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Kugellager SKF testet Lager mit Wälzlager-Prüfsystemen von Renk

| Redakteur: Stefanie Michel

Die Renk Test System GmbH lieferte zwei einzigartige Prüfanlagen als Herzstück des weltweit leistungsfähigsten Großlager-Prüfzentrums. Von SKF in Schweinfurt vor wenigen Wochen in Betrieb genommen, sollen die Prüfstände dazu beitragen, künftige Großlager-Generationen zu optimieren.

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Montage Belastungseinheit DDTR, dem kleineren der beiden Teststände. Er belastet die zu prüfenden Wälzlager mit bis zu 7 MN.
Montage Belastungseinheit DDTR, dem kleineren der beiden Teststände. Er belastet die zu prüfenden Wälzlager mit bis zu 7 MN.
(Bild: SKF)

Um noch kompaktere, robustere, reibungsärmere sowie langlebigere Großlager zu entwickeln, investierte SKF in ein Großlager-Prüfzentrum mit zwei großen Testständen. Der größere der beiden kann weltweit erstmals nicht nur das Hauptlager einer Windturbine, also Wälzlager bis zu 6 m Durchmesser prüfen, sondern die komplette Lagerungseinheit. Mithilfe der Automatisierungs-Software Renk Dynamik Data Systems (RDDS) simuliert der Prüfstand alle erdenklichen Lastfälle von Windenergieanlagen wie zum Beispiel extreme Stürme oder das Taumeln des Rotors.

Die beiden Prüfsysteme, der Main Shaft Test Rig (MSTR) und der Dynamic Development Test Rig (DDTR), sind um den Faktor Tausend größer als „normale“ Renk-Prüfstände, die üblicherweise den Kilonewton-Bereich abdecken. Die in Schweinfurt installierten Testeinheiten arbeiten in Meganewton-Dimensionen. Bei kombinierter Lasteinleitung kann der MSTR mit einem Biegemoment von 40 MNm und axial sowie radial jeweils mit einer Kraft von 8 MN dynamisch auf das Prüflager einwirken. Auch der kleinere DDTR-Prüfstand, der Großlager für Schiffbau, Bergbau, Papierindustrie oder auch für den Zement- und Stahlsektor auf Herz und Nieren testet, hat es in sich. Er realisiert Rotationsgeschwindigkeiten von 250 Umdrehungen pro Minute und belastet die zu prüfenden Lager mit bis zu 7 MN.

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Prüfstände dienen auch der Grundlagenentwicklung von Wälzlagern

Abmessungen und Gewicht der beiden Testsysteme sind gigantisch: Der mit einem Energierückgewinnungssystem ausgestattete MSTR ist rund 9 m breit, 11 m hoch und 8 m tief. Er wiegt gut 700 t. Allein seine Belastungsscheibe hat eine Masse von 125 t bei etwa 7 m Durchmesser. Das Eigengewicht des DDTR, der ebenfalls über ein Energierückgewinnungssystem verfügt, beträgt etwa 300 t.

Diese Prüfstände sind auch Werkzeuge zur Grundlagenentwicklung: Selbst modernste Simulationsprogramme können noch nicht alle im praktischen Betrieb auftretenden dynamischen Prozesse in großen Wälzlagern realitätsgetreu abbilden. Mithilfe der Prüfstände will man deshalb Phänomene untersuchen, die von aktuellen Simulationsmodellen nicht hinreichend berücksichtigt werden. Aufgabe ist zum Beispiel auch die Analyse der Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Schmierungsbedingungen und verschiedenen Lagerdesigns bzw. -materialien unter hochdynamischer Belastung.

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