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PDM/PLM Transformation während des Konstruktionsalltags

| Autor / Redakteur: Ulrich Kläsener / Stefanie Michel

Datenaufbereitung, agile Projektierung, Einarbeitung im Live-Betrieb: Beim Umstieg auf ein neues PDM-Systen setzte Ceracon Prioritäten. So konnten 125.000 Dokumente zügig und fast fehlerfrei migriert werden, Support war nach der Einführung kaum noch nötig.

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Ceracon entwickelt Schaumdosieranlagen und arbeitet konstruktions­intensiv. Ein neues PDM-
System soll einen einfachen Zugriff auf die CAD-Daten erlauben.
Ceracon entwickelt Schaumdosieranlagen und arbeitet konstruktions­intensiv. Ein neues PDM-
System soll einen einfachen Zugriff auf die CAD-Daten erlauben.
(Bild: Ceracon)
  • Der Dichtungsspezialist Ceracon war gezwungen, sein altes PDM-System gegen ein neues „einzutauschen“.
  • Da man bereits mit Inventor und Autocad arbeitete, war die Entscheidung für Autodesk Vault naheliegend. Die Migration der 125.000 Dokumente erfolgte immer am Wochenende.
  • Durch die Softwareeinführung mit agilen Methoden war nach der Umstellung fast kein Support mehr nötig.

Ceracon mit Stammsitz in Weikersheim, 40 km südlich von Würzburg, ist Spezialist für Dichtungstechnik. Das Portfolio umfasst neben der Lohnfertigung vor allem Schaumdosieranlagen (Sealing Systems) und automatisierte Industrieöfen (Thermal Systems), die zum Aushärten des Dichtschaums benötigt werden. Das Geschäftsmodell des Unternehmens ist konstruktionsintensiv ausgelegt. So ist der ununterbrochene, einfache Zugriff auf alle CAD-Daten ebenso wichtig wie die Qualität der Daten. Das betraf zunächst die Datenaufbereitung im Vorfeld der Migration auf ein neues Product-Data-Management-(PDM-)System. Diese Migration war notwendig geworden, weil die Software Productstream Professional (PSP) abgekündigt wurde.

Doch für welches System sollte man sich entscheiden? Die Entscheidung für Autodesk Vault war trotz verfügbarer PDM-Alternativen schnell getroffen. Der Grund: Das Unternehmen setzt bereits seit Jahren Autodesk Lösungen im CAD-Bereich ein. „Wir wollten konstruktionsnah bleiben“, so Jochen Schumm, IT-Leiter bei Ceracon, „Da wir hauptsächlich in Inventor und Autocad arbeiten, ist die tiefe Integration von CAD und PDM ein Faktor. Die native Anbindung an unsere Konstruktion funktioniert mit Vault am besten.“ Cideon als Autodesk Platinum Partner hatte seinerzeit nicht nur 30 Ceracon-Arbeitsplätze mit der Product Design & Manufacturing Collection von Autodesk ausgestattet, sondern auch das jetzt abgelöste PDM-System eingeführt.

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Ceracon-Konstrukteur Steffen Oberstein verantwortete die Migration: „Wir hatten 125.000 Dokumente von PSP zu Vault zu migrieren und ließen sie alle durch den Document Analyzer laufen. Immer am Wochenende, um das Tagesgeschäft nicht zu blockieren.“ An jedem Montag um genau 6.15 Uhr zeigte die Software dann den Korrekturbedarf – zum Beispiel fehlende Referenzen – an, der in knapp 20 Jahren Datenproduktion naturgemäß anfällt. Die Fleißarbeit der Ceracon-Konstrukteure bei der Datenbereinigung zahlte sich aus, denn am Ende stand da die Zahl drei – das rekordverdächtige Minimum von nur drei Fehlern wurde nach dem Übergang zu Autodesk Vault registriert.

Mit agiler Methodik schnell zum Ziel

Ähnlich stringent agierte Ceracon bei der Frage, welche Methodik im eigentlichen Ablösungsprozess angewendet wird. Ursprünglich hatte Ceracon eine Vault-Einführung per Wasserfallmodell mit 9 Monaten Projektlaufzeit präferiert. Als sich der „Klassiker“ im Projektmanagement dann aber als zu starr erwies, machte Implementierungs- und Entwicklungspartner Cideon den entscheidenden Vorschlag: umsteigen auf ein agiles Vorgehen mit zyklischer Projektentwicklung und ihrer flexiblen Abfolge von Planungs- und Entwicklungsphasen.

Die agile Methodik der Vault-Einführung hat derart überzeugt, dass Ceracon sie inzwischen bei eigenen Projekten einsetzt. Zudem hatte diese Vorgehensweise den positiven Nebeneffekt inmitten der vielen Sprints und Tasks, dass von Beginn an alle Projektbeteiligten mitgenommen waren – zwangsläufig, denn der kurzfristige, intensive Austausch zwischen Kunde und Implementierungspartner ist fixer Bestandteil des agilen Projektmanagements. So konnte Ceracon etliche Prozesse und Automatismen in Vault schon in einer frühen Phase kennenlernen und internalisieren. „Tatsächlich haben wir schon den Umstellungsprozess als intensive Schulung in Vault erfahren“, bestätigt Oberstein, Die Experten von Cideon führten zusätzlich zu den Basisschulungen im Zuge der Inbetriebnahme fortlaufende Trainings für die Konstrukteure durch („Training on the Job“).

Heute agiert Ceracon nahezu autark. „Wenn man kurz nach Einführung fast keinen einzigen Support-Anruf mehr verzeichnet, ist das schon ein sehr, sehr gutes Zeichen“, kommentiert Thomas Frenz aus dem Cideon-Vertrieb. Das ist nicht zuletzt dem System selbst geschuldet, das Key User Oberstein technisch stark beeindruckt: „Der Steuerungsaufwand ist gering, die Prozesse laufen.“

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