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Interview mit Bonfiglioli-CEO Fausto Carboni „Smart ist die Integration in alle Richtungen“

| Autor: Karin Pfeiffer

60 Mio. Euro investiert Bonfiglioli in den Bau einer Smart Factory am Standort Bologna. Unter dem Namen EVO-Projekt richtet sich der italienische Antriebsspezialist Richtung Industrie 4.0 und für die Zukunft aus. Was das alles beinhaltet, berichtet Bonfiglioli-CEO Fausto Carboni im Interview.

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Bonfiglioli-CEO Fausto Carboni will in der Smart Factory künftig 800.000 Getriebemotoren pro Jahr herstellen.
Bonfiglioli-CEO Fausto Carboni will in der Smart Factory künftig 800.000 Getriebemotoren pro Jahr herstellen.
(Bild: Bonfiglioli)

Bonfiglioli investiert 60 Millionen Euro in den Neubau der Konzernzentrale. Was ist dafür alles geplant?

Die genannte Investition betrifft eigentlich nur das Produktionswerk und alle Büros, die damit in Verbindung stehen. Der Hauptsitz des Konzerns ist dann der zweite Schritt. Im Moment liegt unser Schwerpunkt auf Business Excellence.

All unsere Werke an den Standorten zwischen Bologna und Modena, die am Herstellungsprozess industrieller Getriebemotoren hauptsächlich für den Light- und Medium-Duty-Industriebereich beteiligt sind, werden zu einem einzigen Werk in der Nähe des heutigen Hauptsitzes zusammengelegt. Bis 2018 wird der wichtigste Schritt in Bezug auf die Integration der Fabriken abgeschlossen sein. Dies ist für uns mehr als nur eine Integration. Es gilt als neue Herangehensweise der Betriebsführung, wo die Dimensionen Mensch, Technologie und Umweltbewusstsein auf optimale Weise miteinander kombiniert werden. Die anderen wichtigsten Fertigungsanlagen in Europa, wie Deutschland, Slowakei sowie Rovereto und Forlì in Italien, die unterschiedliche Produkte herstellen, werden selbstverständlich ihren eigenen Entwicklungsprozess durchlaufen.

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Der Neubau läuft unter dem Stichwort EVO-Projekt. Was steckt dahinter?

Ganz einfach: „EVOlution“ ist das Wort, von dem es abgeleitet ist. Wir haben von Anfang an erkannt, dass es ein Riesenschritt sein sollte.

Das EVO-Projekt soll Teil der jüngsten strategischen Initiative von Bonfiglioli zur Verbesserung der Marktposition sein.

Wie sollen die modernen Produktionslinien nach Industrie-4-0-Standard aussehen?

Unserer Meinung nach ist die Integration in alle möglichen Richtungen das wichtigste Merkmal von Industrie 4.0. Aufgrund rasend schneller technologischer Entwicklungen müssen wir in viel größeren Dimensionen denken. Im Mittelpunkt steht die große Herausforderung, alle wichtigen variablen Geschäftsbereiche zu verbinden: Machine-to-Machine, Things-to-Machines und Person-to-Machine.

Wird der Standort Bologna damit zu einer Smart Factory?

Genau! Das ist das Ziel – obwohl wir wissen, dass es nicht leicht wird. Unsere jüngsten Investitionen sind bereits darauf ausgelegt. Auch wenn EVO noch nicht fertig ist, bewegen wir uns schrittweise in diese Richtung. "Smart" bedeutet für uns auch, allen Mitarbeitern, egal ob im Büro oder der Fabrik, einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten und negative Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren.

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 Karin Pfeiffer

Karin Pfeiffer

Journalistin