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Hatebur Servohydraulischer Anschlag macht Massivumformung effizienter

| Autor: Stéphane Itasse

Um die Effizienz in der Massivumformung zu steigern, hat der Schweizer Maschinenbauer Hatebur einen servohydraulischen Anschlag entwickelt.

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Mit dem neuen servohydraulischen Anschlag erhöht Hatebur die Effizienz bei der Massivumformung.
Mit dem neuen servohydraulischen Anschlag erhöht Hatebur die Effizienz bei der Massivumformung.
(Bild: Hatebur)

Durch den servohydraulischen Anschlag wird der gescherte Abschnitt und dadurch die Qualität der Schmiedeteile verbessert, wie Hatebur mitteilt. Das Schweizer Unternehmen will die neue Technik auf mehreren Maschinentypen anbieten.

Neuerung erspart viel Nacharbeit bei der Massivumformung

Die Neuerung betrifft den ersten Schritt der Metallumformung: Bevor die Teile in verschiedenen Umformstufen geformt werden, müssen die glühenden Stahlstangen maßgenau abgeschert werden. Bislang ließ es sich nicht vermeiden, dass der Abschnitt beim Schervorgang leicht abkippt und schräg steht. „Dazu kam, dass das Scheren gegen Ende des Vorgangs zu einem Reißen wurde und ein Scherausbruch entstand“, berichtet Thomas Christoffel, CEO von Hatebur. Ebenso entstanden zum Teil Schuppungen am Abschnitt, die am fertigen Schmiedeteil mittels Sandstrahlen wieder entfernt werden mussten. Wenn diese Schuppen während des Prozesses aber übereinander verpresst wurden, war eine spanende Nachbearbeitung dieser Partie vonnöten.

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Durch den servohydraulischen Anschlag hat sich das Abkippen beziehungsweise die Schrägstellung erheblich verringert, die Flächen sind nahezu parallel, wie es in der Mitteilung heißt. „Schuppen bilden sich nur noch selten und Falten praktisch überhaupt nicht mehr“, erläutert Dr. Mihai Vulcan, Mitarbeiter Strategische Projekte bei Hatebur. Seit 2017 hat Hatebur die Technik in einer Entwicklungspartnerschaft mit einem führenden europäischen Automobilzulieferer auf einer Hatebur Hotmatic HM75 XL gründlich getestet. Im Ergebnis konnte die Schuppenbildung von bis zu 20 % der Scherfläche auf rund 1 % reduziert werden. Durch die neue Anschlagtechnik wurde darüber hinaus der Ausbruch auf ein Minimum reduziert oder gänzlich eliminiert. Die gesteigerte Qualität der Teile erleichtert die Sichtkontrolle nach dem Sandstrahlen.

Schnelles Abscheren erfordert servohydraulischen Antrieb

Der Abschervorgang ist so schnell – je nach Stangendurchmesser und Maschinendrehzahl zwischen 60 und 100 ms– dass nur ein servohydraulischer Antrieb die Dynamik und Leistungsdichte auf kleinem Raum mitbringt. Das Hatebur-Projektteam rund um Vulcan setzte dabei auf abwechselnde Lage- und Kraftregelung: Sollte am Ende der Einzugsbewegung der Anschlag auch nur um wenige Hundertstelmillimeter von der Sollposition abweichen, wird die Lage des Anschlags unmittelbar über das Servoventil kompensiert. „Durch diese Lageregelung wird die effektive Distanz zwischen Messer und Anschlag während des ganzen Schervorganges konstant gehalten“, sagt Vulcan. Nach Scherbeginn schaltet die Steuerung auf eine Kraftregelung mit Lageüberwachung um. Die integrierte Messtechnik nimmt während des ganzen Schervorgangs die Prozessdaten auf. Der Regler gleicht die erkannten Abweichungen in kurzer Zeit aus und gewährleistet laut Hersteller so, dass eine optimale Abschnittqualität erreicht werden kann.

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 Stéphane Itasse

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MM MaschinenMarkt