Messtechnik Schweizer Uhrenindustrie tickt anders
In der Uhrenindustrie ist die Messtechnik ein besonders anspruchsvolles Segment. Nicht nur, weil hier die Baugrößen winzig sind, sondern noch dazu die Toleranzen im Hochpräzisionsbereich liegen. Letztlich heißt es: Zeit ist Geld, dies gilt nicht nur in der Uhrenindustrie, sondern auch in der Qualitätskontrolle. Hier gilt es, immer wieder neue, wirtschaftlichere Messmethoden zu entwickeln.
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Die Uhrenindustrie hatte bis Mitte des letzten Jahrhunderts unzählige eigene Fabrik-Normen und Fabrik–Kaliber. 1958 wurden ein eigener Normenausschuss sowie das NIHS-Normalisierungsbüro gegründet. Das Ziel war die Ausarbeitung von Qualitätsnormen, insbesondere für die Merkmale von wasserdichten, antimagnetischen und stoßsicheren Uhren.
Der Unterschied zu den Standardindustrienormen
Die Normen wurden und werden laufend den neuen Anforderungen angepasst. Das heutige Ziel ist, dass die Herstellung gewissen Normen unterliegen soll, um die Anzahl Typen von gleichen Artikeln herabzusetzen, den Herstellpreis zu vermindern und die Produkte zu vereinheitlichen. Auf internationaler Ebene wird die Normierung in der Uhrenindustrie durch ein technisches Komitee (ISO/TC 114-Uhren) geleitet, es ist der Internationalen Organisation für Normierung (ISO) angeschlossen.
Der Unterschied zu den Standardindustrienormen besteht im Wesentlichen in der Anpassung an die uhrenspezifischen Bedürfnisse wie das Vocabulaire (historisch französische Namen), das heißt die technischen und kommerziellen Begriffe (NIHS 02-04/ISO 6426-2) und das ISO-System für Toleranzen und Passungen (NIHS 04-01/ISO 286). Bei der Anwendung des ISO-Systems für Toleranzen und Passungen werden die Maßwerte in Millimeter (mm) und die Toleranzen in Mikrometer (µm) angegeben.
Die Grundtoleranz wird mit IT 4 bis IT 14 bezeichnet, wobei zum Beispiel IT 4 alle Dimensionen kleiner oder gleich 3 mm abdeckt und eine Qualität von 3 µm aufweist.
Besonderheit: sehr kleine Dimensionen
Eine Besonderheit der Uhrenindustrie sind die kleinen Teile bzw. deren sehr kleine Dimensionen. Dies bedingt auch eine den Dimensionen und dem Handling der Teile angepasste Messtechnik. Nebst den üblichen Handmessmitteln wie Schiebelehren, Bügelmessschrauben und Messuhren werden speziell angepasste Messvorrichtungen eingesetzt.
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