Anbieter zum Thema
Steife Werkzeugschnittstellen lassen Einsatz von Spindeln mit sehr hohem Drehmoment zur Titanbearbeitung zu
Steife Werkzeugschnittstellen wie etwa der Typ HSK 100 ermöglichen den Einsatz von Spindeln, die ein sehr hohes Drehmoment erreichen, wie es die wirtschaftliche Bearbeitung von Titan verlangt, so Podiebrad. So könnten Stahl und Titan auf der „kleinen“ HBZ Trunnion 80 mit maximal 430 Nm bearbeitet werden; auf der HBZ TR 120 und der HBZ TR 160 sogar mit bis zu 1010 Nm Drehmoment.
Der Einsatz dieser Spindeln werde primär durch das steife Maschinendesign ermöglicht, dessen Auslegung auf einer FE-Berechnung basiere. So gelang es, wesentliche Komponenten mit besonderem Hinblick daraufhin auszulegen, dass die Maschinen trotz einer hohen Tischbelastung und Dynamik besonders steif bleiben. So wurde etwa die Z-Achse als Schweißkonstruktion ausgeführt, da so ein höherer E-Modul erreicht wird. Dazu kommen die doppelseitig angetriebene und geklemmte A-Achse und die obere und untere Führung der X-Achse sowie ein insgesamt kompakter und eigensteifer Aufbau der Grundmaschine, der eine Dreipunktauflage ermöglicht und insbesondere den hohen Vorschubkräften, die in der Titanbearbeitung entstehen, gut widersteht, erläutert Podiebrad.
Automatische Bestimmung des optimalen Vorschubs
Ein geschlossener Kraftfluss im sogenannten „Powercube“ und die thermosymmetrische Stabilität im Grundgestell bei hohen Vorschubkräften seien das Ergebnis eines durchdachten Maschinenaufbaus, der, kombiniert mit den hohen Drehmomenten der einzusetzenden Spindeln, optimal zur HPC-Bearbeitung von Titan geeignet sei.
Die horizontal angeordnete Spindel beim Fünf-Achs-HPC-Horizontalbearbeitungszentrum HBZ Trunnion bietet für die Titanbearbeitung noch weitere Vorteile, betont Podiebrad: etwa deshalb, weil Späne direkt vom Werkstück abgeführt werden. Hohe Temperatureinflüsse und Recutting werden dadurch effektiv vermieden: die Werkzeugstandzeit erhöht sich und die Werkzeugoberfläche wird optimiert.
Zur Überwachung, Stabilisierung und Verbesserung aller herrschenden Prozesse wird das HSMS (Handtmann Spindle Monitoring System) eingesetzt. Damit wird die Spindel hinsichtlich Vibrationen, Lagertemperaturen und Drehzahlen stets überwacht. Außerdem erfolgt eine automatische Bestimmung der optimalen Vorschubwerte. Als Steuerungen sind wahlweise die Siemens 840D SL oder die Heidenhain TNC640 einsetzbar.
Werkzeugmagazin nimmt auch lange Werkzeuge zur Titanbearbeitung auf
„In puncto Werkzeuge bieten wir dem Anwender Flexibilität durch lange Werkzeuge, die zum Bearbeiten tiefer Kavitäten in Titan (400 mm bei der HBZ TR 80 und 500 mm bei der HBZ TR 120 und 160) genutzt werden können, und variabel große Werkzeugmagazine“, betont der Experte. Insgesamt ermöglicht die Baureihe die leistungsstarke Bearbeitung mit hoher Zerspanleistung, reduzierten Durchlaufzeiten und niedrigen Stückkosten bei Titanbauteilen.
Die Maschinen stehen als Standardmaschinen kurzfristig zu Verfügung und zeichnen sich außerdem durch niedrige Aufstell- und Inbetriebnahmezeiten aus. Trotz der Standardmaschinen-Charakteristik sollen die Maschinen eine hohe Flexibilität dank verschiedener Optionen und großer Spindelauswahl (auch Hochleistungsspindeln für die Aluminiumbearbeitung mit 30.000 min-1) bieten.
„Zusammen mit dem Handtmann-Know-how und der Unterstützung in den Bereichen Vorrichtungserstellung, Aufspannungen, Werkzeugauswahl und Programmierstrategie sind wir mit einem guten Turn-Key-Angebot zur leistungsstarken Bearbeitung von Titanwerkstoffen am Markt gut aufgestellt“, schließt Podiebrad. MM
(ID:39542880)