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Thyssenkrupp bestellt Rekord-Schmiedepresse

| Redakteur: Stéphane Itasse

Ein Ausrufezeichen für die Zukunft des Schmiedens setzt Thyssenkrupp: Auf einer der weltweit größten mechanischen Anlagen entstehen künftig am Standort Homburg Lkw-Vorderachsen und Kurbelwellen.

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Die von Thyssenkrupp Gerlach bestellte Farina-Schmiedepresse ist eine der weltweit größten mechanischen Anlagen ihrer Art.
Die von Thyssenkrupp Gerlach bestellte Farina-Schmiedepresse ist eine der weltweit größten mechanischen Anlagen ihrer Art.
(Bild: Schuler)

Eine Presskraft von 16.000 t, 1700 t Gewicht und eine Höhe von insgesamt 10 m: Die Schmiedepresse der Marke Farina, die Thyssenkrupp Gerlach beim Pressenhersteller Schuler in Auftrag gegeben hat, ist eine der weltweit größten mechanischen Anlagen ihrer Art. Die Maschine vom Typ GLF 16000 wird am Standort Homburg ab 2021 Lkw-Vorderachsen und Kurbelwellen formen, wie die Schuler AG in Göppingen mitteilt.

Farina-Schmiedepresse wird im Schuler-Werk Erfurt produziert

Schuler hatte den italienischen Pressenhersteller Farina 2018 übernommen. Es handelt sich nach Angaben der Muttergesellschaft um den führenden europäischen Anbieter von Schmiedelinien im mittleren Preissegment. Thyssenkrupp war mit einer 4000-t-Schmiedepresse, die Farina 2006 geliefert hatte, so zufrieden, dass sich das Unternehmen erneut für die GLF-Baureihe entschied – dieses Mal allerdings für ein viermal so starkes Modell. Schuler wird laut eigener Mitteilung die Großpresse an seinem Fertigungsstandort in Erfurt produzieren.

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„Die Hauptpresse der neuen Schmiedelinie ist die erste Exzenterpresse, die weltweit in dieser Größenordnung, Leistungskraft und mit dieser Umsetzungsgeschwindigkeit in Betrieb geht“, sagt Dr. Franz Eckl, Geschäftsführer des Schmiedewerks in Homburg. Er erläutert weiter: „Mit diesem Aggregat können wir jährlich rund 360.000 Schmiedekomponenten herstellen.“

Thyssenkrupp fertigt bereits seit dem Jahr 1947 geschmiedete Komponenten am Standort Homburg. Mit derzeit rund 750 Mitarbeitern gehört das Werk zu den größten Arbeitgebern in der Region.

Produktion mit der Schmiedepresse soll Anfang 2021 starten

Baustart für die weltweit modernste Schmiedelinie ist Anfang des Jahres 2020. Die neue Produktionsstätte wird laut Mitteilung von Schuler auf insgesamt rund 12.000 m² Fläche innerhalb des bestehenden Werksareals errichtet. Die Fertigstellung und der Beginn der Serienlieferung sind für Anfang des Jahres 2021 geplant.

Das Werk ist seit Jahren einer der leistungsstärksten Produktionsstandorte im globalen Werksverbund des Schmiedegeschäfts von Thyssenkrupp, wie es in der Mitteilung heißt. Der Standort ist Marktführer für geschmiedete Kurbelwellen und beliefert weltweit Kunden aus der Automobilindustrie.

Mit der Fertigung von Vorderachsen für Nutzfahrzeuge erschließt sich Thyssenkrupp Gerlach den Angaben zufolge ein neues Produkt- und Kundensegment. Diese Fahrwerkskomponenten sind antriebsunabhängig und werden auch bei einer stärkeren Durchdringung der Elektromobilität im Transportverkehr weiterhin benötigt.

Die Geschäftseinheit „Forged Technologies“ von Thyssenkrupp ist heute eines der größten Schmiedeunternehmen der Welt mit einem Jahresumsatz von über 1 Mrd. Euro. Das Produktportfolio umfasst geschmiedete und bearbeitete Komponenten und Systeme für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für den allgemeinen Maschinenbau. Im Schmiedegeschäft sind bei Thyssenkrupp derzeit rund 7500 Mitarbeiter tätig.

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