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Gemeinschaftsunternehmen

Schuler und Porsche gründen Joint Venture für Karosseriebau

| Redakteur: Melanie Krauß

Der Zweck des Gemeinschaftsunternehmens von Schuler und Porsche sei ein sogenannter Smart Press Shop als Teil der vernetzten Industrie 4.0 (in diesem Bild ist eine Pressenlinie mit Servodirekt-Technologie zu sehen).
Der Zweck des Gemeinschaftsunternehmens von Schuler und Porsche sei ein sogenannter Smart Press Shop als Teil der vernetzten Industrie 4.0 (in diesem Bild ist eine Pressenlinie mit Servodirekt-Technologie zu sehen). (Bild: Schuler AG)

Porsche und Schuler bauen gemeinsam ein Presswerk für die Automobilproduktion. Vertreter beider Unternehmen haben den Vertrag zur Gründung eines entsprechenden Joint Ventures unterzeichnet.

Die Europäische Kommission hat bereits grünes Licht für das gemeinsame Vorhaben gegeben. Die Freigabe durch weitere Wettbewerbsbehörden steht laut Schuler AG aktuell noch aus. Der Zweck des Gemeinschaftsunternehmens von Schuler und Porsche sei ein sogenannter Smart Press Shop als Teil der vernetzten Industrie 4.0. Mit zukunftsweisenden Technologien soll das neue Presswerk hoch flexibel anspruchsvolle Karosserie-Teile herstellen; der Schwerpunkt läge dabei auf Aluminium-Außenhautteilen sowie der Fertigung kleiner Losgrößen.

„Mit dem Joint Venture stellt Porsche wichtige Weichen für die Sportwagen-Produktion der Zukunft“, sagt Albrecht Reimold, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG. „Es geht um die Nutzung von Zukunftstechnologien und Innovationen, um Prozesse noch effizienter zu gestalten. Die enge Verzahnung von Design, Entwicklung, Karosserieplanung, Werkzeugfertigung und Produktion innerhalb des Porsche-Konzerns wird die Qualität unserer Sportwagen maßgeblich beeinflussen.“

Schuler Vorstandschef Domenico Iacovelli sagte: „Porsche und Schuler bringen gemeinsam ein Presswerk zum Einsatz, das in zweifacher Hinsicht neue Maßstäbe setzt – bei der Leistungsfähigkeit in der industriellen Fertigung und bei der digitalen Vernetzung und Auslesbarkeit der Datenströme im gesamten Produktionsprozess. Von diesem großen Schritt nach vorn wird Porsche profitieren, aber letztlich andere Hersteller auch.“

Die konsequente Weiterentwicklung des Prozess-Know-hows im Bereich der Metall-Umformung erfolge unter anderem durch die durchgehende Vernetzung der Produktionsdaten und den Einsatz des maschinellen Lernens. Neue Maßstäbe wollen Porsche und Schuler mit Themen wie „predictive maintainance“ (vorausschauender Wartung) oder einer intelligenten Produktionssteuerung setzen.

In dem Joint Venture kommt die neue Servo 20-Technik von Schuler zum Einsatz. Sie steigert laut Hersteller den maximalen Output von 18 auf 20 Hübe pro Minute und reduziert dabei den Energieverbrauch pro Hub und Bauteil. Durch ein neu entwickeltes Konzept zum Werkzeugwechsel sollen kleine Losgrößen mit hoher Wirtschaftlichkeit produziert werden können. Weitere Merkmale der neuen Linie seien ein optimierter Servo-Antrieb der Folgepressen und ein verringerter Platzbedarf.

Das Gemeinschaftsunternehmen wird als eigenständige GmbH & Co. KG geführt. Die Anteile liegen zu gleichen Teilen bei der Schuler AG und Porsche. Porsche und Schuler investieren jeweils in zweistelliger Millionenhöhe in das Gemeinschaftsunternehmen. Es sollen mehr als 100 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Der Sitz des neuen Unternehmens steht aktuell noch nicht fest. Ziel ist es, mit der Wahl des Standortes die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren, indem die Logistikwege für Karosserie-Teile minimiert werden.

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