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Kunststoffverarbeitungs-News Trotz Fakuma-Ausfall – Wittmann Battenfeld bringt neue Exponate!

Redakteur: Peter Königsreuther

Zwar schien es immer wieder, als als stünde die Welt in Coronazeiten still, doch die Entwicklungsabteilungen arbeiteten oft munter weiter. So auch die Spezialisten von Wittmann Battenfeld...

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Wittmann Battenfeld lässt hier wissen, was es in fakumalosen Zeiten Neues aus Kottingbrunn gibt. Wie etwa diesen Wittman-Roboter WX153, dem man neue Funktionen gegeben hat...
Wittmann Battenfeld lässt hier wissen, was es in fakumalosen Zeiten Neues aus Kottingbrunn gibt. Wie etwa diesen Wittman-Roboter WX153, dem man neue Funktionen gegeben hat...
(Bild: Wittmann Battenfeld)

Weil es fast keine Gelegenheiten gibt, um die Neuprodukte real zu zeigen, hat sich Wittmann Battenfeld dazu entschlossen einmal per Pressemeldung darüber zu informieren, und die für die Fakuma-Show geplanten Exponate auch per Video zu präsentieren. Die Produkte werden dabei im persönlichen Kundengespräch vorgestellt, heißt es weiter. Für alle, die jetzt schon was wissen wollen, gibt es hier einen ersten Überblick...

Neue Funktionen für den WX153-Roboter

Anlässlich der Fakuma 2020 wolle Wittmann die komplette Überarbeitung des WX153 vorstellen. Dieses Robotmodell wird typischerweise für Automatisierungen von Spritzgießmaschinen im Bereich von 500 bis 1300 t Schließkraft verwendet. Die bisher verfügbare Version basierte auf der seit 2013 verfügbaren W8-pro-Geräteserie, so der Hersteller. Im Rahmen der mechanischen Überarbeitung des WX153-Roboters wurde, wie es weitern heißt, besonderes Augenmerk auf Funktionalität und flexible Anwendungsmöglichkeiten gelegt.

So ist die Vertikalachse jetzt mit Hüben bis zu 2600 mm verfügbar. Die Horizontalachse Z gib es jetzt bis zu einer Hublänge von 18.000 mm. Ab einem Hub von 4000 mm können auch Tandemlösungen mit zwei unabhängig voneinander bewegten Robotern angeboten werden.

Die Steuerung von Tandemrobotern erfolgt wie auch beim Solosystem über eine gemeinsame R9-Teachbox (kommt noch mal weiter unten...), die bis zu 12 Achsen synchron ansteuern kann. Dabei können bei Einzelrobotern wie auch bei Tandemgeräten ganz nach Bedarf beliebige Achskombinationen für die optimalsten Bewegungsprofile zusammengefasst werden, die dann synchron ablaufen.

Ebenso neu ist das integrierte kompakte Reglergehäuse, mit dem der Trägers noch besser genutzt werden könne. Die Entformachse X verfährt bis zu 1200 mm respektive 1400 mm. In der Standardkonfiguration erlaubt das System eine Belastung von 30 kg, welche applikationsbezogen angepasst werden kann.

Der WX153-Roboter wird mit der Wittmann-R9-Steuerung ausgeliefert. Diese kann unter anderem über einen digitalen Zwilling für Testläufe des Roboters am Bildschirm sorgen, übernimmt Fehleranalysen und beherrscht das sogenannte Smartremoval zur Minimierung von Formöffnungszeiten.

R9-Teachbox zeigt Replay-Daten per Videoassistent

Im Verlauf von Sportübertragungen ist es längst üblich, umstrittene oder spektakuläre Situationen in Zeitlupe zu wiederholen. Nun unterstützen Zeitlupenansichten auch die Arbeit mit Wittmann-Robotern, die über eine R9-Steuerung verfügen, erklärt Wittmann Battenfeld.

Die Aufgabe des Roboter-Videoassistenten wird vom digitalen Zwilling übernommen, wie bereits erwähnt, der standardmäßig in jeder R9-Steuerung installiert ist. Dieser virtuelle Doppelgänger wird direkt auf der Teachbox angezeigt und kann vorangegangene Sequenzen in beliebiger Geschwindigkeit wiedergeben, heißt es. Weil der digitale Zwilling auf die Robotkonfiguration des jeweiligen physischen Roboters zugreift, sind ihm die Ausstattungsoptionen des Roboters bekannt und können entsprechend dargestellt werden.

Sobald also der physische Roboter in den Automatikbetrieb wechselt, zeichnet der Zwilling sämtliche Veränderungen in den Positionen der einzelnen Achsen, in den Ein-/Ausgängen und am Zähler auf, sowie alle sonstigen betriebsbestimmenden Werte, erklärt Wittmann Battenfeld.

Alle Daten werden mit einer Genauigkeit von 4 ms aufgezeichnet und reichen bis zu 100 s in die Vergangenheit zurück. So könne auf jeden Zeitpunkt der Aufzeichnung zugegriffen werden. Darüber hinaus ist dabei entscheidend, dass auch die ausgeführten Teach-Befehle mit abgespeichert werden.

Mit der neuen Teachbox von Wittmann Battenfeld lässt sich alles visualisieren, was bei Robotern mit R9-Steuerung so abläuft.
Mit der neuen Teachbox von Wittmann Battenfeld lässt sich alles visualisieren, was bei Robotern mit R9-Steuerung so abläuft.
(Bild: Wittmann Battenfeld)

Zeitlupenfunktion erhöht die effektive Betriebszeit des Roboters

Praxisbeispiel ist etwa der Stillstand eines Roboters aus unbekannten Gründen – mit der anschließend gegebenen Möglichkeit, zur Fehleranalyse eine entsprechende Darstellung des Vorfalls auf der Teachbox abzurufen. Sobald der Roboter stehe, werde die Datenaufzeichnung abgebrochen, und die Vorgänge der vorangegangenen 100 s können untersucht werden. Ein auf der Teachbox dargestellter Zeitregler ermöglicht dazu die Definition eines Zeitpunkts innerhalb der dargestellten Sequenz.

Dieser Regler kann beliebig in zwei Richtungen verschoben werden, um stattgefundene kritische Zustandsänderungen detailliert und wiederholt begutachten zu können.

Zum Zeitpunkt der Analyse könnte sich der physische Roboter auch weiterhin im Fehlerzustand oder außer Funktion befinden, weil auf der Teachbox nur der digitale Zwilling verfahren wird beziehungsweise nur dessen Zustandsänderungen angezeigt werden.

Der Videoassistent erleichtere das Auffinden von Fehlerursachen beträchtlich und unterstütze den Anwender dabei, dass der Fehler nicht mehr vorkomme. Das erhöht die effektive Betriebszeit eines jeden R9-Roboters.

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