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Composites Umformen von Organoblechen und Anspritzen von Versteifungsrippen in einem Werkzeug

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Auf der Kunststoffmesse K 2010 stellt die Georg Kaufmann Formenbau AG, Busslingen/Schweiz, ein kombiniertes Umform- und Spritzgießwerkzeug vor.

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Aus Organoblechen werden auf der K 2010 Strukturteile für die Automobilindustrie hergespellt: durch Umformen und Anspritzen von Versteifungsrippen in einem Werkzeug. Bild: Bond-Laminates
Aus Organoblechen werden auf der K 2010 Strukturteile für die Automobilindustrie hergespellt: durch Umformen und Anspritzen von Versteifungsrippen in einem Werkzeug. Bild: Bond-Laminates
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Kombi-Werkzeug für das Umformen von Organoblechen und das Anspritzen eines glasfaserversträkten Thermoplasts ist in Aktion auf der Maschine CX 300-1400 IMC am Stand von Krauss-Maffei zu bestaunen.

Hauptantwendung dieses Werkzeugs ist die Herstellung eines Strukturbauteils in Leichtbauweise für die Automobilindustrie. Bei dem Organoblech handelt es sich um ein Kunststoffhalbzeug, das mit Glasfasergewebe verstärkt ist. Dieses Halbzeug wird im Werkzeug erst umgeformt.

Heiße Schmelze verbindet sich durch und durch mit dem Organoblech

Ist der Umformvorgang beendet, wird das Werkzeug geschlossen. Dann beginnt der Spritzgießprozess: das Anspritzen der Verstärkungsrippen aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff aufgespritzt – über drei Düsen. Dabei verbindet sich die heiße Schmelze laut Kaufmann durch und durch mit dem Organoblech. Dabei stellen die Fließwege, die von den Werkzeugdüsen ausgehen, stellen sicher, dass die Konturen des Strukturbauteils, die sich beim Umformen nicht 100%-ig ausgebildet haben, vollständig ausgeformt werden.

Diese Prozesskombination erfordert eine Fertigungstechnik, bei der die einzelnen Prozesse exakt aufeinander abgestimmt sind. Dabei kommt dem Werkzeug für Organobleche bezüglich Produktqualität und Prozesssicherheit eine Schlüsselrolle zu. Für den ersten Schritt – das Umformen des Organoblechs – muss zunächst der vorgeheizte und deswegen weiche, instabile Zuschnitt exakt und reproduzierbar im Werkzeug positioniert werden. Der Werkzeugschließvorgang beginnt mit dem Vorlauf eines Matrizeneinsatzes, der das Organoblech auf den Stempel drückt und dort fixiert.

Randbereich wird mit Klemmleisten gehalten

Anschließend beginnt das Umformen. Dabei wird der Zuschnitt über den Stempel gezogen und der Randbereich mit dreidimensional an die Bauteilkontur angepassten Klemmleisten gehalten. Diese Leisten müssen äußerst exakt eingestellt sein, damit das heiße Organoblech störungs- und beschädigungsfrei nachfließen kann.

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