Daten der Maschinenhersteller eine digitale (oder virtuelle) Maschine zu bauen. Mit Hilfe der Virtual Machine kann jedes beliebige NC-Programm simuliert werden. Dabei wird der komplette Innenraum inklusive aller Besonderheiten dargestellt sowie sämtliche kinematischen Abläufe exakt simuliert. Auch alle speziellen Maschinen- und Anwenderzyklen werden berücksichtigt. Somit garantiert die digitale Maschine eine maximale Sicherheit des NC-Programms.

Gerus hat eine digitale Maschine zunächst für ein Fünf-Achs-Zentrum von Hermle, C 42, angeschafft, erstellt vom CAM-Partner Gevision.

„Mir war es wichtig, dass die NC-Programme wirklich fertig und optimiert an die Maschine kommen und auch später, wenn ein gewisses Teil erneut gefräst werden muss, nicht mehr weiter angepasst werden müssen. Das spart uns im Endeffekt Zeit und macht uns schneller“, betont Firmenchef Rudolf Schroll. Somit folgen auch die neuen Software-Bausteine seiner Arbeitsphilosophie: Bestmöglich oder gar nicht. MM

* Karl Obermann ist freier Fachjournalist. Weitere Informationen: Geovision GmbH & Co. KG in 85235 Wagenhofen

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